Tychikus, der treue Informant

Online seit dem 28.01.2017, Bibelstellen: Apostelgeschichte 20,4; Eph 6,21; Kol 4,8

Im Zeitalter von WhatsApp, SMS, E-Mail und Co. können wir uns kaum noch vorstellen, wie aufwändig und mühevoll es früher war, Nachrichten von einem Ort zu einem anderen zu senden. Zur Zeit der Apostel überbrachten Boten Nachrichten und Briefe in oft langen und beschwerlichen Reisen. Tychikus war so ein „Messenger“, der von Paulus und anderen regelmäßig damit beauftragt wurde.

Aufgaben

Tychikus begegnet uns zum ersten Mal in Apostelgeschichte 20,4, wo er als Reisebegleiter des Apostels Paulus vorgestellt wird. Diese Zeit in der unmittelbaren Nähe des großen Apostels war für ihn eine wichtige Vorbereitung für seinen späteren Dienst. Aus dem „Kofferträger“ wurde nämlich bald ein „Briefträger“.

Tychikus war der Überbringer von drei Briefen, die Paulus während seiner ersten Gefangenschaft in Rom an die Epheser, Kolosser und Laodizeer schrieb (Eph 6,21.22; Kol 4,7.8.16). Doch das Verschicken dieser Briefe geschah damals nicht wie heute per Mausklick, sondern war mit einer anstrengenden und gefahrvollen Reise von Rom nach Kleinasien verbunden. Tychikus war sich dafür nicht zu schade und setzte seine ganze Zeit, Kraft und Ausdauer daran, diese Aufgabe zu erfüllen.

Zugleich war Tychikus aber auch ein „Informationsträger“, der Informationen einholte und weitergab. Er war der geeignete Mann, um den Ephesern und Kolossern die Umstände von Paulus mitzuteilen und umgekehrt Paulus über die Umstände der Epheser und Kolosser zu informieren. Um objektiv und ausgewogen informieren zu können, musste er einerseits einfühlsam und interessiert genug sein, um die Umstände seiner Gesprächspartner zu erfahren, und andererseits in der Lage sein, diese Informationen auch unverfälscht und genau weiterzugeben.

Doch Tychikus war nicht jemand, der Informationen nur aufnahm und weitergab, ohne an den Lebensumständen seiner Glaubensgeschwister Anteil zu nehmen, sondern einer, der innerlich Anteil nahm an ihren Freuden, Schwierigkeiten und Sorgen. Darum konnte Gott ihn auch als Trostspender benutzen, der die Herzen der Epheser und Kolosser tröstete (Eph 6,22; Kol 4,8).

Schon bald nach seiner Entlassung aus der Haft sandte Paulus diesen bewährten Diener nach Kreta, um Titus abzulösen (Tit 3,12). Schließlich erwähnt Paulus ihn noch einmal in seinem letzten Brief, wo wir erfahren, dass er Tychikus nach Ephesus gesandt hatte (2. Tim 4,12). Aus dem „Kofferträger“ war ein „Lastenträger“ geworden, der den Dienst des großen Apostels aktiv mittrug.

Auszeichnungen

Paulus drückt seine Wertschätzung für Tychikus und seinen Dienst aus, indem er drei besondere Kennzeichen hervorhebt (Eph 6,21; Kol 4,7). Er bezeichnet ihn als

• „geliebten Bruder“: Tychikus war jemand, den man gerne um sich hatte. Er wurde von seinen Brüdern geschätzt und geliebt.
• „treuen Diener“: Tychikus tat seinen Dienst nicht nach Lust und Laune, sondern zuverlässig und beständig.
• „Mitknecht im Herrn“: Tychikus war zudem ein wertvoller Mitarbeiter im Werk des Herrn. Er war kein Einzelkämpfer, sondern ein Teamplayer.

Anregungen

Das Vorbild von Tychikus kann uns in vielerlei Hinsicht als Ansporn dienen. Hier einige Anregungen:
• Hast du dir schon einmal Gedanken gemacht, was du für den Herrn Jesus tun kannst?
• Bist du bereit, diese Aufgabe in Treue auszuführen, auch zusammen mit anderen?
• Liegt dir das Wohlergehen deiner Mitgeschwister am Herzen?
• Nimmst du Anteil an ihren Nöten und Schwierigkeiten, wenn nötig, auch mit Trost und tatkräftiger Liebe?
• Wie sprichst du über deine Mitgeschwister?
• Ist deine „Berichterstattung“ ausgewogen und objektiv oder hebst du Schwächen und Fehler hervor?

Daniel Melui