Gott beim Wort nehmen (01)

Online seit dem 26.09.2014, Bibelstellen: Lukas 12,22-31

Neulich ging ich in das Zimmer meines kleinen Sohnes und fand eine Packung Cornflakes unter dem Bett. Weil die Sache für mich unerklärlich war, sprach ich ihn darauf an. Er meinte nur: „Na, man weiß ja nie. Ich bin einfach mal vorsichtig. Das scheint mir ganz klug zu sein.“ Ich war erst sprachlos. „Aber habe ich dich nicht immer versorgt? Hast du jemals Hunger gehabt? Habe ich dir nicht versprochen, dir immer genug zu essen zu geben?“ „Ja schon, aber...“

Die Geschichte ist so natürlich nie geschehen. Und doch geschieht sie – auf eine andere Art – täglich. Wir machen uns Sorgen, wo wir uns keine Sorgen machen sollen.  Jeder kann verstehen, wie enttäuscht und traurig ein Vater sein würde, der erlebt, dass sein Kind ihm nicht vertraut. Genauso wird unser Gott und Vater verunehrt, wenn wir Seinen Versprechen nicht glauben und Ihm nicht vertrauen und stattdessen selbst die Dinge in die Hand nehmen.

Schauen wir uns Sein Versprechen an, das Er uns in Lukas 12 gibt. Dort sagt der Herr zu seinen Jüngern: „Seid nicht besorgt für das Leben, was ihr essen, noch für den Leib, was ihr anziehen sollt, denn das Leben ist mehr als die Nahrung und der Leib mehr als die Kleidung“ (Lk 12,22). Hier geht es um die lebenswichtigen Grundbedürfnisse des Menschen: Nahrung und Kleidung. Von allen Bedürfnissen, die ein Mensch hat, stehen sie an erster Stelle. Verständlicherweise, denn wenn wir keine Nahrung haben verhungern wir; wenn wir keine Kleidung haben, werden wir über kurz oder lang schwer krank oder erfrieren unter Umständen.

Und doch sollen wir uns keine Sorgen darum machen, dass uns jemals daran mangeln wird. Warum nicht? Weil wir einen himmlischen Vater haben, der weiß, dass wir das alles nötig haben (Lk 12,30; Mt 6,32). Er weiß es und Er wird es geben.

In seiner Rede an die Jünger führt der Herr zwei Beispiele aus der Natur an um zu verdeutlichen, dass wir uns keine Sorgen machen sollen:

  1. Die Raben. Sie säen nicht, sie ernten nicht, und sammeln auch keine Vorräte in Vorratskammern oder Scheunen. Doch Gott ernährt sie Tag für Tag – ob sie es wissen oder nicht (Lk 12,24).
  2. Die Lilien. Sie mühen sich nicht, noch spinnen sie. Und doch war selbst Salomo, einer der größten und herrlichsten Könige der Geschichte, nicht so gekleidet wie eine von diesen (Lk 12,27).

Müssen wir uns den Tadel des Herrn nicht auch gefallen lassen? Sind wir nicht auch Kleingläubige (Lk 12,28)? Weder Rabe noch Lilie kennen etwas von ihrem Schöpfer der sie erhält und versorgt. Doch wir, die wir viel vorzüglicher sind als diese (Lk 12,24.28), wir dürfen ihn als unseren himmlischen Vater kennen, zu dem wir durch unseren Herrn Jesus in einer Beziehung stehen wie Kinder zu ihrem Vater. Er ist der Gott und Vater, der das Höchste und Wertvollste, was Sein Herz kannte, für uns hingegeben hat (vgl. Joh 3,16). Er ist „der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns gesegnet hat mit jeder geistlichen Segnung in den himmlischen Örtern“ (Eph 1,3). „Er, der doch seinen eigenen Sohn nicht verschont, sondern ihn für uns alle hingegeben hat: wie wird er uns mit ihm nicht auch alles schenken?“ (Rö 8,32). In dem Geliebten, in dem Herrn Jesus, sind wir angenehm gemacht worden vor Gott und nun gibt es nichts mehr, was uns der Vater noch vorenthalten würde. Und wenn damit vor allem die geistlichen Segnungen gemeint sind, so dürfen wir das sicherlich auch auf unsere täglichen Bedürfnisse anwenden. Lasst uns Gott beim Wort nehmen!

(Fortsetzung folgt)

Friedemann Werkshage