Bibel kontrastreich (12) - Friede auf Erden / Krieg auf Erden

Online seit dem 24.01.2009, Bibelstellen: Lukas 2,14; Lukas 12,51; Lukas 19,38

„Herrlichkeit Gott in der Höhe und Friede auf Erde“ (Lk 2,14).

Die  Menge des himmlischen Heeres verkündete den Hirten auf dem Feld anlässlich der Geburt des Herrn Jesus drei großartige Aussagen, die geradezu eine Miniaturausgabe des göttlichen Heilsplans darstellen:

  1.  „Herrlichkeit Gott in der Höhe“: Seit Tausenden von Jahren hatte Gott im Himmel Unehre von seinen Geschöpfen empfangen. Doch jetzt, durch die Geburt des Erlösers, wurde die Grundlage dafür gelegt, dass Gott in der Zukunft endlich die Ehre erhalten wird, die Ihm gebührt (vgl. Ps 99; Jes 45,23 etc.). Bis heute ist diese Prophezeiung jedoch noch nicht erfüllt – doch die Christen dürfen als eine Erstlingsfrucht Gott und seinem Sohn Ehre und Herrlichkeit durch Wort und Tat geben.
  2. „Friede auf der Erde“: Christus, der Herr – das ist zugleich der „Friedefürst“, in dessen Reich der Friede kein Ende haben wird (Jes 9,5.6). Von diesem Frieden ist die Erde auch Weihnachten 2008 noch weit entfernt, auch wenn dieser Ausdruck millionenfach in den Mund genommen wird – doch die Christen wissen von ihrem Herrn: „Er ist unser Friede“ (Eph 2,14) und dürfen den zukünftigen Frieden für die Erde schon vorwegnehmen und für ihre Herzen genießen.
  3. „... an den Menschen ein Wohlgefallen“: Schon die göttliche Weisheit, der Herr Jesus vor seiner Menschwerdung, erfreute sich an dem bewohnten Teil der Erde; seine Freude war bei den Menschenkindern (vgl. Spr 8,31) – für die Er einmal kommen und sterben sollte. Mit der Menschwerdung des Sohnes zeigte Gott auf beeindruckende Weise sein Interesse an Menschen (vgl. Joh 3,16). Auf der Erde kann Gott jedoch an den meisten Menschen immer noch kein Gefallen haben, sie haben Ihm den Rücken zugewandt. mit Seilen der Liebe (Hos 11,4) hat Er aus den vielen Menschen seine Kinder herausgezogen; Er hat sie begnadigt in Christus (Eph 1,6) und kann deshalb mit Wohlgefallen auf sie herabschauen.

„Meint ihr, dass ich gekommen sei, Frieden auf der Erde zu geben? Nein sage ich euch“ (Lk 12,51).

Was hatte das Kommen des Herrn Jesus auf diese Erde bewirkt? Man hatte Ihn abgelehnt; so war das reinigende, läuternde „Feuer“ schon angezündet (vgl. Lk 12,49), bevor Er wirklich einmal zum Gericht erscheinen würde. Das war nicht die Absicht seiner Liebe, sondern die Folge seiner Ablehnung durch die Menschen. Jetzt mussten und müssen sich die Herzen für oder gegen den Herrn entscheiden. War Er denn nicht gekommen, um Frieden auf der Erde zu geben? Doch, das war seine Absicht. Bei seinem zweiten Kommen wird Er dann ein Friedensreich aufrichten. Aber jetzt, wo das Böse herrscht, ist die unvermeidliche Folge bei treuer Nachfolge „Entzweiung“ – Risse in den Familienbanden, in der Bekanntschaft usw. Wer zu Christus steht, erfährt „Krieg“ statt Frieden – und darf doch den Frieden des Christus in seinem Herzen regieren lassen (Kol 3,15).

„Friede im Himmel“ (Lk 19,38).

Als die jubelnden Jünger den Herrn auf seinem Einzug in Jerusalem begleiten, preisen sie Ihn als König mit zwei Aussagen, die stark an das Lob der Engel in Lukas 2 erinnern:

  1. „Friede im Himmel“: Auch wenn der Friede auf der Erde noch aussteht – seit dem Erlösungswerk des Herrn Jesus ist jedenfalls Friede im Himmel. Er hat die Macht des Teufels, zunichte gemacht (Heb 2,14; vgl. Eph 4,8; Kol 2,15), auch wenn erst später endgültig aus dem Himmel verbannt werden wird (Off 12,8.9). Die unsichtbare Himmelswelt wurde durch das Opfer des Herrn Jesus gereinigt (Heb 9,23). Jetzt ist der Herr Jesus als verherrlichter Mensch im Himmel, deshalb ist dort jetzt Frieden. Christen kennen Gott jetzt als den Gott des Friedens (2. Kor 13,11 etc.).
  2. „Herrlichkeit in der Höhe“: Gott, der durch Christus Frieden im Himmel bewirkt hat und auf der Erde bewirken wird, gebührt alle Herrlichkeit, aber auch Christus selbst, der Frieden gemacht hat durch das Blut seines Kreuzes (Kol 1,20). Diese Ehre geben Ihm die Christen jetzt schon gerne – die Ehre vonseiten der Welt steht noch aus.Der Friede auf der Erde wird erst kommen, wenn der Friedefürst sein Regiment antritt und „die Kriege beschwichtigt bis an das Ende der Erde“ (Ps 46,10). Jetzt bringt Treue zu Christus dagegen eher Entzweiung, Krieg auf der Erde, weil sich an Ihm die Geister entzweien. Doch zugleich genießen alle Christen seit der triumphierenden Rückkehr des Herrn Jesus in den Himmel alle Segnungen, die aus dem Frieden im Himmel hervorkommen.

Martin Schäfer