Die Geschichte der Gnade Gottes

Online seit dem 25.08.2017

Gottes Handeln mit uns Kindern Gottes ist ein Handeln in Gnade. Und zwar vor der Zeit, durch die Zeit und in alle Ewigkeit.

Gnade vor der Zeit

Vor ewigen Zeiten, als wir noch nicht waren, hat Gott uns in seinem Ratschluss Gnade zugewendet. „… der uns errettet hat und berufen mit heiligem Ruf, nicht nach unseren Werken, sondern nach seinem eigenen Vorsatz und der Gnade, die uns in Christus Jesus vor ewigen Zeiten gegeben wurde“ (2. Tim 1,9). Dieses Tun Gottes in der Ewigkeit hat nichts mit unserer Verantwortung zu tun, sondern es ist eine Sache der unumschränkten und den menschlichen Verstand übersteigenden Gnade Gottes. Es ist die „Herrlichkeit der Gnade Gottes“ (Eph 1,6).

Gnade in der Zeit für den Sünder

In der Zeit wird das Evangelium der Gnade Gottes gepredigt (Apg 20,24). Der, der daran glaubt, wird umsonst gerechtfertigt durch seine Gnade, durch die Erlösung, die in Christus Jesus ist (Tit 3,7; Röm 3,24). Wenn aber durch Gnade, so nicht mehr aus Werken; sonst ist die Gnade nicht mehr Gnade (Röm 11,6).

Das, was der Mensch tun muss, ist die Gnade in Jesus Christus im Glauben annehmen. Dies ist die Seite der Verantwortung. Niemand kann sagen: Ich habe die Gnade nicht empfangen, Gott wollte sie mir nicht geben. Die Gnade steht für alle offen. Wer den Geist der Gnade schmäht und die Gnade als Deckmantel für die Sünde benutzt (Heb 10,29; Jud 4), der wird Gottes Gerechtigkeit im Gericht erleben müssen.

Gnade in der Zeit für die Heiligen

In der Zeit erleben Kinder Gottes täglich die Gnade Gottes. Wir bekommen Gnade im Sekundentakt, eine Gnade nach der anderen aus seiner Fülle (Joh 1,16). Und der Gott aller Gnade kann jede Gnade gegen uns überströmen lassen (2. Kor 9,8). Wir empfangen „größere Gnade“, wenn dies nötig ist (Jak 4,6).

Es gibt aber auch die Seite unserer Verantwortung. Wir sollen …

… die Gnade Gottes am Thron der Gnade suchen (Heb 4,16).
… an der Gnade Gottes keinen Mangel leiden (Heb 12,15).
… durch die Gnade innerlich befestigt werden (Heb 13,9).
… in der Gnade Gottes stehen (1. Pet 5,12).
… in der Gnade Gottes wandeln (2. Kor 1,12).
… uns an der Gnade Gottes genügen lassen (2. Kor 12,9).
… stark sein in der Gnade (2. Tim 2,1).
… uns der Gnade Gottes immer mehr bewusst werden (2. Pet 3,18).
… völlig auf die Gnade zu hoffen (1. Pet 1,13).
… in der Gnade zu verharren (Apg 13,43).

Gnade in der Zukunft

Der Gott aller Gnade wird uns Kinder Gottes zu seiner ewigen Herrlichkeit in Christus Jesus führen, denn dazu hat er uns berufen (1. Pet 5,10). Bei der Erscheinung unseres Herrn in Macht und Herrlichkeit wird dann sichtbar werden, dass wir Denkmäler der Gnade Gottes sind (1. Pet 1,13). Jetzt ist das noch nicht offenbar.

Und Gott wird uns in den kommenden Zeitaltern – und das „umschließt“ – die Ewigkeit, den überragenden Reichtum seiner Gnade zeigen (Eph 2,7). Wir müssen im Himmel natürlich nicht mehr als Bedürftige begnadigt werden, aber wir dürfen immer wieder Schätze der Gnade sehen. Die Zeit der Verantwortung ist dann vorbei – und somit ist uns der Segen der Gnade ewig sicher.

Gerrid Setzer