Gesalzen mit Feuer und Salz

Online seit dem 18.02.2017, Bibelstellen: Markus 9,49.50

Jeder wird mit Feuer gesalzen werden, und jedes Schlachtopfer wird mit Salz gesalzen werden. Das Salz ist gut; wenn aber das Salz salzlos geworden ist, womit wollt ihr es würzen? Habt Salz in euch selbst, und seid in Frieden untereinander (Mk 9,49.50).

Diese prägnanten Worte des Herrn Jesus sind nicht leicht zu verstehen. Um sie gut einordnen zu können, müssen wir uns zunächst mit den Begriffen Feuer und Salz beschäftigen. Feuer ist ein Bild der prüfenden und verzehrenden Heiligkeit Gottes sowie seiner Strafe und seines Zorns (5. Mo 4,24; Jes 10,17; Klgl 2,4). Salz ist ein Bild von der Kraft, die vor Verderben und Zerstörung bewahrt. Im Altertum wurde Salz besonders für das Konservieren von Speisen verwendet: Salz schützt vor Fäulnis und sorgt dafür, dass das Gute erhalten bleibt.

Jeder wird mit Feuer gesalzen

Mit der Aussage, dass jeder „mit Feuer gesalzen“ wird, schließt der Herr offenbar an die Warnung an, die Er unmittelbar vorher ausgesprochen hat: Menschen, die nicht mit der Sünde brechen wollen, werden in die Hölle geworfen werden. Die Hölle ist der Ort eines Feuers, das niemals erlöschen wird, was in diesem Abschnitt fünfmal gesagt wird (Mk 9,43–46.48). Mit Feuer gesalzen zu werden bedeutet: Jeder, der in seinen Sünden stirbt, wird ewig und unabänderlich unter dem Gericht Gottes stehen. Das Feuer wird seine Existenz nicht auslöschen, sondern der elende Zustand wird für immer bleiben.

Aber das ist noch nicht alles, was uns hier gezeigt wird. Denn es heißt, dass jeder mit Feuer gesalzen wird – also auch die wahren Jünger Jesu, die ins Leben und ins Reich Gottes eingehen werden. Das Feuer der göttlichen Heiligkeit kann uns als Person nicht treffen, weil der Herr Jesus am Kreuz unsere Strafe längst getragen hat (vgl. Joh 3,18; Jes 53,5). Aber unsere Werke müssen der prüfenden Gerechtigkeit Gottes am Richterstuhl des Christus ausgesetzt werden. Davon spricht 1. Korinther 3,12–15: „Wenn aber jemand auf diesen Grund baut Gold, Silber, wertvolle Steine, Holz, Heu, Stroh, so wird das Werk eines jeden offenbar werden, denn der Tag wird es klarmachen, weil er in Feuer offenbart wird; und welcherart das Werk eines jeden ist, wird das Feuer erproben. Wenn das Werk jemandes bleiben wird, das er darauf gebaut hat, so wird er Lohn empfangen; wenn das Werk jemandes verbrennen wird, so wird er Schaden leiden, er selbst aber wird gerettet werden, doch so wie durchs Feuer.“ An diesem Tag wird unser Lebenswerk von dem Herrn Jesus geprüft werden, und es wird alles verbrennen, was wertlos ist für Gott. Aber das, was Er in uns gewirkt hat, wird zu seiner Ehre in Ewigkeit bleiben. Wir werden unseren Lohn nicht verlieren – nicht einmal den Lohn, den es für den einen Becher Wasser geben wird, den wir in seinem Namen gereicht haben (Mk 9,41).
*Die Gottlosen werden in der Hölle nicht vernichtet werden (sondern ewige Strafe erleiden). Und genauso wenig wird der Lohn der Gläubigen zerstört werden.

Jedes Schlachtopfer wird mit Salz gesalzen

Wir haben gesehen, dass jeder der prüfenden Heiligkeit Gottes unterzogen wird, wenn auch auf ganz verschiedene Weise. Aber jetzt spricht der Herr nur noch von jedem Schlachtopfer: „Jedes Schlachtopfer wird mit Salz gesalzen werden.“ Mit den Schlachtopfern sind an dieser Stelle die Gläubigen gemeint; nur sie können ein Leben führen, das zur Ehre Gottes ist. Es ist ihr vernünftiger Dienst, ihre Leiber darzustellen als ein lebendiges, heiliges, Gott wohlgefälliges Schlachtopfer (Rö 12,1).

