Die biblische Schilderung der Weltgeschichte

Online seit dem 12.02.2018

Das Wort Gottes zeigt uns die Vergangenheit und spannt einen Bogen bis zur Zukunft. Es stellt uns dabei vor, welche Ereignisse für Gott besondere Relevanz hatten und haben. Und es ist uns eine verlässliche Quelle, wenn wir die irdischen Geschehnisse verstehen wollen.
Die nachfolgende Zusammenfassung der weltgeschichtlichen Ereignisse, die die Bibel schildert, ist grob gefasst und bietet Anreiz zu weiterem Studium.

Zwecks Übersichtlichkeit unterteilen wir die Geschichte in sechs Blöcke:
1. Schöpfung (ca. 4.000 v. Chr.)
2. Paradies (ca. 4.000 v. Chr. – ?)
3. Von der Vertreibung aus dem Paradies bis zur Flut (? – ca. 2.400 v. Chr.)
4. Die erste Zeit nach der Flut (ca. 2.400 v. Chr. – 2.200 v. Chr.)
5. Volk Israel (ca. 2.200 – ca. 70 n. Chr.)
6. Gnadenzeit (ca. 33 n. Chr. – heute)

1. Schöpfung
Die Schöpfung ist ein außerordentlicher Akt, der unser Verstehen übersteigt. Wir können ihn kaum, und wenn dann nur sehr dürftig, umschreiben: Aus einem ewigen Zustand heraus erschafft Gott Himmel und Erde (s. 1. Mose 1,1). Dabei wird uns Stück für Stück das göttliche Vorgehen und die Reihenfolge vorgestellt. Gott sprach und es wurde (s. 1. Mose 1,3). Zuletzt krönt er sein Schaffen am sechsten Tag der sogenannten ‚Schöpfungswoche‘ mit dem Menschen, bevor der Schöpfungs-Vorgang am siebten Tag mit seinem Ruhen endet (s. 1. Mose 1,26 und 1. Mose 2,2).

2. Paradies
Es ist nur begrenzt möglich, das Paradies hinsichtlich seiner physischen Eigenschaften zu beschreiben, da zwischen uns heute und dem Paradies damals wesentliche, einschneidende Ereignisse liegen: Erstens der Sündenfall, zweitens die Sintflut.
Die ersten Menschen Adam und Eva lebten auf der Erde im Paradies, im Garten Eden (s. 1. Mose 15,1). Es gab keine Einschränkungen, außer dass nicht vom Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen gegessen werden durfte (s. 1. Mose 2,17). Alles war in vollkommener Harmonie. Der Garten zeigt auch den völligen Einklang zwischen Mensch und Natur. So war das Sprechen der Schlange die Eva verführte, für sie offenbar nichts Ungewöhnliches (s. 1.Mose 3,1.2).

Zu Beginn dieser ersten Schöpfung gab es keine Sünde. Gott und Mensch konnten direkt Gemeinschaft miteinander haben. Doch gab es schon zu dieser Zeit Böses, denn Satan in Form der Schlange trat ja bereits auf, um die Menschen zu verführen.

Satan bringt die ersten Menschen dazu, das einzige Gebot Gottes zu übertreten. Die Folgen für Mensch und Schöpfung sind katastrophal: Der Mensch erkennt nun Böses und Gutes, er wird fähig, zu sündigen (s. 1. Mose 3,22). Die Sünde kommt in die Welt und korrumpiert alles – für den Menschen, für die Tiere und die Pflanzen bedeutet es, dass sie einmal sterben bzw. vergehen müssen. Entsprechend seinem heiligen Wesen handelt Gott, indem er Mensch, Tiere und Erde mit den schlimmen Folgen des Sündenfalls belegt und die Menschen aus dem herrlichen Ort „Garten Eden“ verbannt (s. 1. Mose 3,14–19). Eden wird nicht direkt vernichtet, aber der Zugang wird von Cherubim und Schwert bewacht (s. 1. Mose 3,23.24).

3. Von der Vertreibung aus dem Paradies bis zur Flut
Zwar kannte auch die zweite Generation der Menschen den direkten Kontakt mit Gott (s. 1. Mose 4,6), aber das hielt sie nicht von Mord ab (s. 1. Mose 4,8). Von diesem Zeitpunkt an breiten sich die Menschen weiter über die Erde aus (s. 1. Mose 4,16).

