Wenn dein Sohn dich fragt (04)

Online seit dem 08.05.2015, Bibelstellen: 2. Mose 12,26.27; 2. Mose 13,14-16; 5. Mose 6,20-25; Josua 4,6.7; 4,21-24

Zum Schluss wollen wir noch kurz anschauen, bei welchen vier Gelegenheiten den Eltern die Antworten vorgeschrieben wurden, wenn ihre Kinder sie fragen würden. Das gibt uns Aufschluss darüber, welche Themen in den Gesprächen mit unseren Kindern einen festen Platz haben sollten.

Die Frage zu der Passahfeier (2. Mose 12,26.27) erinnert uns an das Erlösungswerk des Herrn Jesus. Das ist sicher das Erste, was unsere Kinder lernen und auch persönlich für sich in Anspruch nehmen müssen. Das Passah war aber auch eine Gedenkfeier und weist damit hin auf das Gedächtnismahl des Herrn. Unsere Kinder sollten wissen, warum wir (zum Brotbrechen) zusammenkommen, und spüren, dass uns das Zusammenkommen der Kinder Gottes etwas bedeutet. Es sollte uns auch ein Anliegen sein, dass unsere Kinder eine eigene Überzeugung in Bezug auf die Grundsätze des Zusammenkommens nach den Gedanken Gottes bekommen.

Die Frage zur Heiligung der Erstgeborenen (2. Mose 13,14–16) sollte von den Eltern mit einem Hinweis auf die Tötung der Erstgeborenen der Ägypter (und damit ist auch die Verschonung der Erstgeborenen der Israeliten verbunden) beantwortet werden. Deswegen gehörte alle Erstgeburt dem Herrn. Wenn wir unseren Kindern die Größe des Erlösungswerkes unseres Herrn vorstellen, dürfen wir ihnen auch deutlich machen, dass der Herr uns erkauft hat. Wir gehören jetzt ihm, er hat einen Anspruch auf unser ganzes Leben. Das geschieht am besten, indem wir ihnen ein hingebungsvolles Leben vorleben.

Die Antwort auf die Frage nach der Bedeutung des Gesetzes weist uns einerseits auf die Liebe Gottes zu seinem Volk hin. Angefangen von der Befreiung aus Ägypten dokumentiert das Gesetz den besonderen Platz dieses Volkes im Herzen Gottes. Das Gesetz gehörte nach Römer 9,4 zu den Vorrechten der Israeliten, durch die Gott sie aus der Masse der Völker heraushob. Andererseits gab Gott dem Volk die Möglichkeit, durch das Befolgen seiner Gebote ihre Dankbarkeit für seine Wege der Liebe mit ihnen zu zeigen. So dürfen unsere Kinder einerseits lernen, dass auch das Volk Gottes heute einen besonderen Platz im Herzen Gottes hat. Christus ist für uns gestorben, damit er uns aus der gegenwärtigen, bösen Welt herausnehme (Gal 1,4). Unsere Kinder müssen wissen, dass wir nicht mehr zu dieser Welt gehören. Andererseits haben auch wir die Möglichkeit, durch Gehorsam dem Wort Gottes gegenüber unsere Dankbarkeit und Liebe zum Herrn Jesus auszudrücken (vgl. Joh 14,21).

Das Denkmal der 12 Steine sollte eine Erinnerung an den Durchzug durch den Jordan sein. Die Bundeslade hatte dort im Jordan gestanden, von woher die Steine an Land gebracht wurden, und das Volk konnte trockenen Fußes durch den Jordan ziehen. Das Denkmal erinnert uns daran, dass der Herr Jesus als unser Stellvertreter in den Tod gegangen ist, dorthin, wo eigentlich unser Platz war. Gott sieht uns als mit Christus gestorben, aber auch mit ihm auferweckt und mitsitzend in den himmlischen Örtern. Diese kostbare Stellung in Christus können wir unseren Kindern nicht groß genug machen.

Aber noch etwas zeigen diese Steine. Ihre Anzahl (12) wies auf die Einheit des Volkes hin. Später kehrten zweieinhalb Stämme auf die andere Jordanseite zurück. Aber es blieben immer diese zwölf Steine. So dürfen wir unseren Kindern die Wahrheit von der Einheit der Kinder Gottes auch in Tagen der Zersplitterung im Volk Gottes vorstellen. Auch dafür ist Christus gestorben, „damit er auch die zerstreuten Kinder Gottes in eins versammelte“ (Joh 11,52). Ist uns diese eine, sehr kostbare Perle, die Versammlung, genauso wertvoll wie dem, der alles verkaufte, was er hatte, um sie zu besitzen? Wir sollten es nicht versäumen, unseren Kindern dieses wichtige Thema ans Herz zu legen.

Marco Leßmann