Das Haus des Christen (05)

Online seit dem 11.11.2021, Bibelstellen: 1. Tim 2,9.10; Tit 2,5

1. Zur umfassenderen Betrachtung wenden wir uns jetzt noch zu anderen Stellen, die einen Bezug zu unserem Thema haben. Jede Schriftstelle ist wichtig und zu unserer Wegweisung gegeben für die kleine Weile, in der wir auf die Rückkehr unseres Herrn warten. Deshalb darf keine folgenlos vernachlässigt werden. Eine dieser Stellen bezieht sich auf die Kleidung. Der Apostel Petrus fährt in dem oben bereits zitierten Abschnitt in 1. Petrus 3 folgendermaßen fort: „deren Schmuck nicht der äußere sei durch Flechten der Haare und Umhängen von Goldschmuck oder Anziehen von Kleidern, sondern der verborgene Mensch des Herzens in dem unvergänglichen Schmuck des sanften und stillen Geistes, der vor Gott sehr kostbar ist“ (1. Pet 3,3.4). Damit in Übereinstimmung (weil es durch denselben Geist eingegeben wurde), schreibt Paulus: „Ebenso auch, dass die Frauen sich in bescheidenem Äußeren mit Schamhaftigkeit und Sittsamkeit schmücken, nicht mit Haarflechten und Gold oder Perlen oder kostbarer Kleidung, sondern – was Frauen geziemt, die sich zur Gottesfurcht bekennen – durch gute Werke“ (1. Tim 2,9.10). In beiden Stellen wird die Frauen so naheliegende Versuchung zur Eitelkeit angedeutet und ihre Neigung, durch Kleidung und äußeren Schmuck so vorteilhaft wie möglich erscheinen zu wollen.

Es wird zwar oft gesagt, dass diese Dinge dem Gewissen des Einzelnen überlassen bleiben müsse, allerdings sind solche Einwände im Licht dermaßen klarer und genauer Anweisungen schwer nachvollziehbar. Es ist völlig wahr, dass diese Ermahnungen dort, wo das Herz von Christus erfüllt und in Frieden ist, kaum nötig sein werden. Die flüchtige Bekanntschaft mit vielen unserer Versammlungen offenbart allerdings in diesem Kontext eine demütigende Tatsache, dass nämlich manche Herzen ihre Befriedigung nicht in Christus finden. Es ist nicht Traurigeres vorstellen als der Anblick derer am Tisch des Herrn. Wenn wir durch den Geist Gottes dort versammelt sind, ist es, um den Tod des Herrn zu verkündigen, bis er kommt (1. Kor 11,26). Und wenn wir seiner in seinem Tod gedenken, werden wir gleichzeitig auch daran erinnert, dass uns durch sein Kreuz die Welt gekreuzigt ist und wir der Welt (Gal 6,14). In welch einem Widerspruch dazu stehen dann die offensichtlichen Spuren Ägyptens an ihrem Äußeren, trotz der Tatsache, dass die uns umgebende Welt bereits gerichtet ist. Und wie muss es den Herrn selbst betrüben, wenn die, die bekennen, außerhalb des Lagers seine Schmach zu tragen, in Kleidung und Schmuck dermaßen viel Weltförmigkeit zeigen und dadurch beweisen, dass sie praktisch „noch in der Welt leben“.

Nachlässigkeit in Kleidung oder überhaupt unserem Äußeren ist nirgends angesagt. Im Gegenteil sollten wir darauf achten, allerdings gemäß dem Wort Gottes. Das „bescheidene Äußere“ soll mit dem „sanften und stillen Geist“ übereinstimmen und die Kleidung der passende Ausdruck des Charakters sein, den Gott bei uns sucht. Auch Schmuck ist erlaubt. Er soll jedoch nicht aus Gold und Perlen bestehen, sondern guten Werken, „was Frauen geziemt, die sich zur Gottesfurcht bekennen“. Möchten doch alle christlichen Frauen jeder dieser Schriftstellen unter Gebet ihre ganze Aufmerksamkeit schenken. Die Folge davon würde sicher zur Ehre des Herrn sein – durch ein bestimmteres, offenbareres Zeugnis des wahren Platzes der Seinen, den Platz seiner Verwerfung, der Gemeinschaft seiner Leiden und der Absonderung für Gott, zu der uns seine Gnade berufen hat.

Ein anderes, besonders an junge Frauen gerichtetes Wort, ermahnt sie, dass sie „mit häuslichen Arbeiten beschäftigt“ sein sollen (Tit 2,5). Sie werden daran erinnert, dass der Beschäftigungsradius in erster Linie das Haus ist und dass keine andere Arbeit oder Neigung sie an der Erfüllung dieser Pflichten hindern darf. Gott hat ihnen ihr Heim als Arbeitsfeld gegeben und in Treue ihm gegenüber sollen sie es fleißig bearbeiten.

Bei anderen speziellen Anweisungen brauchen wir uns nicht aufzuhalten. Zusammen mit denen, die wir betrachtet haben, zeigen sie der christlichen Frau den göttlichen Maßstab, nach dem sie sich richten soll. Mögen sie jeder Christin, die sich in dieser Stellung befindet, als Spiegel dienen, in den sie fleißig und als ein „Täter des Wortes“ schaut. Möge sie im Gehorsam diesem Wort gegenüber ihren wichtigen Platz ausfüllen und „als dem Herrn“ alles tun, was er von ihr verlangt. Salomo sagt über solch eine Frau:

Macht und Hoheit sind ihr Gewand, und so lacht sie des künftigen Tages. Sie öffnet ihren Mund mit Weisheit, und liebreiche Lehre ist auf ihrer Zunge. Sie überwacht die Vorgänge in ihrem Haus und isst nicht das Brot der Faulheit. Ihre Söhne stehen auf und preisen sie glücklich, ihr Mann steht auf und rühmt sie: Viele Töchter haben tüchtig gehandelt, du aber hast sie alle übertroffen! Die Anmut ist Trug, und die Schönheit Eitelkeit; eine Frau, die den Herrn fürchtet, sie wird gepriesen werden. Gebt ihr von der Frucht ihrer Hände; und in den Toren mögen ihre Werke sie preisen! (Spr 31,25–31)

Edward Dennett