Die christliche Visitenkarte - Teil 2: Das Auftreten

Online seit dem 17.05.2016, Bibelstellen: Sprüche 6,16.17

Im Wort Gottes werden die wahren Christen als Licht und Stadt auf dem Berg bezeichnet (Matthäus 5,14). Dies meint, dass unser Christsein nach außen hin zum Guten sichtbar wird – und das umfasst viele Bereiche unseres Lebens, so auch unser Auftreten (gemeint ist hier das öffentliche ‚in Erscheinung treten‘). Als Richtschnur dürfen uns dazu einige Verse aus dem Alten und Neuen Testament dienen.

1.) Hochmut und Herabblicken auf andere Menschen – Sprüche 6,16.17: „Sechs sind es, die der HERR hasst, und sieben sind seiner Seele ein Gräuel: hohe Augen, ...“

Hohe Augen sind solche, die auf andere Personen herabblicken. Dies meint nicht große Personen, die zwangsweise zu kleineren Personen im Gespräch herunterblicken. Es geht hier um die innere Haltung zu anderen, die durch unser Handeln und Auftreten nach außen sichtbar wird. Auswüchse dieses Hochmuts reichen von völliger Ignoranz bis zu demütigendem Verhalten gegenüber Mitmenschen. Wenn wir uns bewusst sind, wer wir selber waren, bevor uns Gott zum Heil berufen hat, wird es uns sicherlich schwerer fallen, uns über andere zu erheben.

2.) Großtun – Matthäus 6,2: „Wenn du nun Wohltätigkeit übst, sollst du nicht vor dir herposaunen lassen, wie die Heuchler in den Synagogen und auf den Gassen tun, damit sie von den Menschen geehrt werden. Wahrlich, ich sage euch, sie haben ihren Lohn schon empfangen.“

Das alte ‚Ich‘ will sich selbst in den Vordergrund stellen. Das kann z.B. durch einen Dienst in der Versammlung sein, oder dass ich mich mit Fähigkeiten und Leistungen vor anderen brüste, oder dass ich allen meine Meinung aufzwänge ... von unserem Herrn finden wir so etwas nicht. Er trat auch nicht großspurig auf, obwohl er menschgewordener Gott war. Und selbst, als man Ihn angriff, machte er nicht von seiner Macht Gebrauch, sondern schwieg (Matthäus 26,63). Unsere Ehre haben wir bei Ihm und wenn wir Gott hier ehren, kann es sein, dass wir schon hier bei Menschen geehrt sind. Doch wenn wir uns selbst erhöhen, müssen wir vielleicht von ihm zu Fall gebracht werden (Lukas 14,11).

3.) Sich von der Welt unterscheiden – Römer 12,2: Und seid nicht gleichförmig dieser Welt, sondern werdet verwandelt durch die Erneuerung eures Sinnes, ...“

Der Christ soll nicht gleichförmig dieser Welt sein, das heißt es soll erkennbar sein, dass er nicht ein Teil von ihr ist. Da wir mit den meisten Menschen, denen wir begegnen, gar nicht sprechen, hat auch unsere Kleidung eine wichtige Bedeutung. Denn obwohl wir uns ordentlich, gepflegt und auch ansprechend kleiden dürfen, sollten wir uns bewusst von den Gepflogenheiten dieser Welt absondern. Würden wir ein Totenkopf-T-Shirt oder aufreizende Kleidung im Alltag tragen, wenn der Herr leibhaftig bei uns wäre? Hoffentlich nicht! In diesem Zusammenhang kann gerade auch ein neu bekehrter Christ den Wechsel seiner Kleidung bewusst dazu nutzen, um der Welt deutlich zu machen, dass er kein Teil mehr von ihr ist.

4.) Durch Kleidung zur Sünde verleiten – 1. Timotheus 2,9: „Ebenso auch, dass die Frauen sich in bescheidenem Äußeren mit Schamhaftigkeit und Sittsamkeit schmücken, ...“

Für die Frau hat Gott eine spezielle Aufgabe, wenn es um ihr Erscheinungsbild geht, denn sie darf durch Keuschheit den Herrn ehren. Welche Zierde ist es für sie, wenn sie hierin dem Wort Gottes entspricht! Denn sie hat durch ihre verliehene Schönheit auch eine große Verantwortung: Wenn Frauen sich nicht gottgemäß kleiden, können Männer in Versuchung geraten und letztlich auch zu Fall kommen.

5.) Untadeliges Wandeln – Philipper 2,15: „... damit ihr untadelig und lauter seid, unbescholtene Kinder Gottes inmitten eines verdrehten und verkehrten Geschlechts, unter dem ihr scheint wie Lichter in der Welt, ...“

Als Christen stehen wir permanent unter Beobachtung der Welt, die nur darauf wartet, dass wir versagen, damit sie sich selbst rechtfertigen und uns tadeln kann. Deshalb sollten wir sehr darauf achthaben, wie unser Auftreten wahrgenommen wird. Wir wollen der Welt keinen Anreiz zur Lästerung geben, sondern sie durch gottgemäßes Verhalten in ihrer Sünde überführen.

Marc Schultz