Die christliche Visitenkarte – Teil 3: Das Essen und Trinken

Online seit dem 30.06.2016, Bibelstellen: 1. Könige 10,4.5

Im Wort Gottes werden die wahren Christen als Licht und Stadt auf dem Berg bezeichnet (Matthäus 5,14). Dies bedeutet, dass unser Christsein nach außen hin zum Guten sichtbar wird – und das umfasst viele Bereiche unseres Lebens, so auch die Art und Weise, wie wir in der Öffentlichkeit und auch in unseren Häusern Speise und Trank zu uns nehmen.

1.) Mit Würde trinken – Richter 7,5: „Er führte das Volk ans Wasser hinab. Und der HERR sprach zu Gideon: Jeder, der mit seiner Zunge vom Wasser leckt, wie ein Hund leckt, den stelle besonders; und auch jeden, der sich auf seine Knie niederlässt, um zu trinken.“

In dem vorangestellten Vers geht es darum, dass Gott eine Auswahl unter den Leuten trifft, die Gideon in eine Schlacht folgen sollen. Das Kriterium dabei ist, wie die durstigen Krieger die Erfrischung aus dem Gewässer zu sich nehmen.

Zwar dürften wir kaum in eine vergleichbare Situation kommen, doch können wir auch aus dieser Begebenheit lernen. Es wird nämlich deutlich, dass es Gott nicht egal ist, wie wir trinken. Es kann sogar ein Beurteilungskriterium unseres Zustandes sein.

Wie das Trinken im Detail aussehen soll, ist mit Sicherheit nicht pauschal zu verallgemeinern und auch vom Kulturkreis abhängig. Aber wir wollen daran denken, dass wir auch in dieser Sache unseren Mitmenschen Gottes Willen vorleben können. Generell ist es gut, nicht übermäßig zu konsumieren und auch durch unsere Haltung auszudrücken, dass wir gesittet sind und uns unter Kontrolle haben.

2.) Königliche Speise bereiten – 1. Könige 10,4.5: „Als die Königin von Scheba alle Weisheit Salomos sah und das Haus, das er gebaut hatte, und die Speise seines Tisches und das Sitzen seiner Knechte und das Aufwarten seiner Diener und ihre Kleidung und seine Mundschenken und seinen Aufgang, auf dem er in das Haus des HERRN hinaufging, da geriet sie außer sich.“

Es ist doch bemerkenswert, dass die Speise im Haus Salomos selbst einer Königin noch imponierte. Man könnte sich fragen, was es genau war, das Salomo da hatte auftischen lassen. Und sicherlich können wir davon ausgehen, dass es sich nur um die feinsten Speisen des Landes handelte.

Zwar verfügen die meisten von uns nicht über die Ressource eines Salomo und können deshalb nichts Vergleichbares bieten. Doch trotzdem hat dieser Vers uns allen etwas zu sagen. Denn wir können davon ausgehen, dass in dem aufgetischten Mahl die Weisheit Salomos sichtbar wurde. Es war mit Aufwand und Verstand hergerichtet. Auch dürfte es sich um Speise gehandelt haben, die sehr gut mundete und darüber hinaus sehr zur körperlichen Stärkung beitrug. Vielleicht kamen noch mehr Aspekte zum Tragen. Darüber hinaus wurde für Gäste sicherlich ein besonderes Mahl aufgetischt, wie man es für sich selbst nicht bereiten würde.

3.) Wenn unser Bauch unser Gott ist – Philipper 3,18.19: „Denn viele wandeln, von denen ich euch oft gesagt habe, nun aber auch mit Weinen sage, dass sie die Feinde des Kreuzes des Christus sind: deren Ende Verderben, deren Gott der Bauch und deren Ehre in ihrer Schande ist, die auf das Irdische sinnen.“

Dieser Vers ist drastisch und auch leicht verständlich. Es geht eindeutig daraus hervor, dass wir Christus verunehren, wenn wir unseren Bauch vor seine Interessen stellen. Dies kann sich in vielen Verhaltensweisen zeigen. Vielleicht habe ich jetzt gerade einen Auftrag vom Herrn bekommen, will aber unbedingt in meinem Lieblingsrestaurant ein saftiges Steak essen und kann deshalb diese Aufgabe nicht wahrnehmen …

Vielleicht bin ich einfach maßlos in meinem Essen und schaufele manchmal einfach alles in mich hinein, was mir in die Quere kommt. Denken wir daran: Unser Körper ist ein Tempel, in dem der Heilige Geist wohnt. Und denken wir auch daran, wer der Geber aller Gaben ist – ihm gebührt auch beim Essen die Ehre.

4.) Nachfolge kann am Esstisch beginnen – Markus 2,15: „Es geschah, dass er in seinem Haus zu Tisch lag; und viele Zöllner und Sünder lagen zu Tisch mit Jesus und seinen Jüngern, denn es waren viele, und sie folgten ihm nach.“

Es ist sehr interessant, dass im hier beschriebenen Zusammenhang davon gesprochen wird, dass ihm viele nachfolgten. Es würde wahrscheinlich zu weit gehen, wenn wir den Grund für das Nachfolgen der mit Jesus zu Tisch liegenden Sünder auf das gemeinsame Essen mit ihm reduzieren würden. Wir können aber annehmen, dass es einen Beitrag dazu leistete. Der Herr teilte sicherlich gütig aus (sowohl Nahrung als auch das Wort), verhielt sich gesittet und würdevoll, war nicht maßlos und hatte ein gutes Gespür für die Bedürfnisse der mit ihm zu Tisch Liegenden und auch der Dienenden (die „Sünder“, seine Jünger und diejenigen, die das Essen brachten). Alle werden am Tisch gespürt haben, dass er ein besonderer Mensch, ja menschgewordener Gott war.

Wie ist das bei uns, teilen wir gütig aus? Sind wir gastfrei? Was hören die Menschen (unsere Geschäftspartner, unsere Familie, Besucher), wenn sie mit uns essen? Haben wir ein Gespür für die Bedürfnisse der mit uns Speisenden, sowohl leiblich als auch geistig? Würdigen wir diejenigen, die uns das Essen bereiten und bringen (zu Hause mit Dank, im Restaurant z.B. mit Freundlichkeit und Trinkgeld)? Regen wir zur Nachfolge Jesu an?

Marc Schultz