Der Heilige Geist - eine Person der Gottheit

Online seit dem 11.10.2015, Bibelstellen: Johannes 16,13

Zehn Tage nach der Himmelfahrt des Herrn kam der Heilige Geist auf die Erde. Seit dem Pfingsttag wohnt der Heilige Geist auf der Erde. Die Anwesenheit des Geistes ist eines der charakteristischen Merkmale der christlichen Zeitepoche. Darum ist es sehr wichtig, das zu kennen, was die Bibel über den Heiligen Geist sagt. In diesem Artikel wollen wir uns besonders mit dem Wesen des Geistes Gottes beschäftigen.

Der Geist Gottes nimmt in der Bibel einen großen Raum ein. Es ist bedeutsam, dass Er bereits auf der ersten Seite der Bibel erwähnt wird und dass der Geist auch auf der letzten Seite nicht fehlt (1. Mo 1,2; Off 22,17). Besonders viele Belehrungen über den Geist finden wir im Neuen Testament, wo sich der dreieine Gott völlig offenbart hat.

Der Heilige Geist ist eine Person

Der Geist Gottes ist nicht nur eine gewaltige Kraft und ein großartiger Einfluss. Nein, Er ist eine göttliche Person. Dem steht nicht entgegen, dass der Geist keinen Körper hat. Denn ein Körper ist nicht notwendig, um eine Person zu sein. Gott, der Vater, hat auch keinen Leib – ist Er deswegen keine Person? Und war der Herr Jesus vor seiner Menschwerdung etwa keine Person? Der geschätzte Bibelausleger Rudolf Brockhaus hat den Begriff Person in seinem Buch „Die Gabe des Heiligen Geistes“ wie folgt definiert: „Eine Person ist ein lebendes Wesen, das sich ... seines Seins bewusst ist, das denkt, will und handelt.“ Und gerade das trifft auf den Heiligen Geist zu.

Die Bibel zeigt an vielen Stellen, dass der Heilige Geist handelt, und das kann nur von einer Person gesagt werden. Die folgende Auflistung von neutestamentlichen Bibelstellen soll das deutlich machen und uns gleichzeitig einen gewissen Überblick über die gesegnete Tätigkeit des Heiligen Geistes geben, ohne dass sie den Anspruch auf Vollständigkeit erhebt.

Der Heilige Geist ...

• lehrt die Jünger (Lk 12,12; Joh 14,26; 1. Kor 2,13)
• erinnert an die Worte des Herrn (Joh 14,26)
• zeugt von dem Herrn (Joh 15,26) 

• überführt die Welt von Sünde, Gerechtigkeit und Gericht (Joh 16,8–11)
• leitet Gläubige in die ganze Wahrheit (Joh 16,13)
• verkündigt Jüngern das Kommende (Joh 16,13)
• redet über die Dinge des Herrn (Joh 16,13)
• verherrlicht den Herrn Jesus (Joh 16,14).
• spricht zu Gläubigen (Apg 8,29; 10,19; 11,12; 13,2; 20,23; 21,11; 28,25)
• ermuntert Heilige (Apg 9,31)
• hindert Jünger, etwas zu tun (Apg 16,6)
• verbietet Jüngern, etwas zu tun (Apg 16,7)
• führt die Söhne Gottes (Rö 8,14; Gal 5,18)
• bestätigt mit unserem Geist, dass wir Kinder Gottes sind (Rö 8,16)
• hilft Gläubigen in ihrer Schwachheit (Rö 8,26)
• verwendet sich für Gläubige Gott gemäß (Rö 8,27)
• erforscht die Tiefen Gottes (1. Kor 2,10)
• verteilt nach seinem Willen Gnadengaben (1. Kor 12,11)
• schreibt auf fleischerne Tafeln des Herzens (2. Kor 3,3)
• weissagt Zukünftiges (1. Tim 4,1)
• bezeugt Christen die Sündenvergebung (Heb 10,15)
• ruht auf bekennungsfreudigen Christen (1. Pet 4,14)
• spricht zu Versammlungen (Off 2,7.11.17.29; 3,6.13.22)
• erklärt die Worte Gottes (Off 14,13)
• ruft zu dem Herrn Jesus (Off 22,17)

Kann ein unpersönlicher „Hauch“ einen Willen haben? Kann eine Kraft reden, schreiben, leiten, lehren? Das ist unmöglich. Der Heilige Geist ist eine Person, die aktiv, bewusst und mit Willen handelt.

In der Schrift wird nicht nur gezeigt, dass der Geist Gottes handelt, sondern Er wird auch als jemand vorgestellt, mit dem etwas geschieht. Der Heilige Geist kann ...

• gelästert werden (Mk 3,29.30)
• belogen werden(Apg 5,3)
• versucht werden, das heißt auf die Probe gestellt werden (Apg 5,9)
• bekämpft werden (Apg 7,51)
• betrübt werden (Eph 4,30)
• geschmäht werden (Heb 10,29)

Das alles kann nur von einer Person gesagt werden. Denn wie soll man ein Prinzip traurig machen? Wie einen Einfluss oder eine Kraft belügen?

Der Heilige Geist ist Gott

Viele der angeführten Schriftstellen machen bereits deutlich, dass der Geist nicht nur eine Person, sondern auch Gott ist. Aber weil dieser Punkt so wichtig ist, möchte ich ihn noch etwas ausführlicher beleuchten.

