Die Bergpredigt (7) – Fragen und Antworten

Online seit dem 29.02.2020, Bibelstellen: Matthäus 7,1-12

Fragen und Antworten zu Matthäus 7,1–12

Fragen

1.) Was bedeutet es, dass wir nicht richten sollen (Mt 7,1)? Ist damit gemeint, dass wir keine moralischen Werturteile haben dürfen?
2.) Was bedeutet es konkret, dass wir den Balken aus unserem Auge ziehen sollen (Mt 7,2–5)?
3.) Was bedeutet es konkret, den Splitter aus dem Auge eines anderen zu ziehen (Mt 7,2–5)?
4.) Wir sollen das Heilige nicht den Hunden geben und unsere Perlen nicht vor die Schweine werfen (Mt 7,6). Wie müssen wir diese Bildersprache verstehen? Soll man bestimmten Ungläubigen das Evangelium nicht mehr bringen? Und was bedeutet es (in der Bildersprache), von Schweinen zerrissen zu werden?
5.) Wir sollen bitten, suchen und anklopfen (Mt 7,7). Wie kann man diese drei Begriffe, indem wir sie auf die Intensität des Gebets anwenden, unterscheiden?
6.) Kennst du Beispiele in der Bibel, wo jemand beharrlich gebetet und Erhörung erlebt hat?
7.) Wenn wir Gott nur bitten müssen, um etwas zu empfangen, warum gibt es dann das Problem der unerhörten Gebete (Mt 7,7–11)?
8.) Wo steht, dass ein Vater einem Kind keinen Skorpion geben wird, wenn es um ein Ei gebeten hat?
9.) Wir sollen uns anderen gegenüber so verhalten, wie wir es von ihnen uns gegenüber erwarten (Mt 7,12). Nenne Beispiele, wo (dir) das schwerfällt.
10.) Man hat die Aussage aus Matthäus 7,12 schon mal die „christliche Grundregel“ genannt. Was hältst du davon?

Antwort

1.) Wir sollen nicht über das urteilen, was uns nicht zu beurteilen zusteht. Das sind Dinge, die wir nicht wissen können (wie Motive) oder Dinge, über die Gottes Wort nichts sagt. Aber natürlich können wir anhand der Bibel moralische Werturteile abgeben und sollten Sünde auch Sünde nennen. Wo faule Früchte sind, da ist auch ein fauler Baum.
2.) Zunächst einmal eigene Schuld einsehen, bekennen und korrigieren.
3.) Auf Fehlverhalten hinweisen und dem anderen helfen, dass er den Fehler korrigiert.
4.) Wir sollen den Ungläubigen, die keine neue Natur haben, nicht die wertvollen Glaubenswahrheiten ausbreiten und dabei so tun, als sei es ihr Eigentum. Es sind ja „unsere Perlen“. Wenn wir das doch tun, dann werden sie uns in ihrer Enttäuschung Schaden zufügen, indem sie schlecht über uns oder über die Glaubenswahrheiten reden.
5.) „Bitten“ ist das, was man nicht so schnell aufgibt. Bei „Suchen“ geht das schon rascher. Und beim „Anklopfen“ ist man geneigt, sehr schnell einfach weiterzugehen. Aber egal, wie schwer wir das Gebet empfinden – wir sollen beharrlich sein.
6.) Jakob, der unbedingt gesegnet werden wollte (1. Mo 32). Elia, der um Trockenheit und Regen bat (Jak 5; 1. Kön 18). Die syro-phönizische Frau, die sich für ihre besessene Tochter einsetzte (Mt 15). Im Bild die Witwe, die den Richter bestürmt (Lk 18). Die Versammlung für Petrus (Apg 12).
7.) Gott gibt uns nur das, was er für uns für gut befindet (nach seinen Maßstäben); Er gibt nur das, was in Übereinstimmung mit seinem Willen und der Person des Herrn Jesus ist (Mt 7,11; 1. Joh 5,14.15; Joh 14,30).
8.) Lukas 11,12.
9.) Beispiele: Unfreundlich in einer Auseinandersetzung werden; andere Leute nachäffen; schlecht über andere reden; abserviert werden …
10.) Es ist eine Regel, die schon prinzipiell zur Zeit des Alten Testaments gegolten hat – es ist der Tenor des Gesetzes und der Propheten. Es also nicht etwas, das exklusiv für Christen gilt.

Gerrid Setzer