Das Leben Josias - Ankündigung und Abstammung

Online seit dem 11.05.2020, Bibelstellen: 1.Könige 12; 2.Chronika 33

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Im Folgenden geht es um das Leben Josias. Dieser war von 640 bis 609 v.Chr. König über Juda (dem Südreich Israels). Obwohl sein Umfeld sehr gottlos war, entschied Josia sich gegen das Handeln des Mainstreams und richtete sein Leben konsequent auf Gott aus.  Josia ist einer der wenigen König von Juda, der Gottes Anerkennung fand. Er lebte ein Leben der Entschiedenheit, Hingabe und des Gehorsams.

Seine Ankündigung

Bevor wir zu dem eigentlichen Leben Josias kommen, sei noch eine interessante Tatsache erwähnt. Ca. 300 Jahre bevor Josia geboren wurde, hatte Gott ihn durch einen Propheten ankündigen lassen. Dies war zu der Zeit des Königs Jerobeam (I.) geschehen, der sich gegen Gott versündigt hatte, indem er das Volk zu offenem Götzendienst verleitete. Nachlesen könne wir das in 1.Könige 12.

Gott ließ Jerobeam damals nicht ungewarnt. Er sendet ihm einen Propheten und lässt durch diesen sagen: „Siehe, ein Sohn wird dem Haus Davids geboren werden, Josia sein Name; und er wird auf dir die Priester der Höhen schlachten, die auf dir räuchern, und man wird Menschengebeine auf dir verbrennen!“ (1. Könige 13,2). Hier sehen wir eines der vielen Beispiele in der Bibel, in denen Gott eine präzise Aussage über die Zukunft macht, die sich dann exakt so erfüllt. Denn Josia setzte diese Prophezeiung tatsächlich um.

Was Gott sagt, das erfüllt sich auch so. Das gilt auch heute noch!

Abstammung

Josia ist ein junger Mann, der von Gottesfurcht geprägt ist. Das ist um so verwunderlicher, als dass sowohl sein Großvater, Manasse, als auch sein Vater, Amon, gottlose Männer waren. Gott sah ihr Leben und über beide fällt er das Urteil: „Und er tat, was böse war in den Augen des Herrn“. Manasse ging so weit, dass er fremden Göttern Altäre baute und ihnen opferte und Götzenbilder aufstellte – und das genau im Tempel Gottes in Jerusalem. Was für eine Beleidigung Gottes! Scheinbar opferte er auch Menschenopfer, denn wir lesen, dass er „seine Söhne durch Feuer gehen“ ließ. Auch vieles andere Böses tat Manasse. Noch einmal betont Gott: „Er tat viel Böses in den Augen des Herrn“, und fügt dann noch seine Motivation hinzu „um ihn zu reizen“. Offensichtlich dachte Manasse, dass er sich mit Gott anlegen konnte.

Doch Gott lässt sich nicht spotten (Galater 6,7). Noch einmal redet Gott zu Manasse und dem Volk, wohl durch einen Propheten. Doch man achtet nicht auf das Wort Gottes. Und so bringt Gott Gericht über Manasse. Er wird gefangen, gefesselt und nach Babel geführt.

Dort endlich kommt Manasse zur Besinnung. So stark bedrängt, fleht er zu Gott und demütigt sich vor ihm. Manasse wird sich seiner Sünde, die er gegen Gott begangen hat, bewusst. Auch heute noch lässt Gott seine Kinder durch schwierige Zeiten gehen, um sie zur Umkehr von ihren Bösen Wegen zu bewegen. Denken wir ja nicht, dass wir auf bösen Wegen einfach weiter gehen können, ohne dass Gott eingreift. Dabei tut er das nicht, um uns zu bestrafen, sondern weil er uns zurückführen möchte – zurück in die glückliche Beziehung mit sich selbst.

Und genau das erreicht Gott auch mit Manasse, und sein Leben nimmt eine radikale Wendung. Die Geschichte Manasses zeigt zweierlei: Gottes Heiligkeit und sein Eingreifen im Gericht, aber auch Gottes unendliche Geduld und Gnade, in der er immer wieder bereit ist, zu vergeben.

Amon, Manasses Sohn, wird die Geschichte über Gottes Handeln mit seinem Vater nicht unbekannt gewesen sein. Wahrscheinlich hat er sie teilweise selbst mitbekommen. Und was hat er daraus gelernt? Offensichtlich gar nichts. Amon fährt mit den Sünden, mit denen sein Vater gebrochen hatte, fort und wiederholt sie. Anders als sein Vater demütigt er sich aber nicht vor Gott, sondern „häufte die Schuld“. Er wollte mit dem Bösen nicht aufhören! Schließlich kommt er durch eine Verschwörung seiner Knechte um. Darauf wird sein Sohn Josia König.

(Fortsetzung folgt)

Friedemann Werkshage