Simon Petrus – Seine Bekehrung (4)

Online seit dem 24.03.2014, Bibelstellen: Johannes 1,29-42

„Sie kamen nun und sahen, wo er sich aufhielt, und blieben jenen Tag bei ihm. Es war aber um die zehnte Stunde.“ Das bedeutet: Als die beiden Jünger zu dem Herrn kamen, waren noch zwei Stunden von dem Tag übrig. Oh, diese zwei Stunden mit Jesus! Ich frage dich: Hast du jemals zwei Stunden mit Jesus verbracht? Ich bin mir sicher: Wenn dass der Fall ist, hast du versucht, andere an dem teilhaben zu lassen, was du genossen hast.

Diese Jünger haben das getan. Sofort wird ein persönliches Zeugnis gegeben, und ich sage dir: Ein stilles, persönliches Zeugnis ist oft viel mehr wert als öffentliches Predigen. Dieser stille Mann, Andreas, von dem wir nicht mehr hören, als das er den Herrn bis zum Ende begleitet hat, wird das Mittel, durch den der bekannteste Jünger der Zwölf zur Umkehr geführt wird, dessen Bericht über sein Leben und seinen Dienst in der Schrift so einen großen Platz einnimmt und der an Pfingsten selber das Mittel für die Bekehrung von 3000 Seelen an einem einzigen Tag war.

Es ist sehr schön, Andreas hier zu sehen, wie er sofort losgeht, um von dem Einen zu erzählen, den er gefunden hatte. Er beginnt dabei zu Hause. „Dieser findet zuerst seinen eigenen Bruder Simon.“ Er beginnt in der Mitte und geht dann erst in die Umgebung.

Andreas findet nicht nur Simon, sondern „führt ihn zu Jesus“. Was für ein schöner Dienst! Bist du, mein lieber Leser, schon zu Jesus gebracht worden? Wenn nicht, dann lass mich dich jetzt zu Ihm führen. Komm doch jetzt zu Ihm!

Ich kann mir gut vorstellen, wie dieser robuste Fischermann an diesem Tag zu seinem Bruder spricht und sagt: „Wir haben den Messias gefunden (was übersetzt ist: Christus)“, und dieser dann auch kommt.

Es ist hier weniger die Frage des großen Wissens über die Person Jesus, aber Andreas hatte eine Beziehung zu dieser Person und daher bringt er seinen eigenen Bruder Simon zu Ihm. „Jesus blickt ihn an und sprach: Du bist Simon, der Sohn Jonas; du wirst Kephas heißen (was übersetzt wird: Stein).“ Was für ein wunderbarer Moment in dem Leben von Simon. Er kommt in die Gegenwart des Herrn, und was lernt er dort? Er lernt, dass der Eine, den er niemals zuvor gesehen hatte und, soweit wir wissen, der ihn noch niemals gesehen hatte, alles über ihn wusste. Jesus wusste alles über Simon und, mein lieber Leser, Er weiß auch alles über dich! Er wusste, dass Simon ein Sünder war, der einen Retter brauchte, und er weiß auch, dass du ein Sünder bist und auch einen Retter brauchst.

Der Herr spricht den Neuankömmling an und sagt: „Du bist Simon, der Sohn Jonas; du wirst Kephas heißen (was übersetzt wird: Stein).“ Was bedeutet diese Namensänderung? Zur Zeit des Alten Testamentes geschah es öfters, dass ein Name geändert wurde. Gott änderte den Namen von Abram und Sarai, auch Jakob erhielt einen neuen. Pharao änderte den von Joseph, Nebukadnezer den von Daniel und seinen Freunden und der König von Ägypten änderte den Namen des letzten Königs von Juda.

Die Namensänderung bedeutete, dass der, der einen neuen Namen erhalten hatte, der Vasall, der Untertan, das Eigentum dessen war, der seinen Namen geändert hatte. Der Herr sagt damit aus: Simon, du gehörst mir mit Geist, Seele und Leib, ich werde mit dir tun was ich möchte. „Es kommt die Stunde und ist jetzt, da die Toten die Stimme des Sohnes Gottes hören werden, und die sie gehört haben, werden leben“ (Joh 5,25). Diese Stunde hatte sich in dem Leben dieses galiläischen Fischermannes erfüllt. Simon hörte da die Stimme des Sohnes Gottes, und obwohl er zumindest zu dem Zeitpunkt nicht verstand, was der Herr sagte, hat er es dennoch später verstanden, als er seinen ersten Brief schrieb, denn er sagt: „Zu welchem kommend, als zu einem lebendigen Stein …, werdet auch ihr selbst als lebendige Steine aufgebaut, ein geistliches Haus“ (1. Pet 2,4.5). Was ist ein Stein? Ein Stück aus einem Felsen. Und was ist ein Christ? Ein Teil Christi, den er ist ein Glied am Leib Christi.

Auch heute sind Gläubige in dem Herrn Jesus mit Ihm verbunden, ja, sogar vereinigt. Petrus lernte diese Wahrheit, wenn auch langsam, aber die Notwendigkeit und der Segen davon sind offensichtlich, denn mit der Zeit hören wir, wie er sagt: „Zu welchen kommend, als zu einem lebendigen Stein, … werdet auch ihr selbst als lebendige Steine aufgebaut“ – das bedeutet, dass Christus sein eigenes Leben uns mitteilt und wir ein fester Bestandteil des Hauses Gottes werden, welches Gott baut. Und ist ein „lebendiger Stein“ nicht etwas völlig anderes als ein toter Sünder? Vielleicht fragst du dich, wie man dieses Leben bekommt. Dann musst du in persönlichen Kontakt mit Jesus kommen. Andreas brachte Petrus zu Jesus und Jesus sagte ihm: „Du wirst Kephas heißen (was übersetzt wird: Stein)“, du bist ein lebendiger Stein, Petrus, und von diesem Moment an gehörst du mir. Willst du, mein lieber Leser, nicht auch Ihm heute angehören? Willst du Ihm nicht auch jetzt vertrauen?

Die ganze Frage der Sünde wurde durch den Tod Christi geregelt. Er ging in den Tod und hat ihn weggetan (1. Kor 15,26). Er hat den zunichte gemacht, der die Macht des Todes hatte (Heb 2,14). Er nahm die Sünde auf sich und tat sie hinweg. Jetzt, zur Rechten Gottes sitzend, sagt Er: „Wendet euch zu mir – kommt her zu mir“ (Jes 45,22; Mt 11,28). Wenn du kommst, so wird Er dir auf der Stelle ewiges Leben geben und dich zu einem lebendigen Stein machen. Petrus damals erfuhr, wie ihm von dem Sohn Gottes Leben mitgeteilt wurde. Als er an diesem Tag vor dem Sohn Gottes stand, ist er „aus dem Tode in das Leben übergegangen“ (1. Joh 3,14). Von diesem Tag an war seine Seele für immer mit dem Herrn verbunden. Ich sage nicht, dass Petrus von diesem Tag an auch dem Herrn nachfolgte, aber hier sehen wir den Zeitpunkt seiner Bekehrung – er wurde lebendig gemacht mit dem Leben Jesu und wurde ein „lebendiger Stein“. Damit haben wir den Bericht seiner Bekehrung abgeschlossen.

W.T.P. Wolston