Betrachtung Psalm 119 (27)

Online seit dem 20.10.2012, Bibelstellen: Psalm 119,46-48

Vers 46: Und vor Königen will ich reden von deinen Zeugnissen und mich nicht schämen.

Die sich im weiten Raum befindliche Seele kann ein treues Zeugnis ablegen, indem sie auf dem Weg Gottes wandelt. In dem Bericht im Buch Esra in Kapitel 7, Verse 11 bis 28, hatte Esra ein ergreifendes Zeugnis des Gesetzes Gottes der Himmel vor dem König Artasasta abgegeben. Auch Gott hat das Herz dieses mächtigen Monarchen zugunsten der Juden geneigt, die in ihr Land zurückgekehrt waren. Der Apostel Paulus, der im Gefängnis in Rom in Ketten lag, kann in Philipper 1,13 sagen: „So dass meine Fesseln in Christus offenbar geworden sind in dem ganzen Prätorium", der so das Wort des Herrn erfüllt, das in Apostelgeschichte 9,15 verkündigt wurde. Lies auch Apostelgeschichte 26,26-27 und 2. Timotheus 4,17.

Vers 47: Und ich werde meine Wonne haben an deinen Geboten, die ich liebe,

Dieser Vorfahre im Glauben identifiziert sich mit dem göttlichen Willen, und die Wonne seines Herzens ist der volle Empfang des geschriebenen Wortes. Der Prophet Jeremia, der ein Mann des Gerichts zugunsten der Rechte Gottes für sein geliebtes Volk war, wandte sich an seinen Gott und öffnete ihm sein Herz: „Deine Worte waren vorhanden, und ich habe sie gegessen, und deine Worte waren mir zur Wonne und zur Freude meines Herzens" (Jeremia 15,16).

Vers 48: und werde meine Hände aufheben zu deinen Geboten, die ich liebe; und über deine Satzungen will ich sinnen.

Unser teurer Herr und Retter hat in den Tagen seines Fleisches immer die Dinge getan, die seinem Gott gefielen, nach der Vollkommenheit, die ihm eigen war in der Mitte seines Volkes, Übertretern des Gesetzes. Wie im vorhergehenden Vers wird die Liebe für die göttlichen Belehrungen ausgedrückt; es liegt nicht in der Natur des Menschen zu lieben, was Gott gefällt. Nur das wiedergeborene Herz kann auf die Liebe antworten, deren Gegenstand er ist: „Die Liebe freut sich mit der Wahrheit" (1. Korinther 13,6). Das ist der Wunsch des Dieners. Durch die Wirkung des Geistes finden wir unsere Wonne in dem Wort Gottes, und wenn wir unsere Hände nach den Geboten Gottes erheben, verlangen wir, diesem Wort gehorsam zu sein.

 

M. Roy und Filipczak