Das goldene Bild Nebukadnezars

Online seit dem 10.10.2006, Bibelstellen: Daniel 3,1-18

König Nebukadnezar richtet eine große Statue auf, die angebetet werden soll. Er schafft eine neue „Religion“, die die Menschen in seinem großen Reich miteinander verbinden soll. Das Ganze ist äußerst geschickt eingefädelt (Daniel 3,1–7):

  • Das Bild ist beeindruckend (eine 30 Meter hohe Statue aus Gold)
  • Das Bild steht in der Ebene und kann somit von vielen gleichzeitig bewundert und besucht werden.
  • Es werden die wichtigen Leute dazu eingeladen. Wenn sie mitmachen, dann wird auch das „Fußvolk“ nicht dagegen aufbegehren.
  • Die großen Leute werden zu einer Einweihungszeremonie geladen. Wer sagt da schon nein? Der wahre Zweck – die Anbetung des Bildes – wird erst später bekannt gemacht.
  • Die Musik spricht das Gefühl der Leute an.
  • Die Religion Nebukadnezars ist einfach und nicht schwierig zu verstehen: Man muss einfach ein Bild anbeten. Auch die unterschiedliche Sprache und Kulturen fallen dabei nicht ins Gewicht. Sehr vorteilhaft!
  • Das Gewissen wird durch diese Religion nicht berührt, was dem natürlichen Menschen nur recht ist.
  • Für solche, die das alles nicht überzeugt, und die vielleicht sehr stolz sind, hat Nebukadnezar auch Vorsorge getroffen: die unmissverständliche Androhung der Todesstrafe, wenn sie das goldene Bild nicht anbeten.

Drei jüdische Männer weigern sich, dem Befehl zu gehorchen. Ausreden könnten ihnen viele einfallen, z.B.:

  • Es ist das nur eine äußerliche Sache, wir können doch im Herzen treu bleiben.
  • Es ist nur eine Sache von ein paar Minuten.
  • Es ist der von Gott eingesetzte König, der den Befehl gegeben hat.
  • Wenn wir es nicht tun, werden wir getötet. Und dann können wir unseren hohe Positionen nicht mehr zum Wohl des Volkes Gottes benutzen.
  • Wir sind nicht im Land Israel, in Babylon gelten andere Gesetze.
  • Es machen doch alle so.

Aber solche Ausreden gebrauchen sie nicht. Sie sind schlicht und einfach treu, entschieden, kompromisslos. Sie sagen zu dem mächtigsten Mann der damaligen Welt, dass es gar nicht nötig sei, hier eine Antwort zu geben. Für sie ist es sonnenklar und selbstverständlich, dass sie Gott treu bleiben, auch wenn es ihr Leben kosten würde.

Diese Selbstverständlichkeit, mit der sie ihr Leben geben wollen, ist beeindruckend und anspornend zugleich!

Gerrid Setzer