Leben im Überfluss oder Leben in Überfluss?

Online seit dem 11.03.2020, Bibelstellen: Matthäus 6,31

Vor einiger Zeit hatte eine Werbekampagne von Mc Donald's den Slogan „Leben im Überfluss“. Viele von uns haben das über Jahre oder Jahrzehnte auch so erlebt. Wer von uns hat sich schon mal Gedanken gemacht, ob wir morgen genug zu essen haben oder nicht das kaufen können, was wir gerne essen möchten. An vielen Orten der Erde ist das anders.

Vor einigen Tagen haben wir in einem Kinderkalender von Kindern in Haiti gelesen, die jeden Tag Reis essen: Mit grünen Bohnen, mit roten Bohnen oder mit Bohnensoße. Oder auch gar nichts. Denn es gibt nicht genug. Sie sind dankbar für eine Mahlzeit am Tag. Jeden Tag Reis – ist das für uns vorstellbar?

Nun, wir sind weit davon weg und kennen Sorge um die täglichen Bedürfnisse an Lebensmitteln nicht. In Matthäus 6,31 – in der sogenannten Bergpredigt – sagt unser Herr: „So seid nun nicht besorgt, indem ihr sagt: Was sollen wir essen oder: Was sollen wir anziehen“. Ich gestehe, die Sorge habe ich bis jetzt nicht wirklich gehabt. Ist das für uns nicht eine der Stellen, wo wir gedacht haben, das hat keine wirkliche Relevanz für uns?

Auch aktuell sind wir weit davon weg, dass es nicht genug zu essen gibt und doch muten teilweise leere Regale in den Geschäften komisch an. Da gibt es Produkte, die auf einmal rationiert sind. Das kennen die meisten von uns nicht. Lasst uns unserm Gott jeden Tag danken für die Fülle, auch an äußeren Dingen, die er uns gibt.

Müssen wir uns nun Sorgen machen? Nein! Wir haben einen himmlischen Vater, der weiß, dass wir dies alles bedürfen.

Fragen wir uns einmal: Was sind meine Prioritäten? Trachten wir wirklich zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit? Denn dann gilt die Verheißung: Und dies alles wird euch hinzugefügt werden. Lebe ich täglich in dem Bewusstsein, dass er mein HERR ist, dass ich ihm nachfolgen und zu seiner Ehre leben soll? Frage ich wie Paulus „Was soll ich tun, Herr?“ Ich glaube, der Herr möchte auch uns einmal durchrütteln und uns fragen, wie es mit unserem Vertrauen auf IHN und mit unseren Prioritäten bestellt ist.

Eine Verheißung auf ein Leben im Überfluss haben wir nicht und doch durften und dürfen wir es vielfach erleben. Aber wir haben eine weit größere Verheißung, die uns Mut macht und die Ewigkeitswert hat.

Der Herr Jesus hat in Johannes 10,10 gesagt „Ich bin gekommen, dass sie Leben haben und es in Überfluss haben.“ Und in 1. Johannes 4,9 heißt es „dass Gott seinen eingeborenen Sohn in die Welt gesandt hat, damit wir durch ihn leben möchten.“ Das ist das ewige Leben, das im Sohn ist und das er uns den Glaubenden mitgeteilt hat. Wir besitzen ewiges Leben, Leben in seiner ganzen göttlichen Fülle. Der Herr Jesus hat es durch sein Kommen auf die Erde offenbart und kann es uns aufgrund seines Werkes mitteilen. Dieses Leben befähigt uns, in der Kraft des Geistes Gottes seine Gedanken zu verstehen, Gemeinschaft mit ihm zu haben und ist die Voraussetzung dafür, dass wir einmal mit verherrlichten Leibern in seiner Herrlichkeit sein können, um Ihn zu sehen, wie er ist.

Dieses Leben in Überfluss haben wir jetzt schon. Es ist unser ewiger Besitz. Leben in Überfluss hat eine göttliche Grundlage, Leben im Überfluss ist vergänglich.

Wollen wir uns vornehmen, uns mehr mit den geistlichen Segnungen zu beschäftigen, mit denen wir gesegnet sind? Nehmen wir uns heute vielleicht die Zeit, einmal mit betendem Herzen den Epheserbrief zu lesen.

„Dies aber ist das ewige Leben, dass sie dich, den allein wahren Gott und den du gesandt hast, Jesus Christus erkennen“ (Joh 17,3).

Dirk Mütze