Bis David über die Maßen weinte

Online seit dem 03.09.2021, Bibelstellen: 1. Mo 42,24; 50,1; 1. Sam 20,41; 30,4; 2. Sam 19,1; Ps 69,11

„Und sie küssten einander und weinten miteinander, bis David über die Maßen weinte.“ (1. Sam 20,41)

Von David finden wir bei sieben Gelegenheiten, dass er weinte:

  • Er weinte mit Jonathan, als sich die beiden Freunde zum letzten Mal sahen (Kap. 20,41).
  • Er weinte mit seinen Männern in Ziklag, als die Amalekiter ihre Frauen und Kinder gefangen weggeführt hatten (Kap. 30,4).
  • Er weinte, nachdem er erfahren hatte, dass Saul und Jonathan in der Schlacht mit den Philistern gefallen waren (2. Sam 1,11.12).
  • Er weinte am Grab Abners (Kap. 3,32).
  • Er weinte, als er erfahren hatte, dass Absalom alle seine Söhne erschlagen hatte (Kap. 13,36).
  • Er weinte, als er auf der Flucht vor Absalom aus Jerusalem fliehen musste (Kap. 15,30).
  • Er weinte über seinen Sohn Absalom, der von Joab getötet worden war (Kap. 19,1).

Auch von Joseph lesen wir siebenmal, dass er weinte:

  • Er weinte, als er seine Brüder nach langer Zeit zum ersten Mal wiedersah (1. Mo 42,24).
  • Er weinte, als er seinen Bruder Benjamin wiedersah (Kap. 43,30).
  • Er weinte, als er sich seinen Brüdern zu erkennen gab (Kap. 45,2).
  • Er weinte, als er seinem Bruder Benjamin um den Hals fiel (Kap. 45,14).
  • Er weinte an allen seinen Brüdern, nachdem er sich ihnen zu erkennen gegeben hatte (Kap. 45,15).
  • Er weinte, als er seinen Vater Jakob nach langer Zeit zum ersten Mal wiedersah (Kap. 46,29).
  • Er weinte nach dem Tod seines Vaters Jakob (Kap. 50,1).

David und Joseph sind beide schöne Vorbilder auf den Herrn Jesus. Auch von dem Herrn lesen wir mehrfach, dass Er weinte: Er weinte über Jerusalem, als Er an den Unglauben ihrer Bewohner und an ihre zukünftige Drangsal dachte (Lk 19,41). Auch am Grab Lazarus‘ vergoss Er Tränen (Joh 11,35). In seinem vollkommenen Mitgefühl freute Er sich mit den sich Freuenden und weinte mit den Weinenden (Röm 12,15). Doch als Er weinte, wurde Er von anderen geschmäht (Ps 69,11).

Der Herr Jesus ist uns in allem gleich geworden (Heb 2,17). Er war ein Mensch wie wir es sind, aber ohne Sünde. Da Er überhaupt nichts mit der Sünde zu tun hatte, waren seine Empfindungen viel reiner, edler und tiefer als sie bei uns sind. Und das ist auch heute nicht anders: Der Herr Jesus ist als wahrer Mensch in den Himmel zurückgekehrt, um sich dort für uns zu verwenden. Seine Empfindungen, seine Liebe und sein Mitgefühl gehen auch heute noch weit über unsere Empfindungen, unsere Liebe und unser Mitgefühl hinaus.

Dies veranschaulicht die oben erwähnte Begebenheit sehr trefflich: Sowohl Jonathan, in dem wir ein Bild eines Gläubigen sehen, als auch David, der auf den Herrn Jesus hinweist, weinten, aber von David wird gesagt, dass er über die Maßen weinte. Und so wird es immer sein: Im Gegensatz zu unseren oberflächlichen und abgestumpften Empfindungen sind seine Empfindungen stets vollkommen. Auch das darf unser immer wieder zur Anbetung seiner herrlichen Person führen.

Daniel Melui