Materialismus – eine ernste Gefahr für uns

Online seit dem 27.04.2018, Bibelstellen: Jakobus 1,9

Verfolgungen kennen wir nicht – die jüngsten Generationen schon mal gar nicht. Dabei wollen wir nicht vergessen, dass es auch in unseren Ländern Christen gibt, die aufgrund ihres Glaubens diskriminiert und schikaniert werden. Aber eine derartige Verfolgung, wie wir sie bereits gesehen haben, erfahren wir heute nicht mehr. Das mag daran liegen, dass Satan, vor allem in westlichen Ländern, seine Strategie geändert hat. Haben wir ihn in dem vorigen Beitrag noch als brüllenden Löwen gesehen, erscheint er in unseren Ländern doch vor allem als Engel des Lichts. In den letzten Jahren haben wir es mit einer zunehmenden Demokratisierung zu tun, die uns Sicherheit, Freiheit und Ruhe gebracht hat. Eng damit verknüpft eine starke Liberalisierung, besonders der Wirtschaft, die uns vor allem Wohlstand gebracht hat. Wie kaum eine andere Zeit und wenig andere Länder dieser Erde sind wir durch Materialismus gekennzeichnet. Wir haben uns zu einer regelrechten Konsumgesellschaft entwickelt, deren Lebensstil maßgeblich auf die Sicherung und Steigerung des Konsums ausgerichtet ist. „Shop till you drop“ ist das Credo. Immer her, immer mehr! Das ist unser Zeitgeist. Während verfolgte Christen meist in äußerer Armut leben, aber in einem lebendigen Bewusstsein ihrer Hoheit (Jakobus 1,9), das heißt ihres geistlichen Besitzes in dem Herrn Jesus, scheint es bei uns gerade anders herum zu sein. Zwar nimmt der äußere Wohlstand allgemein zu, aber der geistliche Grundwasserspiegel sinkt immer weiter ab. Mehr und mehr werden geistliche Wahrheiten aufgegeben – wenn auch oft nicht immer in der Theorie, dann doch in der Praxis –, für die unsere Vorfahren hart auf ihren Knien gekämpft haben.

Es geht hier keineswegs darum, einer Art Asketentum das Wort zu reden. Aber Gott sucht heute geistlich gesinnte Männer und Frauen, die voll für Ihn allein einstehen und sich nicht dem Zeitgeist unterwerfen. Deren Leben ein lebendiges Zeugnis ist und ihr Reden nicht durchstreicht, sondern unterstreicht. Sei es unter den offenen und brutalen Angriffen Satans dort oder unter den eher subtilen und versteckten Angriffen hier – es wird uns alles kosten, um standhaft zu widerstehen. Wir müssen uns vor Augen führen, dass es so oder so Satans erklärtes Ziel ist, uns zum Schweigen zu bringen – sowohl in Bezug auf unser Reden als auch auf unser Leben. Letzteres „Reden“ ist eigentlich das lauteste und eindrücklichste. Schweige ich? Welche Sprache redet mein Leben? Was sehen die Menschen?

Friedemann Werkshage