Dann geschah ein weiteres einschneidendes Ereignis: Die Engel begehrten die menschlichen Frauen und zeugten Nachkommen mit Ihnen (s. 1. Mose 6,2). Das war ein klarer Verstoß gegen Gottes Ordnung (s. 1. Mose 7,14; 2. Mose 22,18). Gott ahndete dies, indem er diese Engel in den Abgrund setzte (s. 2. Petrus 2,4). Das Resultat dieser Verbindung, die Riesen, ließ Gott aber noch am Leben. Diese Wesen waren männliche Giganten (die Bibel berichtet nur von Riesen mit Männer-Namen) und sie brachten ein großes Maß an Gewalt und Brutalität auf die Erde. So spitzten sich Gewalt und Verderb auf der Erde derart zu, bis es Gott in seinem ewig-göttlichen und vollkommenen Herzen schmerzte (s. 1. Mose 6,6).

Deshalb veränderte Gott die gesamte Erde nachhaltig, in dem er eine Flut über sie brachte, um alles auszulöschen, was verdorben war (s. 1. Mose 6,7). Das bezog die Menschen, aber auch die damaligen Riesen, mit ein. Nur Noah entsprach noch Gottes Anspruch. Er war durch die Gnade „vollkommen“ (s. 1. Mose 6,9). Deshalb machte Gott in seiner Gnade mit ihm und seinen Nachkommen einen Neuanfang (s. 1. Mose 9,1).

4. Die erste Zeit nach der Flut
Bereits in der zweiten Generation nach der Flut gibt es eine Rebellion, die sich direkt gegen Gott richtet. Ein Turm, der bis an den Himmel reicht, sollte gebaut werden (s. 1. Mose 11,4). Die Beschreibung Nimrods in der Bibel, einem Urenkel Noahs, und ergänzende Geschichtsschreibung erlauben den Schluss, dass dies unter seiner Führung geschah (s. 1. Mose 10,8).

Weil dies ein erneuter Affront gegen Gott war, und weil Gott versprochen hatte, die Welt nicht mehr durch Flut zu verderben, zerstreute er jetzt die Menschen, die bis dahin alle noch dieselbe Sprache hatten, indem er ihnen unterschiedliche Sprachen gab (s. 1. Mose 11,8).

Einige Zeit später, aber vermutlich noch zur Zeit der Herrschaft Nimrods, beruft Gott Abraham. In dieser Zeit ist die Menschheit, besonders in Babel, bereits dem Götzendienst verfallen. Gottes Plan ist es, sich ein Volk von den Nationen abzusondern, das ihn ehrt. Dieses Volk begründet er mit dem Mann Abraham aus Ur in Chaldäa und dessen Nachkommen Isaak und Jakob (s. 1. Mose 12,1).

5. Volk Israel
Das Volk Israel geht zurück auf die 12 Söhne Jakobs welche die Urväter der 12 Stämme sind; daher wird Jakob auch Israel genannt (s. 1. Mose 35,12). Die Geschichte Israels als Volk beginnt in Ägypten. Joseph, einer der Söhne Jakobs, wurde von seinen Brüdern dorthin verkauft (s. 1. Mose 37,27). Von Gott geführt, wird Joseph der mächtigste Mann im Land durch das Siegel des Pharao (s. 1. Mose 41,42). Wegen einer Hungersnot kommt Josephs Familie zu ihm nach Ägypten, wo das Volk beginnt, zu wachsen (s. 1. Mose 47,27).

Der nächste Herrscher Ägyptens kennt die Verdienste Josephs nicht und unterdrückt das israelische Volk, bis Gott es durch seinen Diener Mose aus Ägypten, 40 Jahre durch die Wüste, bis nach Kanaan bringt (s. 2. Mose 1,8). Auf dem Weg dorthin gibt Gott ihnen das Gesetz, durch das Israel sich absondern soll, in dem es den darin enthaltenen Willen Gottes befolgt (s. 2. Mose 24,12). Doch in der Wüste versündigen sich die Kinder Israel und Mose, daher muss diese Generation vor Einzug in das verheißene Land sterben (s. 4. Mose 14,21–23). Erst Josua bringt die nächste Generation des Volkes 40 Jahre nach Beginn des Auszugs in das verheißene Land (s. Josua 1,2 ff., Josua 5,6).

Gott teilt allen Stämmen ein Gebiet, ein Erbteil, zu (s. Josua 13,7 ff). Er verpflichtet das Volk, die Bewohner, Götzendiener und eine neue Generation von Riesen, zu vertreiben bzw. zu beseitigen. Doch nur der Stamm Juda beseitigt einen größeren Teil der Landesbewohner in ihrem Erbteil des Landes (s. Richter 1,18.19). Die anderen Stämme unterjochen die Bewohner oder gehen Verbindungen mit ihnen ein (s. Josua 15,63, Josua 16,10 & Richter 1,27).

So können sie nicht den vollen Umfang der Verheißung Gottes empfangen und weichen immer wieder von Gott ab. Deshalb bringt er sie immer wieder durch die Bewohner des Landes in Not, um sie auf den Weg mit ihm zurückzubringen. Dazu erweckt er auch Richter (s. Buch der Richter) und Könige (s. Buch Samuel, Könige & Chronika).

