Die Evangelien und die Opfer (01)

Online seit dem 03.10.2014, Bibelstellen: Matthäus 1,1; Markus 10,45; Lukas 2,14; Johannes 1,18

Die charakteristischen Eigenschaften der einzelnen Evangelien erschließen sich uns durch die Betrachtung der Stellung des Herrn Jesus. Den vier Evangelien entsprechen jeweils vier unterschiedliche Stellungen.

So wird Er im Matthäus-Evangelium als „Sohn Davids, des Sohnes Abrahams“ in Beziehung zu den verschiedenen Haushaltungen gesehen. Wir betrachten Ihn hier in Seiner Stellung hinsichtlich des Thrones Davids und des Samens Abrahams, welcher der Erbe der Verheißung ist.

Im Markus-Evangelium dagegen begegnet Er uns „in Knechtsgestalt“. Er war nicht gekommen, um bedient zu werden, sondern um zu dienen. Das bedeutete für Ihn eine tiefe Erniedrigung. Denn um dem Bedürfnis des Menschen zu entsprechen, mußte Er letztlich Sein Leben geben als Lösegeld für viele.

Im Lukas-Evangelium wird Er „in seiner Gestalt wie ein Mensch erfunden“. Er lebt inmitten der Menschen und begegnet ihnen so als der Sohn des Menschen in Gnade.

Im Gegensatz dazu stellt uns das Johannes-Evangelium Seine persönliche Herrlichkeit vor, „eine Herrlichkeit als eines Eingeborenen vom Vater“. Er wird vorrangig als Sohn Gottes gesehen, der im Schoß des Vaters ist und den Vater kundmacht. Er ist das Leben spendende Wort Gottes und gibt denen, die Er lebendig macht, die Vorrechte von Kindern und bringt sie in göttliche Gemeinschaft mit dem Vater und dem Sohn.

Mit diesen Gedanken sind wir mehr oder weniger vertraut. Es wird jedoch nicht so klar gesehen – wobei es nicht weniger klar ist –, dass das Werk Christi ebenso viele verschiedene Seiten hat, die vollkommen mit jeder Betrachtungsweise Seiner Person übereinstimmen. Die Opfer im dritten Buch Mose weisen ganz klar auf einen solchen Gedanken hin. Von den fünf Opfern in 3. Mose, Kapitel 1–5, zeigen uns vier die verschiedenen Vollkommenheiten Seines Sühnungswerkes, was durch die unterschiedliche Anwendung des vergossenen Blutes klar erkennbar ist. Dadurch entsteht sofort eine vierfache Perspektive. Eine Ausnahme bildet dabei das Speisopfer, das uns zweifellos den Charakter des Lebens des Herrn Jesus zeigt. Sobald wir die Einzelheiten der übrigen vier Opfer betrachten, ist es lieblich und wunderbar zu sehen, wie auf diesen Blättern des Alten und Neuen Testamentes jeweils die einander genau entsprechenden Gegenstücke zu finden sind: Die Opfer in 3. Mose sind nur ein Bild von dem, was in den Evangelien lebendige Wirklichkeit ist.

F.W. Grant