Der Linkshänder Ehud

Online seit dem 06.06.2007, Bibelstellen: Richter 3,15-22

Als das Volk Gottes durch Eglon, den König von Moab, bedrängt wurde, erweckte Gott ihnen aus dem Stamm der Benjaminiter einen Retter: Ehud. Sein Vorfahre Benjamin hatte die Namensbedeutung „Sohn meiner Rechten“. Aber, siehe da, Ehud der Benjaminiter war an seiner rechten Hand gehemmt und musste darum mit der linken Hand das Schwert führen.  

Doch er machte sich ein Schwert, das zwei Schneiden hatte – und das war eine gefährliche Waffe. Auch in der Hand eines Linkshänders. Mit dieser Waffe tötete er Eglon, indem er das Schwert in seinen Bauch hineinstieß.

Was können wir daraus lernen? Wir mögen auch ein Handikap wie Ehud haben und denken, wir seien im Dienst für den Herrn nur sehr schlecht, wenn überhaupt, zu gebrauchen. Aber solche Gedanken zu hegen, ist nicht nötig. Wir müssen nur die richtige Waffe ergreifen. Ehud machte sich ein zweischneidiges Schwert – wir brauchen uns nicht mal eine Waffe machen, sondern wir dürfen das Wort Gottes ergeifen, das schärfer als ein zweischneidiges Schwert ist (Hebräer 4,12). Damit können wir gegen das Problem der Faulheit und stolzen Trägheit kämpfen, wovon der König von Moab ein Bild ist (Jeremia 48,11).

Die zwei Schneiden sprechen nun sicher nicht davon, dass wir das Wort zuerst gegen uns (die erste Schneide) und dann gegen die anderen richten sollen (zweite Schneide). An sich ist es ja völlig wahr, dass wir so mit dem Wort umgehen sollen – aber das ist nicht die Bedeutung der beiden Schneiden. Sondern Ehud machte sich ein zweischneidiges Schwert, damit er in alle Richtungen schlagen konnte und nicht jedes Mal das Schwert herumdehen musste. Außerdem dringt so ein Schwert rascher in den Gegner ein.

Wir sollen das „scharfe“ Wort Gottes in seiner ganzen Kraft wirken lassen – in alle Richtungen (und nicht nur in die Richtung, die uns besonders wichtig zu sein scheint). Wenn wir nun gegen das Problem der törichten Bequemlichkeit vorgehen wollen, dann muss das Schwert in den Bauch gerammt werden. Das will sagen: Wir müssen das Wort Gottes wirklich auf unser Leben einwirken lassen und bereit sein, unsere Selbstsucht vor den Augen eines heiligen Gottes zu richten. Der Bauch spricht von dieser Selbstsucht, die die Wurzel der Trägheit ist. Diese Gedanken legen Stellen wie Römer 16,18, Philipper 3,19 und Titus 1,12 nahe. Da Schwert muss – im Bilde gesprochen – in den dicken Bauch hinein. Das gibt ein Aufatmen in dem eigenen Leben und dann auch im Leben des Volkes Gottes!

Gerrid Setzer