Dass jedes Schlachtopfer mit Salz gesalzen wird, erinnert an die Vorschrift im Alten Testament, nach der alle Opfergaben des Speisopfers mit Salz – das vor Verderben schützt – dargebracht werden sollten (3. Mo 2,13).

Jeder, der sich Gott als ein lebendiges Schlachtopfer weihen will, wird erfahren, dass der heilige Gott an ihm wirkt, um ihn vor sündigen Wegen zu bewahren und zur Einsicht über verkehrte Dinge zu bringen. Der Vater im Himmel heiligt seine Kinder durch die Wahrheit seines Wortes, und Er züchtigt sie, damit sie seiner Heiligkeit teilhaftig werden (Joh 17,17; Heb 12,10).

Gutes und salzloses Salz

Der Herr sagt weiter: „Das Salz ist gut.“ Die heiligende Kraft Gottes ist gut. Auch die Weihe ist gut, die dadurch bei uns hervorgerufen wird. Aber leider können wir Christen uns dem Wirken Gottes verschließen, indem wir das Gebet und Gottes Wort vernachlässigen und uns den sündigen Dingen dieser Welt öffnen. Unsere geistliche Kraft schwindet dann – das Salz ist nicht mehr gut, sondern wirkungslos.

Wenn wir den Geist Gottes so durch unseren Eigenwillen betrüben – woher soll geistliche Kraft und Hingabe kommen, woher die heilige Energie, die das „Auge herausreißt“ (vgl. Mk 9,47)? Wenn wir nicht das in Anspruch nehmen, was Gott uns in seiner Gnade gibt, um ein Leben nach seinen gerechten Maßstäben zu führen, ist unser Zustand in der Tat hoffnungslos. „Wenn aber das Salz salzlos geworden ist, womit wollt ihr es würzen?“

Salz in uns selbst

Gott „salzt“ jedes Schlachtopfer, das ist sein Wirken. Aber es ist unsere Verantwortung, Salz in uns selbst zu haben, indem wir die Heiligkeit vollenden in der Furcht Gottes (2. Kor 7,1). Als Jünger Jesu sollten wir uns durch die Macht der Gnade Gottes vom Bösen trennen, damit die Welt erkennen kann, dass wir zum Reich Gottes gehören.

Wenn wir Salz in uns selbst haben, werden wir in der Praxis unseres Christenlebens auch Salz der Erde sein (Mt 5,13). Nur wenn wir das Böse in unserem Leben im Licht von Gottes Wort verurteilen, können wir einen heiligenden Einfluss ausüben und ein glaubwürdiges Zeugnis in dieser Welt sein. Doch dieser Gedanke wird in Markus 9 nicht ausgeführt, sondern der Herr kommt auf das Verhältnis der Jünger untereinander zu sprechen.

In Frieden untereinander

Haben wir Salz in uns selbst, dann gehen wir in Selbstgericht unseren Weg und werden nicht dazu verleitet, unser Ich groß zu machen und mit anderen darüber zu streiten, wer denn für den Größten zu halten sei (Mk 9,34). Wir entwickeln auch kein elitäres Gruppendenken, kein Wir-Gefühl, was uns dahin bringt, in falschem Eifer andere Jünger von ihrem segensreichen Dienst für Christus abzuhalten (Mk 9,38).

Wir verknüpfen vielleicht den Frieden untereinander nicht so eng mit unserer persönlichen Heiligkeit. Aber gerade das finden wir an dieser Stelle und auch anderswo in Gottes Wort. „Jagt dem Frieden nach mit allen“, lesen wir in Hebräer 12,14, „und der Heiligkeit, ohne die niemand den Herrn schauen wird.“ Wo Heiligkeit ist, gedeiht der Frieden. Das wollen wir gut bedenken.

Gerrid Setzer