Furcht und Glaube

Online seit dem 16.06.2021, Bibelstellen: 1. Mose 3,9.10; Offenbarung 21,8

„Und Gott der Herr rief den Menschen und sprach zu ihm: Wo bist du? Und er sprach: Ich hörte deine Stimme im Garten, und ich fürchtete mich, denn ich bin nackt, und ich versteckte mich.“ (1. Mo 3,9.10)

„Den Feigen aber und Ungläubigen … – ihr Teil ist in dem See, der mit Feuer und Schwefel brennt, welches der zweite Tod ist.“ (Off 21,8)

Furcht ist ein Feind des Glaubens. Dieser Grundsatz durchzieht die gesamte Heilige Schrift. Als durch den Ungehorsam des ersten Menschenpaares die Sünde in die Welt kam, kam mit ihr auch die Furcht. Deshalb versteckten sich Adam und Eva, als sie Gottes Stimme hörten. Schuld, Scham und Furcht – die unheilige Dreieinheit der Sünde – halten uns stets von Gott fern, selbst wenn er uns deutlich zu sich ruft. Bei der Beschreibung des Endgerichts in der Offenbarung wird gesagt, dass die durch Furcht versklavten Sünder („die Feigen“) nie geglaubt und sich nie Gott genähert haben, obwohl die Bibel klar verkündet, dass Gott sich von jedem Menschen finden lässt.

Einen Gläubigen kann die Furcht zwar nicht mehr in die Hölle bringen, aber sie hält ihn doch von Gott fern. Der Apostel Petrus hatte Furcht vor der Reaktion einiger Juden-Christen, wenn er bei einer gemeinsamen Mahlzeit mit Christen aus den Heiden Gemeinschaft pflegte. Dadurch leugnete er die göttliche Wahrheit, dass alle Gläubigen in Christus eins sind (Gal 2,12). Timotheus fürchtete sich vor den Schwierigkeiten des Dienstes und wurde deshalb weniger aktiv im Werk des Herrn. Daher musste er dazu ermutigt werden, die Gnadengabe Gottes „anzufachen“ und in Kraft, Liebe und Besonnenheit zu dienen (2. Tim 1,6.7).

Furcht ist immer ein Feind des Glaubens. Umgekehrt ist der Glaube aber das Mittel gegen Furcht. Das Neue Testament betont dies direkt von Beginn an: „Fürchte dich nicht!“, sagte der Engel sowohl zu Joseph als auch zu Maria, als er ihnen das Kommen des Erretters verkündete (Mt 1,20; Lk 1,30). Und als dieser geboren war, hörten es die Hirten auf dem Feld ein weiteres Mal. Wenn wir dem mächtigen Gott vertrauen, der seine Verheißungen immer hält, wird die Furcht durch den Glauben verdrängt. Der Herr Jesus selbst sagte: „Fürchte dich nicht; glaube nur!“ (Lk 8,50).

Stephen Campbell