Umstände ändern sich - was ist unser Fixpunkt?

Online seit dem 31.12.2019, Bibelstellen: 2. Timotheus 1,13.14

 2. Timotheus 1,13.14

Paulus war im Gefängnis in Rom. Die äußeren Umstände waren dazu angetan, ihn mutlos zu machen. Dazu kam, dass alle in Asien sich von ihm abgewandt hatten. Das hat ihn sicher zutiefst betrübt, und doch resigniert er nicht. Vielmehr schreibt er seinem treuen Begleiter und Bruder Timotheus: „Halte fest das Bild gesunder Worte, die du von mir gehört hast, in Glauben und Liebe, die in Christus Jesus sind. Bewahre das schöne, anvertraute Gut durch den Heiligen Geist, der in uns wohnt“ (2. Tim 1,13.14).

Gerade in schwierigen Zeiten geht es darum, das, was Wert hat, festzuhalten und zu bewahren. Hier geht es um das Wort Gottes. So wenig, wie unser Herr sich ändert, ändert sich auch sein Wort. Es steht ewig fest in den Himmeln.

Wir dürfen uns mit den Einzelheiten des Wortes beschäftigen, aber auch das Wort in seiner Gesamtheit (“Bild gesunder Worte“; „Bild“ meint hier Umriss, Form oder Muster). Wir können Zusammenhänge erkennen, wie: Was sagt ein Abschnitt im Vergleich zu anderen? Was sagt die Bibel an verschiedenen Stellen über ein Thema und was für ein harmonisches Ganzes bildet es? Dieses Wort ist gesund in sich und seinen Auswirkungen und es ist schön, d.h. wertvoll.

Wenn uns etwas wertvoll ist, dann setzen wir alles daran, dass es nicht verloren geht oder uns entrissen wird. „Halte fest“ – es kann uns entgleiten oder verloren gehen. Festhalten meint nicht, es lediglich intellektuell im Kopf zu wissen. Das ist eine Herzenssache: Der Glaube, der in Christus die Grundlage findet und die Liebe, die aus der Gemeinschaft mit ihm hervorgeht, geben den Worten Kraft und Wert. Wir wollen das ganze Wort festhalten.

Dann wird Timotheus aufgefordert: „Bewahre!“ Das bedeutet: Einen Gegenstand an einem sicheren Ort aufbewahren, um ihn nach einer Zeit an seinen Eigentümer zurückzugeben. Wir lassen nicht zu, dass das Wort Gottes in den Schmutz gezogen und damit gleichsam beschädigt werden kann. Es ist ja sein Wort, er hat es uns anvertraut. Das können wir nicht in eigener Kraft, sondern nur in der Kraft des Geistes Gottes.

Wir wollen als Ältere den Jüngeren ein Vorbild sein im Festhalten und Bewahren des Wortes Gottes und wie Paulus Timotheus die Jüngeren ermuntern, diesen großen Schatz zu heben.

„Ich freue mich über dein Wort wie einer, der große Beute findet.“ Ps 119,162

Ich möchte Mut machen, dass wir uns in diesen Tagen wieder mehr auf das konzentrieren, was wirklich bleibenden Wert hat und uns innerlich ermutigt, kräftigt und Orientierung gibt. Unsere Zeit zu nutzen für die Beschäftigung mit Gottes Wort, ist eine hervorragende Investition in die Zukunft: Hoher Gewinn ist garantiert.

Und wenn wir diesen Besitz dann festhalten und bewahren, können wir ihn anderen weitergeben.

Gottes Wort miteinander zu teilen, bedeutet, dass hinterher beide mehr besitzen als. Also erst gewinnen wir durch das Beschäftigen mit dem Wort und dann noch einmal, wenn wir es teilen. Lasst uns heute noch damit anfangen.

Dirk Mütze