Der Herr Jesus als unser großes Vorbild

Online seit dem 25.11.2020, Bibelstellen: Jesaja 50,4

Wenn wir den Herrn Jesus anschauen, wie er als abhängiger Mensch und wahrer Knecht Gottes seinen Weg über diese Erde gegangen ist, dann werden wir ihn bewundern. Er, der Hohe und Erhabene, der ewige Sohn Gottes, nahm Knechtsgestalt an, als er Mensch wurde. Nicht nur äußerlich, nein auch seinem ganzen inneren Wesen nach.

Wie oft lesen wir, dass er nachts oder frühmorgens im Gebet war zu seinem Gott. Tagsüber diente er unaufhörlich den Menschen in voller Abhängigkeit von seinem Gott und Vater. Oft bis spät abends, er fand nicht einmal Zeit zu essen und er nannte keinen Platz sein Eigen, wo er sein Haupt hinlegen konnte.

Prophetisch sagt er: „Der Herr, HERR, hat mir eine Zunge der Belehrten gegeben, damit ich wisse, den Müden durch ein Wort aufzurichten. Er weckt jeden Morgen, er weckt mir das Ohr, damit ich höre gleich solchen, die belehrt werden.“ Jes 50,4

Er ließ sich von seinem Gott bereitwillig das Ohr öffnen. Wenn er nachts oder frühmorgens, wenn es noch dunkel war, in der Stille die Gemeinschaft mit seinem Vater suchte, empfing er von ihm Belehrung und Wegweisung für den Tag. So sehr war er der abhängige Mensch. Aus dieser innigen und stetigen Gemeinschaft heraus hatte er eine Zunge der Belehrten und richtete damit die Müden auf. Denken wir zum Beispiel daran, wie der Herr die Emmaus-Jünger ermutigt hat und aus tieftraurigen und hoffnungslosen Herzen brennende Herzen machte. Er belehrte sie und richtete sie gleichzeitig auf. Er stellte sich selbst vor ihre Herzen.

Wenn wir unseren Herrn so anschauen, bildet das unseren Charakter. Unsere Gesinnung wird dann seiner ähnlicher und daraus folgt ein Wandel in seinen Fußspuren. Wir dürfen seine Nachahmer sein. Wie nötig haben wir es doch, uns jeden Morgen das Ohr wecken zu lassen. Wir brauchen doch die tägliche Wegweisung unseres Gottes für unseren Weg. Beginnen wir den Tag mit Gebet, wenn nötig stehen wir auch eine Viertelstunde (oder mehr) eher auf, um eine stille Zeit zu haben. Nehmen wir uns neben dem Gebet auch Zeit für sein Wort und Zeit, dass er zu uns reden kann. Wie viele Entscheidungen werden anstehen, wie viel Weisheit benötigen wir für unseren eigenen Weg und auch, um geistlichen Bedürfnissen in unserer Familie und im Volk Gottes zu begegnen. Wenn wir uns doch mehr von ihm selbst belehren lassen würden, wie viel mehr könnten wir dann unsere Zunge recht einsetzen. Sind wir nicht oft ratlos, wenn wir betrübten, müden oder verzagten Menschen begegnen. Wie oft wünschen wir uns das rechte Wort von „oben“? Aber liegt der Mangel nicht viel mehr manchmal darin, dass wir versäumt haben, uns das Ohr öffnen zu lassen?

Nicht nur an besonderen Tagen, wo wir vorher vielleicht wissen, dass besondere Herausforderungen auf uns warten, brauchen wir das. Wir haben gelesen „jeden Morgen“. Auch nicht erst dann, wenn die Situation da ist, natürlich ist das auch gut, aber es reicht nicht. Es braucht dieses im positiven Sinne gewohnheitsmäßige Wecken von Seiten Gottes jeden Morgen. Unser Wecker auf dem Nachtschrank mag uns aus dem körperlichen Schlaf holen, aber um geistlich wach zu werden, taugt er nicht. Lassen wir uns das Ohr wecken! Erst wenn wir selbst geistlich wach und frisch sind, können wir einen anderen, der Müde ist, der hingesunken oder geknickt ist; aufrichten. Seine Kraft ist dann ja da.

Belebung im Volk Gottes, sie fängt in der persönlichen Stille mit unserem Herrn an. Ihn betrachten, von ihm lernen, zu ihm reden, ihn zu mir reden lassen. Dann zieht das Kreise wie ein Stein, der ins Wasser geworfen wird.

Dirk Mütze