Danken ist essenziell
Dankbarkeit ist eine wichtige Tugend. Und Dankbarkeit ist etwas, was uns von Natur aus nicht „liegt“. Die Sünder sind durch Undankbarkeit charakterisiert, sie werden darum die „Undankbaren“ (Lk 6,35) genannt. Gerade die letzten Tage sind dadurch gekennzeichnet, dass die Menschen undankbar sind (2. Tim 3,2).
Wenn Gott von Milliarden von Menschen nicht den Dank bekommt, der ihm zusteht, dann sollten wir, die Gläubigen, an ihrer Stelle Gott danken (1. Tim 2,1). Dank für all die tausend Dinge, die wir als Geschöpfe zu uns nehmen. Dazu gehört das Essen, das Gott zur Annahme mit Danksagung geschaffen hat (1. Tim 4,1). Als Gott die Nahrungsmittel schuf, da dachte er also schon an den Menschen, der sie nicht nur annehmen, sondern auch Dank dafür darbringen sollte – „Annehmung mit Danksagung“.
Aber wir Kinder Gottes können für Dinge danken, für die die Kinder dieser Welt nicht danken können. Wir wurden gereinigt von der Schuld unserer Sünde.[1] Und Gott hat uns darüber hinaus gesegnet mit jeder geistlichen Segnung in den himmlischen Örtern (Eph 1,3).
Danksagen in allem und für alles
Es ist der ausdrückliche Wille Gottes, dass wir danksagen in allem (1. Thes 5,18). Das bedeutet, dass wir in jeder Situation etwas finden, wofür wir danken können, und das dann auch tun. Ein Beispiel: Wir liegen im Krankenhaus und danken dem Herrn dafür, dass die Erlösung unseres Leibes bald geschehen wird.
Doch Epheser 5,20 geht noch weiter: Wir sollen allezeit danksagen für alles. Da denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Guten mitwirken, können wir auch für alle Dinge danken. Und zwar sollten wir dies allezeit tun, also nicht erst im Nachhinein, wenn wir sehen, was Gott uns für Segenswege geführt hat. Das geht wirklich sehr, sehr weit! Und jeder wird empfinden, dass wir das bisher kaum umgesetzt haben.[2]
Störfaktoren für die Dankbarkeit
Ein Störfaktor für die Dankbarkeit ist der Eigenwille. Wenn ich unbedingt meinen Willen bekommen will, was bekanntlich nicht funktionieren kann, dann werde ich wegen unerwünschter Wünsche eines Tages anfangen zu murren.
Ein großes Problem ist auch der Neid. Der Eigenwille sieht auf das, was man selbst nicht hat, unabhängig davon, was andere haben. Der Neid frisst die Dankbarkeit aus der Seele, weil wir damit beschäftigt sind, was ein anderer hat und was ich nicht habe. Meine Wünsche und das, was andere haben, verschleiern uns schnell den Blick für die Gaben und Führungen Gottes, die wir bekommen haben.
Ein weiterer großer Störfaktor: das Beschäftigtsein mit dem Bösen. Manche Geschwister geistern ständig durchs Internet, um herauszufinden, was es alles für Fehlentwicklungen in der Christenheit gibt. Eine gewisse Kenntnis davon ist legitim, und es gibt hier auch besondere Aufträge des Herrn, um gegen das Böse vorzugehen. Dennoch sollten wir uns zuallererst von dem Guten Gottes nähren. Das ist Speise für unsere Seele und macht sie dankbar. Das vermag die Sünde anderer Leute gewiss nicht zu tun!
Lassen wir uns durch nichts davon abbringen, unserem Gott allezeit zu danken!
Fußnoten:
- Wir sollten nun nicht zu den Neun von Zehn gehören, die Gott dafür nicht danken (vgl. Lk 17,11–19).
- Wenn wir das anderen vorstellen wollen, müssen wir sehr behutsam sein. Wir sollten es auch nicht so machen wie jener Bruder, der bei einem Kondolenzbesuch die Witwe fragte: „Hast du schon für den Heimgang deines Mannes gedankt?“ Das war sicher unweise und unpassend.
