Wie mit Schmuck umgehen?

Online seit dem 03.10.2018, Bibelstellen: 1. Timotheus 2,9.10; 1. Petrus 3,3-5

Frage: Wie soll ich als gläubige Frau mit Schmuck umgehen? Im Alten Testament werden viele Frauen gezeigt, die Schmuck trugen.

Antwort: Wichtige Stellen dazu sind 1. Timotheus 2,9.10 und 1. Petrus 3,3–5. In 1. Timotheus 2 geht es darum, dass die Frau ein Ja findet zu einem Schmuck, der innerlich ist und die Frau wirklich schön macht: Bescheidenheit; Schamgefühl; Sittsamkeit. Andererseits soll sie Nein sagen zu dem äußerlichen Schmuck: Haarflechten (mit Gold), Gold, Perlen und kostbare Kleidung.

Und 1. Petrus 3 sagt: Heilige Frauen schmücken sich nicht äußerlich durch Flechten der Haare, Umhängen von Gold oder Anziehen von Kleidern, sondern sie schmücken sich durch den unvergänglichen inneren Schmuck und durch einen sanften und stillen Geist. So werden Männer für Gott gewonnen (vgl. 1. Pet 3,1), und diese Haltung ist vor Gott sehr kostbar. Es geht natürlich nicht darum, dass Frauen ihre Haare überhaupt nicht flechten und keine Kleider anziehen dürfen, aber sie sollten sich dadurch nicht schmücken (was durch extravagante Frisuren und teure Kleidung geschehen würde).

Es ist natürlich so, dass im Alten Testament mehrfach davon gesprochen wird, dass Frauen Schmuck anlegten, und das wird auch nicht verurteilt (1. Mo 24,53; Hld 1,10.11 etc.). Dies ist jedoch keine Legitimation für Christinnen, es ebenso zu tun. Denn Christen sind Himmelsbürger und Fremdlinge auf der Erde, was von den Gläubigen im Alten Testament in dieser Weise nicht gesagt werden konnte. Christen haben andere, höhere Maßstäbe für ihre Lebensführung als Israeliten. Sie haben den neuen Menschen angezogen und den alten Menschen abgelegt. Bei Christen geht es stark um das Geistliche und wenig um das Äußere. Außerdem wird auch schon im AT die Eitelkeit sehr gegeißelt (Jes 3,16–24).

Die genannten Stellen aus dem Neuen Testament sind sehr deutlich und sehr weitgehend. Eine Christin, die dem Herrn in allem gefallen will, wird sich dem nicht entziehen. Allerdings muss man auch hinzufügen: Wenn man fordert, dass diese Stelle ganz konsequent ausgelebt wird (und sollten wir nicht immer konsequent Gottes Wort folgen?), dann müssen wir diese Konsequenz auch in anderen Bereichen zeigen. Also, der Bruder, der ein „dickes Auto“ fährt, hat einfach kein moralisches Gewicht, die kostbare Kleidung mancher Schwestern anzuprangern, sondern er muss sich zunächst die ehrliche Frage stellen, ob so ein PS-Monster wirklich nötig ist und zu einem Himmelsbürger passt.

Gerrid Setzer