Zu den Füßen Jesu (12)

Online seit dem 16.08.2014, Bibelstellen: Johannes 12,3; Matthäus 26,6-13; Markus 14,3-9

Maria hatte bereits dieses Alabasterfläschchen mit echter, sehr kostbarer Narde. Deshalb war sie in der Lage nun dem Herrn dieses Opfer zu geben. Die Frage ist, wie wir zu einem Geber wie Maria werden können. Die Antwort finden wir bei David. Nachdem David aufgezählt hatte was er und das Volk für den Bau des Tempel gegeben hatten, steht er schließlich vor dem HERRN und sagt: „Denn wer bin ich, und was ist mein Volk, dass wir vermögen, auf solche Weise freigiebig zu sein? Denn von dir kommt alles, und aus deiner Hand haben wir dir gegeben“ (1. Chr 29,14). David drückt damit aus, dass er eigentlich mit leeren Händen vor Gott steht. Alles was er für den Bau des Tempels gegeben hatte, konnte er nur, weil er zuvor von Gott empfangen hatte.

Auch in dem Haus in Bethanien war das nicht anders. Wenn dem Herrn hier freigiebig und reichlich gegeben wurde, dann nur weil die Gebenden zuvor reichlich empfangen hatten. Maria war jemand, die sich zu den Füßen des Herrn gesetzt hatte. Dort hatte sie von ihm empfangen und dort hatte sich ihr Herz gefüllt. Darum war sie nun auch in der Lage, diese Herzensantwort zu geben und den Herrn mit echter, kostbarer Narde zu salben.

Nicht anders wird es bei uns sein. Der schönste und wunderbarste Gegenstand des Herzens des Vaters ist sein Sohn. Es ist sein ständiges Anliegen Ihn uns größer und herrlicher zu machen. Doch dazu ist es notwendig, dass wir die stille Zeit in Gemeinschaft mit ihm suchen, um uns unter Gebet mit Ihm beschäftigen. Dann wird er uns größer und herrlicher werden. Wir werden neue Eindrücke von ihm sammeln und unser Alabasterfläschchen wird sich Tropfen für Tropfen füllen. Dann wird es uns so gehen wir dem beiden Jüngern auf dem Weg nach Emmaus, denen der Herr in allen Schriften das erklärte, was ihn selbst betraf (vgl. Lk 24,26): Wir werden brennende Herzen haben, gefüllt mit der Erkenntnis seiner Person. Ein solches Herz möchte seinen Eindrücken Luft machen und das Ergebnis wird Anbetung sein, die der Vater sucht.

Friedemann Werkshage