Betrachtung Psalm 119 (62)

Online seit dem 07.05.2013, Bibelstellen: Psalm 119,121-123

Ajin

Absonderung und Errettung durch das Wort. Der stets sehr eindringliche Aufruf um die Hilfe des Herrn, um seinen Diener von dem Leid zu erretten.

Verse 121 bis 128

Vers 121: Ich habe Recht und Gerechtigkeit geübt; überlass mich nicht meinen Bedrückern!

Im Bewusstsein seiner Nichtigkeit gegenüber dem Richter, aber erfüllt von den göttlichen Gedanken über das Gericht, bittet der Diener um göttlichen Schutz (V. 122), göttliche Güte (V. 124) und göttliche Einsicht (V. 125). Dieser Vers 121 wird ganz besonders das Gebet des jüdischen Überrestes sein, wenn sie durch die große Trübsal gehen. Die ganze Schrift sagt, dass der, der Recht und Gerechtigkeit übt, nicht von Gott verlassen werden kann. Wir finden das insbesondere im Neuen Testament. „Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie, und sie folgen mir; und ich gebe ihnen ewiges Leben, und sie gehen nicht verloren in Ewigkeit, und niemand wird sie aus meiner Hand rauben“ (Johannes 10,27.28). Ein Kind Gottes kann wegen des Namens Jesu in Bedrängnis kommen, aber es wird niemals seinen Verfolgern überlassen werden: sein Körper vielleicht schon – das bezeugen die ganzen Verfolgungen der wirklich Gläubigen –; aber seine Seele wird niemals verlassen werden.

Vers 122: Sei Bürge für deinen Knecht zum Guten; lass die Übermütigen mich nicht bedrücken!

Nun ruht der Diener ganz in dem HERRN als Belohnung für seine Treue. Das führt ihn zu der Bitte, dass Gott sein Bürge sei. Wie lässt uns dieser Vers an die ganze gegebene Offenbarung in Christus herantasten! Denn er allein ist der Bürge für unsere himmlischen Segnungen. Das Gute, um das wir in unseren Gebeten bitten, betrifft unser himmlisches Teil.

Vers 123: Meine Augen schmachten nach deiner Rettung und nach der Zusage deiner Gerechtigkeit.

Sehr viele Dinge führen dazu, die geistliche Sicht zu verdecken. Angesichts der Bedrückung der Übermütigen (V. 122) vertraut der Diener ganz auf seinen Gott in Erwartung der Errettung. Er betet, damit die Erprobung nicht das Licht seiner Seele trübt. In unseren inneren Kämpfen gibt es kritische Momente, in denen der Feind versucht, alles zu verdunkeln, um das Vertrauen und die Hoffnung unseres Herzens zu zerstören. Das ausreichende und unveränderliche Licht des Glaubens ist das Wort Gottes: „Sagt vom Gerechten, dass es ihm wohl ergehen wird“ (Jesaja 3,10).

 

M. Roy und Filipczak