Das Wort Gottes verstehen (1)

Online seit dem 31.10.2020

Zunächst einmal dürfen wir feststellen, dass die Botschaft des Heils an verlorene Sünder selbst für Kinder verständlich ist. Ja, manchmal verstehen es Kinder sogar besser, als die durch ihren Intellekt, ihre Erfahrungen und ihren Stolz verbogenen Herzen älterer Menschen.

So, wie das Wort Gottes lebendig und wirksam ist und schärfer als jedes zweischneidige durchdringend bis zur Scheidung von Seele und Geist, um alles offenbar zu machen, so wirkt es auch in uns den Glaubenden. Das ist erst einmal grundsätzlich so, aber in der Praxis an Voraussetzungen auf unserer Seite geknüpft. Wir können diese Wirksamkeit nämlich auch hindern.

Wodurch zum Beispiel?

In Mk. 6,51–52 lesen wir: „Und sie erstaunten sehr über die Maßen bei sich selbst und verwunderten sich; denn sie waren durch die Brote nicht verständig geworden, denn ihr Herz war verhärtet.“ Die Jünger hatten gerade erlebt, wie der Herr den Sturm durch ein Wort seiner Macht gestillt hatte. Kurz vorher hatten sie seine göttliche Macht bei der Speisung der 5000 erlebt. Und leider lesen wir, dass sie nicht verständig geworden waren. Die Ursache waren verhärtete Herzen. Um Verständnis im Wort Gottes und dem Handeln unseres Herrn zu erlangen, brauchen wir aufnahmebereite Herzen. An verhärteten Herzen prallen diese Worte gleichsam ab. Der Herr gebe uns aufnahmebereite, einfältige Herzen, damit sein Wort wirklich Eingang finden kann und wir in geistlichem Verständnis wachsen. Wie viele Wundertaten Gottes hast du schon erlebt? Bestärkt dich das darin, sein Wort vorbehaltlos aufzunehmen und ihm zu vertrauen?

Ein weiteres Hindernis: [Lk. 24,25–26] „Und er sprach zu ihnen: O ihr Unverständigen und trägen Herzens, zu glauben an alles, was die Propheten geredet haben! Musste nicht der Christus dies leiden und in seine Herrlichkeit eingehen?“ Der Herr geht mit den zwei Jüngern nach Emmaus. Sie hatten ihm berichtet, was geschehen war und ihren Bericht geschlossen mit der Aussage der Frauen, dass ihnen Engel berichtet hatten, er (Christus) lebe. Aber diese Aussage hatte keine Wirkung in ihren Herzen hervorgebracht. Sie waren immer noch niedergeschlagen. Hatte der Herr zu ihnen nicht vorher von seinen Leiden, seinem Sterben, aber auch seiner Auferstehung gesprochen? Doch, sicher! Aber es lag außerhalb ihrer Vorstellung. Sie waren so in ihrer Erwartung gefangen, dass Christus jetzt sein Reich sichtbar aufrichten würde, dass sie die Stellen des Alten Testaments, die von einem leidenden Christus sprachen, beiseitegelassen hatten. Sie hatten träge Herzen. Kennen wir das bei uns? Es braucht Einsatzbereitschaft und Energie, sich mit dem Wort Gottes zu beschäftigen. Wir müssen darin forschen. Was sagt die Bibel z.B. alles über die Auferstehung des Herrn. Das steht nicht alles an einer Stelle. Wir sollten uns nicht zufriedengeben, einen kleinen Teil zu kennen. Dann kann das Bild, das wir bekommen, schief sein. Jedenfalls ist es dann unvollständig. Lasst uns mit Eifer die Bibel lesen und studieren.

Einen dritten Hinderungsgrund erkennen wir als die Jünger mit dem Herrn auf dem Obersaal sind: Lk 22,24 „Es entstand aber auch ein Streit unter ihnen, wer von ihnen für den Größten zu halten sei.“ Das Kreuz stand unmittelbar vor unserem Heiland. Was hat wohl sein Herz bewegt. Er war beschäftigt mit seinen Jüngern, er wusch ihnen die Füße. Er sehnte sich mit Sehnsucht, das Passah mit ihnen zu essen. Dann spricht er davon, dass ihn einer aus ihrem Kreis überliefern würde. Welch ein Schock. Sie befragen sich untereinander, wer es wohl sein würde und fanden keine Antwort. Selbst als der Herr den Verräter offenbar machte, blieb ihnen die Bedeutung verborgen. Den Grund haben wir gelesen. Sie waren mit sich selbst beschäftigt, mit ihrer eigenen Position und ihrer Wichtigkeit. Das eigene Ich kann auch bei mir ein großer Hinderungsgrund sein, die Gedanken Gottes zu erfassen. Wir sind nichts und ER ist alles. Wir sind nicht mehr wert als unsere Mitgeschwister. Der Herr belehrt uns, dass wir einander dienen sollen, das heißt einen niedrigeren Platz einnehmen sollen. Gegeneinander mit Demut fest umhüllt. Den Demütigen gibt er Gnade. Auch die, seine Gedanken besser zu verstehen.

Wir haben es in der Hand, wegzutun, was uns hindert im Verständnis des Wortes Gottes zu wachsen.

Dirk Mütze