Sohn des Menschen im Johannesevangelium

Online seit dem 21.01.2008, Bibelstellen: Johannes 1,51;

In den Evangelien nennt sich der Herr Jesus oft „der Sohn des Menschen“. Er wird von niemanden so angeredet, aber es selbst gebraucht diesen Ausdruck gern für sich. Als dem Sohn des Menschen gehört ihm die Herrschaft über das ganze Universum und das Gericht über jedes vernunftbegabte Geschöpf.

Ein Ausleger schreibt: „Der Ausdruck Sohn des Menschen findet man 83-mal in den vier Evangelien; der Ausdruck „Sohn Gottes“ 33-mal, oder 50-mal, wenn man den Ausdruck „Sohn“ dazurechnet (sofern es sich augenscheinlich um den Sohn Gottes handelt). Die folgende Übersicht fasst den Gebrauch der Ausdrücke zusammen:

Matthäus: „Sohn des Menschen“ 31-mal; „Sohn Gottes“ 9-mal.

Markus:  „Sohn des Menschen“ 14-mal; „Sohn Gottes“ 4-mal.

Lukas: „Sohn des Menschen“ 25-mal; „Sohn Gottes“  6-mal.

Johannes: „Sohn des Menschen“ 12-mal; „Sohn Gottes“ 14-mal.

Bei den an die 30 Vorkommnissen von „Sohn des Menschen“ in den synoptischen Evangelien geht es um die Schmach und die Leiden des Herrn Jesus, während es bei 40 Gelegenheiten um die zukünftige Herrlichkeit des Herrn Jesus, am Tag seiner Macht, geht.“ So weit August van Ryn in „Meditations in John“.

Im Johannesevangelium kommt der Ausdruck „Sohn des Menschen“ 12-mal vor. Dabei werden die Leiden des Herrn und auch seine zukünftige Herrlichkeit im Reich nicht direkt angesprochen.  Wohl bezieht sich Johannes 1,52 auf das Tausendjährige Reich und Johannes 5,27 auf das kommende Gericht. In den anderen Stellen geht es aber um die damalige Zeit bzw. um die gegenwärtige Zeit der Gnade – die Johannes besonders im Blick hat.  

Johannes 3,13.14: Der Sohn des Menschen des Menschen steigt aus dem Himmel herab und auch herauf.

Johannes 6,27: Der Sohn des Menschen gibt eine Speise, die ins ewige Leben bleibt. Das ist er selbst. Wir essen das Fleisch des Sohnes des Menschen und trinken sein Blut und bekommen auf diese Weise Leben (Joh 6,53). Das kann man bis zum heutigen Tag erleben.

Johannes 6,62 spricht von der Auffahrt des Sohnes des Menschen in den Himmel.

In Johannes 8, 28 und 12, 34 wird insgesamt dreimal die Bezeichnung „Sohn des Menschen“ gebraucht. Bei diesen beiden Gelegenheiten geht es um die Erhöhung des Herrn auf das Kreuz. Beachten wir aber, dass nicht die Leiden des Herrn hier betont werden. Es geht darum, dass die Menschen Jesus als den erkennen, der er ist; und der Erhöhte würde alle zu sich ziehen – und das reicht bis in die gegenwärtige Zeit hinein.

Der Sohn des Menschen wurde am Kreuz verherrlicht und Gott hat ihn daraufin im Himmel verherrlicht (Joh 12,23; Joh 13,31). Das ist sein gegenwärtiger Platz; er ist der Verherrlichte im Himmel.

Allein wenn wir uns den Ausdruck „Sohn des Menschen“ ansehen, zeigt sich der besondere Charakter des Johannesevangeliums. Obgleich im Johannesevangelium die Versammlung nicht ausdrücklich erwähnt wird, beschreibt Johannes doch in besonderer Weise die Zeit der Gnade, in der die Versammlung gebildet wird. Wir haben es mit himmlischen Dingen zu (Joh 3), beten an in Geist und Wahrheit (Joh 4), kennen Christus als den, der im Himmel verherrlicht ist (Joh 6 und 12), können durch den Geist ein Segen für unsere Umgebung sein (Joh 7), haben als Hoffnung die Entrückung in das Haus des Vaters (Joh 14), kennen den anderen Sachwalter und beten im Namen des Herrn Jesus (Joh 16), sind von der Welt abgesondert und gehören moralisch nicht zu ihr (Joh 17), kennen den Gott und Vater des Herrn Jesus als unseren Gott und Vater (Joh 20) – um nur mal einige Punkte herauszugreifen.

Gerrid Setzer