Leben und Bekenntnis 1

Online seit dem 02.01.2021, Bibelstellen: Ruth 1,1.2

Stimmt unser Leben mit unserem Bekenntnis überein? Das ist eine Frage, der wir uns als gläubige Christen stellen müssen. Wir leben unter dem Auge unseres Gottes. Er sieht uns – das gibt uns auf der einen Seite Ruhe und Zuversicht. Er hat sein Auge auf uns gerichtet, er lässt uns nicht alleine, wir sind in seiner Hand.

Aber das stellt uns andererseits auch unter Verantwortung. Wenn wir bekennen, sein Eigentum zu sein und in der Taufe das Bekenntnis abgelegt haben, ihm nachzufolgen, in Neuheit des Lebens zu wandeln, leben wir dann auch dementsprechend? Paulus schreibt an Timotheus: „Wer den Namen des Herrn nennt, der stehe ab von der Ungerechtigkeit.“ (2. Tim 2,19) Auch in dieser Hinsicht leben wir unter dem Auge Gottes. Wir wollen uns dieser Tatsache bewusst sein. Aus Liebe zu ihm und aus Ehrfurcht vor seiner Größe, seinem Willen gemäß – und das bedeutet in Übereinstimmung mit seinem Wort – zu leben.

Heute möchte ich zunächst ein warnendes Beispiel vor uns stellen. Es geht um Elimelech und seine Familie. Sein Handeln und die Folgen werden uns am Anfang des Buches Ruth geschildert (lesen Ruth 1,1–2).

Gott hatte seinem irdischen Volk Verheißungen gegeben. Sie würden keinen Mangel haben, wenn sie ihm nachfolgten. Die Hungersnot war eine Folge des Abweichens. Auf uns übertragen bedeutet dies: Wenn wir persönlich oder auch gemeinsam abweichen von Gottes Wort, kehrt geistliche Dürre, Mangel in unser Leben ein. Was tun wir dann? Kehren wir um, korrigieren wir, was zu korrigieren ist, oder „laufen wir weg“? Suchen wir einen andere Gemeinde, die uns mehr zusagt, gehen wir überhaupt nirgendwo mehr hin, suchen wir Ablenkung?

Elimelech ging weg und nahm seine Familie mit. Sein Name bedeutet „Gott ist König“. Ein schönes Bekenntnis. Aber leider nicht seine Lebenspraxis. Er glaubte nicht den Verheißungen Gottes. Denn Gott hatte im Gesetz auch für den Armen Vorsorge getroffen. Von wo lief er weg? Von Bethlehem-Juda. Bethlehem bedeutet „Brothaus“. Und Juda – „er wird gepriesen“. Und in Bethlehem wohnte Boas. Das bedeutet, „in IHM ist Stärke“. Im weiteren Verlauf dieses Buches wird deutlich, dass Boas ein Vorbild auf unseren Herrn Jesus ist. Elimelech ging also aus der Gegenwart des Herrn weg, nicht nur er, er zog auch seine Familie mit. In einem Lied singen wir: „Wenn wir uns von IHM abwenden, wird es finster um uns her. Unser Gang ist nicht mehr sicher, und das Herz von Freuden leer.“ Er verließ das Brothaus, den Ort, wo Gott Nahrung gab. In Johannes 6 stellt sich der Herr Jesus als das Brot vom Himmel, als das lebendige Brot vor. Wenn wir uns mit IHM beschäftigen in seinem Wort, über IHN nachdenken, mit IHM reden, dann nähren wir unseren inneren Menschen. Das gab Elimelech auf. Und er ging von dem Ort weg, der davon sprach, dass Gott gepriesen wird, dass ihm Anbetung gebracht wird, dass er erhoben wird. Verstehen wir, dass wir neben der persönlichen Seite auch eine gemeinsame hier finden. Er verließ den Ort des Zusammenkommens auf der Grundlage des Wortes Gottes, wo der Herr Jesus seine persönliche Gegenwart verheißen hat, wo er Anbetung empfängt und wo er uns nährt durch sein Wort.

Und wo ging er hin. Nach Moab. Moab ist gekennzeichnet durch Hochmut und Bequemlichkeit. Moab war sogar entfernt verwandt mit dem Volk Israel. Moab ist ein Bild von Menschen, die zwar ein christliches Bekenntnis haben, aber den Herrn Jesus nicht wirklich kennen. Und es heißt leider: „Sie blieben dort.“ Es war kein Drang zurück da. Ein trauriger Zustand. Der Vater zog die Familie in die Welt. Er selbst starb dort. Seine Söhne gingen sogar einen Schritt weiter und nahmen sich Frauen aus Moab. Sie gingen als Gläubige eine Verbindung mit Ungläubigen ein, was ausdrücklich gegen die Gedanken Gottes war. Und auch sie starben. Das Zeugnis für Gott in ihrem Leben war erloschen.

Eine ernste, eine traurige Geschichte und eine Warnung für uns. Wie leben wir, wohin ziehen wir unsere Kinder? Aber dem Herrn sei Dank. Er lässt uns nicht. Der weitere Fortgang des Buches ist ein wunderbares Zeugnis der unendlichen Gnade Gottes, die wiederherstellen und zurück unter den Segen Gottes bringen will.

Dirk Mütze