Bereits nach dem dritten König, Salomo, zerfällt Israel in das sogenannte Nord- bzw. Südreich (s. 1. Könige 12,16–20). Es wechseln sich gottlose mit einigen gottesfürchtigen Königen in der Herrschaft über die beiden Reiche ab. Immer wieder werden Stämme in Gefangenschaft weggeführt oder Teile des israelischen Gebiets besetzt. Letztlich kehren aus der letzten großen Wegführung nur noch Juden und Benjaminiter zurück (s. Esra 1,5).
Hier ist ein Einschub zu erwähnen: „Die Zeit der Nationen.“ Die Zeit der Nationen begann zur Zeit des König Nebukadnezar, der von Gott Herrschaft und Macht erhielt (Daniel 2,37). Von diesem Zeitpunkt an ist das Volk Israel beiseite gesetzt, bis Gott die Vormachtstellung Israels wiederherstellt (s. Jeremia 31).

Wir haben bereits gesehen, dass trotzdem ein kleiner Teil des Volkes unter der Leitung Esras aus der Gefangenschaft in das Land zurückkehrte, um den zwischenzeitlich zerstörten Tempel wieder aufzubauen. Und dieser Überrest blieb auch im Land, stand aber bis zum zwischenzeitlichen Zerfall unter Besatzung. Zuletzt herrschten dort die Römer, die die vorangegangenen Reiche ablösten (s. Daniel 2,27–40 & Johannes 18,31).
Die Geschehnisse dieser Zeit rücken jedoch in den Hintergrund für ein Ereignis, dass die ganze Welt in großer und besonderer Weise veränderte: Gott wurde Mensch (s. Galater 4,4). Jesus Christus, der ewige Schöpfer Gott (s. Sprüche 8,30), lässt sich herab und kommt als kleines Baby auf diese Erde (s. Lukas 2,12) mit dem Ziel, ein vollkommenes Opfer zu bringen, dass die Sünde der Welt wegnehmen kann (s. Johanne 1,29 & Epheser 1,7). Dieses wunderbare Werk ist der Schlüssel zum Heil für alle Menschen (s. 2. Timotheus 1,10). Weil Jesus kam, um zu leiden und zu sterben und das auch wirklich tat und danach wieder auferstand, ist der Tod ein besiegter Feind (s. Offenbarung 1,18). Kein Mensch muss mehr ins Gericht und jeder darf Gott seinen Vater nennen – wenn er seine Sünde vor Gott bekennt und an das vollkommene Werk des Herrn Jesus glaubt, der auferstanden- und Mittler zwischen Gott und Mensch (s. 1. Timotheus 2,5) ist.

Nur kurze Zeit, nachdem der Herr Jesus auferstanden und zurück in den Himmel gegangen ist, wird der Tempel in Jerusalem erneut vernichtet (ca. im Jahr 70) und die Israeliten werden in der ganzen Welt zerstreut.

6. Gnadenzeit
Wir leben bis heute in der sogenannten Gnadenzeit (vgl. Römer 5,15). Sie ist die direkte Folge des Erlösungswerks unseres Herrn Jesus Christus (s. Titus 2,11). Jeder Mensch ist eingeladen, zu Gott kommen und das Evangelium der Gnade zu glauben (s. Johannes 3,16). Das währt solange, bis der Herr Jesus wiederkommt, um die zu sich zu holen, die ihm angehören.

Es sei noch erwähnt, dass auf die Gnadenzeit die Zeit der Drangsal folgt (s. Hesekiel 28,25). Das Volk Israel ist bis heute noch in der Zerstreuung, aber ein Teil der Juden ist bereits in das verheißene Land zurückgekehrt. Nach dieser Zeit der Drangsal kommt der Herr Jesus erneut wieder – zum Gericht (s. Offenbarung 19,15).

Mit den Auserwählten, die die Verfolgung überlebt haben, und nicht ins Gericht kommen, richtet er ein neues irdisches Reich auf – das 1.000-jährige Reich (s. Offenbarung 20,4). Während dieser Zeit ist der Teufel gebunden (s. Offenbarung 20,2). Jedoch wird er am Ende noch einmal losgelassen (s. Offenbarung 20,7). Darauf folgt dann die Verwandlung der Erde. Satan und die Verführten werden in die Hölle geworfen (s. Offenbarung 20,15). Ein neuer Himmel und eine neue Erde werden gegründet (s. Offenbarung 21,1). Der Tod wird für immer „getötet“ (s. Offenbarung 20,14; Jesaja 25,8).

Marc Schultz