Mission erfüllt?

Online seit dem 24.07.2022, Bibelstellen: Apg 20,17-38; Hes 3,18-20

Mission erfüllt!

Ganze drei Jahre hatte Paulus in Ephesus gelebt und gearbeitet. In seiner Abschiedsrede in Apostelgeschichte 20,17–38 erhalten wir einen kleinen Einblick in die Intensität seiner Zeit dort: Täglich hatte er ihnen geistlich gedient (Apg 20,31) – und zwar jedem Einzelnen von ihnen (Apg 20,26); er hatte nicht nur sonntags gepredigt, sondern sie alle auch in ihren Privathäusern besucht (Apg 20,20); und bei allem war es für ihn keine Pflichterfüllung, sondern ein Auftrag des Herrn, den er „mit Tränen“ (Apg 20,19) ausgeführt hatte, also mit voller Anteilnahme, aus tiefstem Herzen, mit wahrscheinlich viel Schmerz und Herzblut.

Es ist interessant, mit welchen Worten er auf seinen Dienst dort zurückblickte: „Deshalb bezeuge ich euch an dem heutigen Tag, dass ich rein bin von dem Blut aller; denn ich habe nicht zurückgehalten, euch den ganzen Ratschluss Gottes zu verkündigen“ (Apg 20,26.27). Mit einem Wort sagt er: „Mission erfüllt!“ Alle dort wurden von ihm belehrt, und zwar mit allem Nötigen. Er hat also keinen Menschen ausgelassen und auch kein Thema des Ratschlusses Gottes. Mit voller Überzeugung und gutem Gewissen konnte er sagen, dass er alles getan hatte, um den Auftrag zu erfüllen. Hätte jemand einen der Epheser gefragt: „Hat Paulus dich auch besucht? Hat er dir auch diesen oder jenen Aspekt erklärt? Hat Paulus sich um dich persönlich gekümmert?“, wäre die Antwort immer gewesen: „Ja!“. Er war rein von dem Blut aller, womit er möglicherweise auf die interessante Stelle aus Hesekiel 3,18–20 anspielt. Mit anderen Worten: Wenn jemand Gott eines Tages vorwerfen würde: „Dieses oder jenes hat mir niemand erzählt!“, würde dieser immer antworten: „Doch, Paulus!“ Auch trotz deprimierender Rückschläge oder frustrierender Erlebnisse – die Paulus mit Sicherheit hatte – hat er den Auftrag nicht schleifen lassen und keine Halbherzigkeit an den Tag gelegt. Seine Mission war erfüllt!

Fragen wir uns: Mit welcher Intensität gehen wir an die Aufträge des Herrn an uns persönlich? Sind wir „rein vom Blut aller“? Haben alle nötigen Personen die nötige Verkündigung von uns erhalten? Können wir sagen: „Mission erfüllt“?

Alexander Schneider