Die eherne Schlange und das tödliche Gift

Online seit dem 17.03.2015, Bibelstellen: 4. Mose 21; Römer 7; Joh 3,14.15

Der Durchzug des Volkes Israel durch das Rote Meer ist ein Bild des Todes Christi (2. Mo 14). Es zeigt die Wahrheit von Römer 5,12 – 6,23: Wir sind mit Christus gestorben und darum frei von der Macht der Sünde, die durch die Streitmacht Pharaos dargestellt wird. Wir sind auch frei von der Macht des Teufels und des Todes.

Nach dem Durchzug durch das Rote Meer kommt eine besondere Phase des Volkes Israel: Sie stehen allein unter der Gnade Gottes. Es wird nicht von einem einzigen Toten in ihrer Mitte berichtet. Das geht so, bis sie das Gesetz am Sinai fordern (2. Mo 19).

Wenn jemand zum Glauben gekommen ist, kommt meist eine Phase voller Glück und Freude. Die Phase dauert an, bis man das Gesetz zur Hilfe nimmt, um ein Leben in Heiligkeit zu führen. Das geht schief und führt zu bitteren Erfahrungen. Das zeigt der Galaterbrief.

Als das Volk Israel (lange nach der Gesetzgebung) wieder einmal murrte, kamen unter sie feurige Schlangen. Als die Schlange biss, werden sich die Gebissenen verzweifelt gegen die Wirksamkeit des Giftes gewehrt haben (Aussaugen, Amputieren etc.). Doch vergeblich!

Und wer versucht, gegen die Sünde (mit Hilfe des Gesetzes) anzukämpfen, muss unterliegen. Schließlich kommt der verzweifelte Ausruf: „Wer wir mich retten von diesem Leib des Todes?“ (Rö 7,24). Aber dann die Rettung für Israel: der Blick zur erhöhten Schlange (4. Mo 21,8). So verlor das Gift die tödliche Wirkung und sie konnten leben.

Das bedeutet bildlich gesprochen: Christus wurde erhöht und für uns zur Sünde gemacht. Das Problem der alten Natur ist längst erledigt. Was ich brauche, ist der Blick nach oben auf den Gekreuzigten. Dann kann ich rufen: „Ich danke Gott durch Jesus unseren Herrn!“ (Rö 7,25), und ein siegreiches Leben führen, das durch Leben und nicht durch Tod gekennzeichnet ist. „Das Gesetz des Geistes des Lebens in Christus Jesus hat mich freigemacht von dem Gesetz der Sünde und des Todes.

Am Roten Meer finden wir den Gedanken Befreiung: Wir müssen nicht mehr der Sünde und dem Teufel dienen und sind jetzt getrennt von dieser Welt (das finden wir in Römer 5,12–6,23). Doch dann gibt es noch einen anderen Punkt, der sehr ähnlich ist: Das ist das Problem des Fleisches. Wir können uns auf das Fleisch überhaupt nicht verlassen. „Was aus dem Fleisch geboren ist, ist Fleisch.“ Und: „Das Fleisch nützt nichts.“ Doch Christus kam in Gleichgestalt des Fleisches der Sünde und in ihm wurde die Sünde im Fleisch verurteit. Dieses Urteil kann, darf und muss ich auf mich anwenden. Aber nicht nur das. Ich habe jetzt auch das neue, ewige Leben. Wir denken an: Und wie Mose in der Wüste die Schlange erhöhte, so muss der Sohn des Menschen erhöht werden, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren gehe, sondern ewiges Leben habe“ (Joh 3,14.15). Das ist die Belehrung, die wir auch am Anfang von Römer 8 finden.

Gerrid Setzer