Betrachtung Psalm 119 (59)

Online seit dem 01.05.2013, Bibelstellen: Psalm 119,114-116

Vers 114: Mein Bergungsort und mein Schild bist du; auf dein Wort harre ich.

Wenn im vorhergegangenen Vers der Mann des Glaubens bewahrt wird vor der Beschmutzung, die aus dem Innern kommt, d. h. aus dem Herzen, so befindet er sich nun in Sicherheit vor den Angriffen von außen. In Psalm 32,7 sagt der Erlöste zu seinem Gott: „Du bist ein Bergungsort für mich“, er ist sicher vor jeder Gefahr. Er ist „sein Schild“. Gott hatte zu Abraham gesagt: „Ich bin dir ein Schild, dein sehr großer Lohn.“ Er ist für uns der Schild des Glaubens, mit dem wir die brennenden Pfeile des Bösen auslöschen können. In Gottes Zufluchtsstätte ist man sicher gegenüber der Kraft Satans. Mit dem Schild ist man geschützt vor den Pfeilen des Feindes.

Vers 115: Weicht von mir, ihr Übeltäter: Ich will die Gebote meines Gottes bewahren.

Wir haben bereits gesehen, dass der Vers 115 sich an Menschen richtet, die das Böse tun. Der Schreiber unterbricht sein Gebet und bezeugt ausdrücklich seine Trennung vom Bösen. Die Trennung umfasst zwei Bereiche: die Trennung vom moralisch Bösen und die Trennung vom lehrmäßig Bösen. Vom Schlechten getrennt zu sein bedeutet nicht nur, sich von den Ideen und religiösen Systemen zu trennen, sondern auch von denen, die diese verbreiten.

„Die ihr den HERRN liebt, hasst das Böse!“ (Psalm 97,10). „Verabscheut das Böse, haltet fest am Guten“, und weiter: „Lass dich nicht von dem Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit dem Guten“ (Römer 12,9 und 21). Die Beachtung der göttlichen Belehrungen steht hier in Verbindung mit dem Ausdruck „meines Gottes“, um dessen Verherrlichung es hier geht. Das gibt dem Gläubigen diese Urteilsfähigkeit und diese Achtsamkeit, die für ihn unverzichtbar sind, wenn er von dem Einfluss des Bösen bewahrt werden will.

Vers 116: Unterstütze mich nach deiner Zusage, so werde ich leben; und lass mich nicht beschämt werden in meiner Hoffnung!

Dieses Gebet wird im Bewusstsein der Kraftlosigkeit in den Kämpfen und Aufgaben des Glaubensweges ausgesprochen. Der Apostel Paulus kann vor Agrippa sagen: „Da mir nun der Beistand von Gott zuteilwurde, stehe ich bis zu diesem Tag da und bezeuge ...“ (Apostelgeschichte 26,22). Das Ausharren im Glauben ist sein Teil gewesen. Nichts konnte seine Hoffnung erschüttern, die durch die ausgegossene Liebe Gottes in seinem Herzen fest verankert war. Das Wort ist die Kraftquelle, von der man lebt. Gott steht den Seinen bei und lässt nicht zu, dass sie beschämt werden.

M. Roy und Filipczak