Zunächst: Der Geist wird in der Heiligen Schrift ausdrücklich Geist Gottes genannt (1. Mo 1,2; Mt 3,16). Wir lesen außerdem vom Geist des HERRN (Ri 14,6) und vom Geist des Herrn, HERRN (Adonai Jahwe, Jes 61,1). Ferner wird der Geist Gottes mit den anderen Personen der Gottheit verbunden. So ist die Rede vom Geist des Vaters (Mt 10,20); Geist des Herrn (Lk 4,18; 2. Kor 3,17); Geist Jesu (Apg 16,7); Geist Christi (Rö 8,9) und Geist des Sohnes (Gal 4,6).

Viele Verse in Gottes Wort bestätigen, dass der Heilige Geist eine Person der Gottheit ist, weil Er nicht von Gott (wohl aber vom Vater und Sohn) unterschieden oder weil Er völlig auf eine Stufe mit dem Vater und dem Sohn gestellt wird:

• Sehr deutlich ist Apostelgeschichte 5,3.4 (Hervorhebung hinzugefügt): „Petrus aber sprach: Ananias, warum hat der Satan dein Herz erfüllt, dass du den Heiligen Geist belogen und von dem Erlös des Feldes beiseitegeschafft hast? ... Nicht Menschen hast du belogen, sondern Gott.“
• Die Gläubigen werden Tempel Gottes genannt, weil der Geist Gottes in ihnen wohnt (1. Kor 3,16; vgl. Eph 2,22).
• Gott hat durch den Mund seiner heiligen Propheten im Alten Testament geredet (Lk 1,70). Andere Schriftstellen erklären, dass dies durch den Geist geschah (2. Sam 23,2.3; Apg 1,16; 2. Pet 1,21).
• Die Bibel ist das Wort Gottes; sie ist aber gleichzeitig nichts anderes als das Reden des Geistes (Heb 4,12; 3,7–9; 10,15.16).
• Der Herr Jesus stellte den Heiligen Geist auf eine Stufe mit sich selbst, indem Er Ihn als den „anderen Sachwalter“ bezeichnete (Joh 14,16). Das macht deutlich, dass der Geist genauso eine Person wie der Sohn ist und dass Er genauso Gott ist.
• Der Heilige Geist wird in „einem Atemzug“ in verschiedenen Schriftstellen mit den anderen beiden Personen der Gottheit genannt. Der Herr Jesus sagte: „Geht nun hin und macht alle Nationen zu Jüngern und tauft sie auf den Namen [Einzahl!] des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes“ (Mt 28,19). Und in 2. Korinther 13,13 lesen wir: „Die Gnade des Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen!“ (vgl. auch Mt 3,16.17).

Die Bibel beschreibt die Eigenschaften des Heiligen Geistes. Es sind unzweideutig göttliche Eigenschaften. Denn der Heilige Geist ist ...

• allgegenwärtig (Ps 139,7)
• allwissend (Jes 40,13; 1. Kor 2,11)
• allmächtig (Hiob 26,13)
• souverän (Joh 3,8; 1. Kor 12,4–11)
• ewig (Heb 9,14)

Gottes Wort zeigt ferner, dass der Heilige Geist Menschen vom Tod zum Leben führt. Durch seine Macht sind wir zu Gott gebracht worden. Wer anders als Gott ist imstande, das Werk der Errettung an uns zu vollbringen? Der Heilige Geist ...

• wirkt die Neugeburt (Joh 3,5–8)
• macht lebendig (Joh 6,63; 2. Kor 3,6)
• wäscht, heiligt und rechtfertigt (1. Kor 6,11)
• und gibt auch die Ernte des ewige Lebens (Gal 6,8)

Der Heilige Geist ist Gott! Und Er ist völlig eins mit dem Vater und dem Sohn. Es gibt bei den Personen der Gottheit keine Rangordnung. Deshalb sollten wir auch nicht von der dritten Person der Gottheit sprechen, wenn es um den Geist geht – weil das den Gedanken einer Rangordnung fördert.

Der Heilige Geist und die Lebenspraxis

Der Heilige Geist ist am Tag der Pfingsten auf die Erde herabgekommen, nachdem der Herr Jesus das Werk am Kreuz vollbracht hatte, auferstanden und in den Himmel aufgefahren ist und im Himmel verherrlicht worden war (Apg 2,1–4; Joh 7,39; 16,7). Jetzt wohnt der Geist in der Versammlung (1. Kor 3,16; Eph 2,22) und in jedem Gläubigen (Rö 8,11; 1. Kor 6,19).

Gott wohnt in uns! Wir werden nicht nur von einer Kraft beseelt, sondern Gott, der Heilige Geist, hat Wohnung in uns gemacht. Das ist ein gewaltiger Unterschied, der einen enormen Einfluss auf unsere Lebenspraxis hat. Denn wäre der Geist lediglich eine Kraft, die in mir wirkt, könnte ich meine eigenen Pläne ausführen und mir dabei diese Kraft nutzbar machen. Dann wäre immer noch ich der Impulsgeber und Handelnde. Wenn aber Gott selbst in mir wohnt, muss Er es sein, der meine Überlegungen und Taten kontrolliert und steuert. In diesem Fall bin ich nur ein Werkzeug, das Er verwendet. Ist es nicht ein großer Unterschied, ob ich, als Geschöpf, den Schöpfer für meine Zwecke benutzen will oder ob der allmächtige Gott mich in seiner Gnade gebraucht, um seinen Willen zu tun?

Möge Gott, der Heilige Geist, uns stets leiten und führen! Dann wird der Herr Jesus verherrlicht werden und es werden Ströme des Segens von uns ausgehen.

Gerrid Setzer