Viele Diademe

Online seit dem 09.12.2016, Bibelstellen: Lukas 4,5-7; Offenbarung 12,3.9; 13,1.2; 19,11.12

„Und der Teufel führte ihn auf einen hohen Berg und zeigte ihm in einem Augenblick alle Reiche des Erdkreises. Und der Teufel sprach zu ihm: Ich will dir alle diese Gewalt und ihre Herrlichkeit geben; denn mir ist sie übergeben, und wem irgend ich will, gebe ich sie. Wenn du nun vor mir anbeten willst, soll sie alle dein sein“ (Lk 4,5–7).

Die Frage, ob Satan wirklich die Macht hatte, die er hier für sich beansprucht, wird, wie jede andere Frage auch, von Gottes Wort selbst beantwortet. Wir verstehen, dass das Ziel der Versuchung war, den Herrn dazu zu verleiten (wenn das möglich gewesen wäre), die Herrschaft über die Reiche der Welt aus der Hand Satans anzunehmen – statt aus der Hand Gottes – und ohne das Kreuz. Diese Schlinge wurde durch das unbesiegbare Schwert des Geistes abgewehrt: „Du sollst den Herrn, deinen Gott, anbeten und ihm allein dienen.“

Wir blicken voraus auf spätere Tage, wenn es jemanden geben wird, der seine Herrschaft von Satan empfängt. In Offenbarung 12,3 finden wir die Vision eines großen roten Drachen, der in Vers 9 „die alte Schlange, der Teufel und Satan“ genannt wird, der sieben Köpfe und zehn Hörner hat und sieben Diademe auf seinen Köpfen. Im nächsten Kapitel (Off 13,1) finden wir ein Tier, das aus dem Meer heraufsteigt und sieben Köpfe und zehn Hörner hat und auf seinen Hörnern zehn Diademe; und im nächsten Vers lesen wir: „Und der Drache gab ihm seine Macht und seinen Thron und große Gewalt.“

Ohne ins Detail zu gehen, können wir sagen, dass dieses Tier ein Bild des Hauptes des wiedererstandenen Römischen Reiches ist und dass es jede Art von Regierungsgewalt hat (den die Zahl Sieben spricht von Vollständigkeit) und dass zehn Reiche – die zehn Reiche der Prophetie –, die in den zehn Hörnern mit ihren entsprechenden Diademen zu sehen sind, seinen Herrschaftsbereich bilden und seine Herrschaft anerkennen werden. Daraus erkennen wir, dass Satan zu jener Zeit die Herrschaft über die Reiche der Welt in seinem Besitz hat, und dass er sie einem verleiht, der ihn angebetet hat – wie man im zweiten Teil von Offenbarung 13 erkennen kann. Aber Christus lehnte, wie wir sahen, das Geschenk aus Satans Händen ab. Er, der Herrliche, Vollkommene, Abhängige, wollte nichts, weder den „Kelch“ noch die Herrlichkeit, aus anderen Händen als denen seines Vaters annehmen.

Und wenn wir noch weiter nach vorne blicken, werden wir sehen, dass es Satan nur für kurze Zeit gestattet wird, den Menschen mit seinem goldenen Köder zu verlocken, und das auch nur, um all die Tiefen des bösen Herzens des Menschen zu offenbaren, bevor das Gericht sowohl auf den Menschen als auch auf ihn selbst herabfällt.

Gott gibt seine Rechte niemals auf noch lässt er es zu, dass seine Ratschlüsse durchkreuzt werden; und so sehen wir in Offenbarung 19 die Himmel geöffnet, und ein weißes Pferd hervorkommen: „Und der darauf saß, genannt Treu und Wahrhaftig, und er richtet und führt Krieg in Gerechtigkeit. Seine Augen aber sind eine Feuerflamme, und auf seinem Haupt sind viele Diademe.“ Bald werden die Diademe auf dem Haupt des rechtmäßigen Herrschers sein, „und er trägt auf seinem Gewand und auf seiner Hüfte einen Namen geschrieben: König der Könige und Herr der Herren“. Der Mensch ist für immer entthront, und Christus, der geduldig auf die Zeit gewartet hat, wenn sein Vater seine herrlichen Ratschlüsse erfüllen wird, wird bald alle Dinge seinen Füßen unterworfen haben. Auf seinem Haupt sind viele Diademe; denn sein ist die Fülle aller Herrschaft, und zwar rechtmäßig. Er, der der Erniedrigte war, ist dann der Erhöhte, sowohl auf der Erde als auch im Himmel.

Edward Dennett