Psalm 89 (3)

Online seit dem 03.03.2013, Bibelstellen: Psalm 89,39-53

Gepriesen sei der HERR in Ewigkeit! Amen, ja, Amen! (Ps 89,53)

Nach den hoffnungsvollen Worten des vorigen Abschnitts dieses Psalms werden wir hier sozusagen auf einmal in tiefe Finsternis gestürzt. Der Kontrast mit den Vorherigen ist groß. Im Gegensatz zu allen Verheißungen hinsichtlich des Gesalbten ist er verstoßen und geschmäht. Von dem herrlichen Thron Davids und der angekündigten, segensreichen Regierung ist nichts festzustellen. Den Bund, von dem Gott in Vers 35 gesagt hat, dass Er ihn nicht entweihen würde, hat Er, so scheint es, vernichtet. Anstelle von Sieg über den Feind sind es umgekehrt die Feinde, die gewonnen haben.

Der Gläubige beklagt sich hierüber bei Gott. Er kann mit der jetzigen Situation nichts anfangen. Gott hat etwas versprochen und das Gegenteil ist eingetreten. Fühlst du dich auch schon mal so? Du darfst mit allen Zweifeln und Fragen zu Gott kommen. Was können sich Gläubige mit dem, was in ihren Leben geschieht, herumplagen! Sieh auf Hiob. Auch er rief es Gott gegenüber aus, warum Er ihm all das Leid angetan hatte. Hiob tat das nicht im Unglauben, sondern weil er Gott nicht verstand. Und Gott hörte. Nicht, das Hiob gleich aus allem Leid befreit wurde, doch Hiob lernte Gott besser verstehen. Das ist immer Gottes Absicht mit allem, was uns überkommt.

Trotz aller Fragen, die bei dem Psalmdichter aufkommen, gibt die Frage in Vers 47 „Bis wann, Herr?" an, dass er Hoffnung für die Zukunft hat. In den Psalmen begegnen wir diesem Ausdruck häufiger. Er zeigt an, dass die Gläubigen tief in ihren Herzen davon überzeugt sind, dass das Elend, in dem sie sich befinden, nicht bestehen bleiben wird. Es kommt ein Moment, an dem Gott eingreifen und seine Verheißungen erfüllen wird. Gottes Weise der Erfüllung findet oft anders statt, als wir das erwarten oder wünschen. Wir müssen lernen, dass die versprochene Herrlichkeit erst nach der Zeit des Leidens erreicht wird.

Die Schlussworte dieses Psalms reden von Glauben an diese Zeit der Herrlichkeit. Großartig, dies aussprechen zu können, wenn alles noch dagegen spricht!