Unser großer Hoherpriester

Online seit dem 25.12.2015, Bibelstellen: Hebräer 4,14-15

„Da wir nun einen großen Hohenpriester haben, der durch die Himmel gegangen ist, Jesus, den Sohn Gottes, so lasst uns das Bekenntnis festhalten; denn wir haben nicht einen Hohenpriester, der nicht Mitleid zu haben vermag mit unseren Schwachheiten, sondern der in allem versucht worden ist in gleicher Weise wie wir, ausgenommen die Sünde“ (Heb 4,14.15).

Hätte man einen Juden gefragt, wer wohl der größte Hohepriester ist, so hätte dieser ohne zu zögern geantwortet: Aaron. Aber der große Hohepriester, von dem hier die Rede ist, ist unendlich viel größer als Aaron.

  1. Aaron durfte einmal im Jahr durch beide Vorhänge in das Allerheiligste gehen, und das nicht ohne Blut. Der Herr Jesus ist „durch die Himmel gegangen“, in die unmittelbare Gegenwart Gottes (vgl. Eph 4,9.10)..

  2. Aaron war ein „aus Menschen genommener Hoherpriester“ (Heb 5,1). Unser großer Hoherpriester ist „Jesus, der Sohn Gottes“. Bei Aaron leitete sich die Würde seiner Person aus seinem Amt als Hoherpriester ab. Bei Christus leitet sich sein Amt als Hoherpriester aus der Würde seiner Person ab.

  3. Aaron hatte sicher auch manche Versuchung erlebt. Der Herr Jesus aber ist in allem versucht worden. Bei ihm gibt es, im Gegensatz zu Aaron, keine Not, die seinen eigenen Erfahrungshorizont übersteigt.

  4. Aaron war „selbst mit Schwachheit umgeben“ und musste daher „auch für sich selbst opfern für die Sünden“ (Heb 5,2.3). Er kannte die Versuchungen, die von innen kamen, und sein Mitgefühl war auch deshalb unvollkommen. Der Herr Jesus war ohne Sünde. Nie konnten Versuchungen von innen kommen. Umso tiefer und reiner ist aber sein Mitgefühl mit den vielen Versuchungen von außen, wegen denen er selbst gelitten hat (Heb 2,18).

  5. Aarons Unterstützung endete bei Mitgefühl und Fürsprache bei Gott. Doch der Herr Jesus empfindet nicht nur völlig mit uns, er kann und wird auch Gnade geben „zu rechtzeitiger Hilfe“.

Wie angemessen ist daher die Aufforderung: „Lasst uns das Bekenntnis festhalten.“ Sollten wir einen solchen Hohenpriester aufgeben? Und was kann ihn ersetzen? Wenn er uns fragen würde: „Wollt ihr etwa auch weggehen?“, sollten wir nicht mit Petrus antworten: „Herr, zu wem?“?

Marco Leßmann