Eigenschaften Gottes (1) - der Gott des Wissens

Online seit dem 03.07.2022, Bibelstellen: Ps 89,7; 1. Sam 2,3; Ps 147,3.4; Mt 10,30; Ps 56,9; Jes 65,24; Ps 139,2.4; Mt 6,32

Eigenschaften Gottes – so wunderbar ist unser Herr

„Denn wer ... ist mit dem HERRN zu vergleichen?“ (Ps 89,7)

Ganz einfache Antwort: niemand. Unser Gott ist einzigartig und unendlich groß. Ich habe in meinem Glaubensleben die Erfahrung gemacht, dass wir gerade dann die größten Wachstumsschritte machen, wenn wir Ihn besser kennenlernen. Je mehr wir von Gott – und wie wir Ihn im Herrn Jesus erkennen können – kennenlernen, desto mehr werden wir Ihn bewundern und lieben.

In dieser kleinen Serie sollen die 13 Bibelstellen beleuchtet werden, in denen durch die Formulierung „Gott des/der ...“ einige Eigenschaften Gottes vorgestellt werden. Mit dem einen Ziel: Gott besser kennenzulernen.

(1)   „Ein Gott des Wissens ist der HERR.“ (1. Sam 2,3)

Gottes Allwissenheit ist eine der Eigenschaften, die wir als begrenzte Wesen mit einem 1,4kg-Gehirn absolut nicht verstehen können. Jedes mögliche Wissen verfügbar zu haben, und zwar von Ewigkeit zu Ewigkeit, ist zu groß für uns. Und doch: Diese Eigenschaft Gottes hat einen sehr großen Trost für uns: Nichts kann Gott überraschen – und Er kann auch keine Fehler machen.

Was alles weiß Gott?

Matthäus schreibt davon, dass „die Haare unseres Hauptes alle gezählt“ sind (Mt 10,30). Da jeder Mensch um die 100.000 Haare hat, ergibt sich eine gewaltige Menge an Wissen – doch das wirklich Gewaltige hier ist, dass Gott ein so großes Interesse an uns hat, dass er sogar die Anzahl unserer Haare kennt.

Sehr bewegend wird es auch durch Ps 56,9: „Mein Umherirren zählst du. Lege in deinen Schlauch meine Tränen; sind sie nicht in deinem Buch?“ Das Interesse unseres Gottes ist so groß, dass er genau Notiz nimmt von unseren Tränen. Schätzungen sagen, dass ein Mensch in seinem Leben so viele Tränen weint, dass er eine Badewanne füllen könnte. Viele Tränen werden ungesehen geweint, möglicherweise nimmt kein Mitmensch Notiz davon. Gott schon!

Noch gewaltiger wird es, wenn wir Psalm 147,4 lesen: „... der da zählt die Zahl der Sterne, sie alle nennt mit Namen“. Der Weltraumsatellit Gaia hat 1,8 Milliarden Sterne unseres Sonnensystems registriert – das sind jedoch nur mickrige 1% der Milchstraße. Darüber hinaus gibt es noch Millionen weitere Galaxien mit ebenfalls Milliarden von Sternen. Für Gott kein Problem. Wenn wir jetzt Vers 3 dazunehmen, kommen wir aus dem Staunen nicht heraus: „der da heilt, die zerbrochenen Herzens sind, und ihre Wunden verbindet“. Gott, der so groß ist, dass er alle Sterne mit Namen kennt, ist eben nicht zu groß für unsere Sorgen. Wenn wir einen Brief an den Bundeskanzler schreiben würden, würde dieser niemals von ihm gelesen werden – der Mann ist zu groß für uns. Nicht jedoch unser Gott – wunderbar!

Gott kennt natürlich alle unsere Worte – aber auch all unsere Gedanken: „Du verstehst meine Gedanken von fern ... Denn das Wort ist noch nicht auf meiner Zunge, siehe, HERR, du weißt es ganz“ (Ps 139,2.4). Unser Gott kennt uns sogar noch besser als wir uns selbst. Und in notvollen Zeiten, in denen wir manchmal nicht wissen, wie genau wir unser Gebet formulieren sollen, dürfen wir wissen: Er hört und antwortet sogar noch bevor wir zu Ende gebetet haben (vgl. Jes 65,24).

Gott kennt auch unsere Bedürfnisse: „Euer himmlischer Vater weiß, dass ihr dies alles nötig habt“ (Mt 6,32). Ob Nahrung, Trinken, Kleidung oder sonst etwas – Ihm ist alles bekannt. Ein großer Trost!

Ein letzter Gedanke zu dem Thema „der Gott des Wissens“ rückt besonders den Herrn Jesus selbst in unser Blickfeld. Aus Hebräer 5,8 lernen wir, dass er Gehorsam lernte. Natürlich wusste er auch vorher, was Gehorsam ist (ich nenne dies einmal Faktenwissen), doch als Mensch auf der Erde hat er ihn persönlich erlebt (Wissen aus Erfahrung). Er hat diese 33 Jahre auf der Erde unter anderem deshalb durchlebt, um all unsere menschlichen Erfahrungen durchzumachen. Warum? Um so fähig zu sein, mit uns Mitleid zu haben (Heb 4,15). Immerhin kennt er unsere Sorgen und Nöte selbst aus Erfahrung. Wie wunderbar, dass Ihm sein „Faktenwissen“ nicht genügte, sondern dass Er all das durchleben wollte, was wir erleben. Was für eine große Empathie.

Fühlst du dich einsam? Das hat der Herr erlebt (Ps 69,21). Bist du am Trauern? Auch das kennt er vollkommen (Mt 14,13; Joh 11,35). Leidest du an Krankheiten? Er hat sich voll damit identifiziert (Mt 8,16.17). Bist du unverstanden? Auch das ist Ihm nicht unbekannt (Lk 2,50). Übrigens lernen wir in dieser Begebenheit, dass der Herr kennengelernt hat, wie sich ein Zwölfjähriger fühlt. Hast du das Gefühl, dein Dienst für den Herrn sei sinnlos, weil du nur Ablehnung erfährst? Auch diese Gedanken kennt Er (Jes 49,4). Es gibt wohl keine menschliche Erfahrung, die der Herr nicht selbst erlebt und kennengelernt hätte.

Wir haben wirklich einen wunderbaren „Gott des Wissens“. Ein großartiger Trost – der große Gott, der alles weiß, interessiert sich für uns kleine Geschöpfe!

Alexander Schneider