Siebenundsiebzigfache Rache

Online seit dem 13.12.2016, Bibelstellen: 1. Mose 4,23.24

„Einen Mann erschlug ich für meine Wunde und einen Jüngling für meine Strieme! Wenn Kain siebenfach gerächt wird, so Lamech siebenundsiebzigfach“ (1. Mo 4,23.24).

„In der Lebensgeschichte Lamechs haben wir seitens des Menschen den Eigenwillen in den Begierden (er hatte zwei Frauen) und Rache bei der Selbstverteidigung. Ich nehme aber an, dass er das Urteil Gottes einigermaßen erfasste, dass nämlich, wie Kain der bewahrte obwohl bestrafte Jude war, seine Nachkommenschaft am Ende, bevor der Erbe erweckt würde und die Menschen auf Erden den Namen des Herrn anrufen würden, siebenfältig von Gott bewacht werden würde. Lamech gibt zu, dass er für seine Wunde getötet hatte, dass dies aber gerächt werden würde.“ So weit das Zitat aus der bekannten Synopsis von J.N. Darby.

Wir wollen einige erklärende Worte hinzufügen. Der „Eigenwille in den Begierden“ Lamechs zeigt sich in dem bewussten Abweichen von der Einsetzung der Ehe im Paradies (1. Mo 2,24). Er gönnte es sich, zwei Frauen zu haben. Außerdem rächte er sich selbst auf Kosten des Lebens seines Feindes. Die zwei Formen des Bösen, wegen denen Gott später die Flut sandte, nämlich Verdorbenheit und Gewalttat (vgl. 1. Mo 6,12.13), sind beide in Lamech vereint. Daher gibt er zu, dass er einen Mann zu seiner Verwundung und Verletzung erschlagen hatte, denn diese Dinge mussten das Gericht Gottes auf ihn bringen.

Doch als Nachkomme Kains ist Lamech auch ein Bild des Juden späterer Tage; und weil er eingeführt wird, bevor der Erbe erweckt wurde – das ist Seth, der zu einem Bild von Christus wurde (denn in Seinen Tagen, im Reich, wird man den Namen des Herrn anrufen) – kann es kaum Zweifel geben, dass die Sünde Lamechs (genau wie die Sünde Kains) eine Vorschattung der Bosheit der Juden ist, die Christus verwarfen und kreuzigten. In diesem Licht wird alles klar. Es war eine schwere Sünde, als die jüdische Nation ihren Messias durch böse Hände kreuzigten und ermordeten; und es war ganz sicher zu ihrer „Wunde“ und zu ihrer „Strieme“; denn bis heute stehen sie unter dem Gericht Gottes wegen des Blutes Christi (vgl. Mt 27,25). 

Und trotzdem, so schwer ihre Ungerechtigkeit auch war – Gott bewahrt sie und rächt sie und wird sie „siebenundsiebzigfach“ an jeder Nation rächen, die versuchen wird, sie von der Fläche des Erdbodens zu vertilgen.

Edward Dennett