Petrus - Fall und Wiederherstellung (01)

Online seit dem 11.06.2021, Bibelstellen: Matthäus 26,31–35

Die Bibel zeigt uns viele Lebensbilder, im Positiven wie im Negativen. Nichts wird über das Maß Gottes hervorgehoben und nichts wird beschönigt. Wir wollen im Folgenden einige Situationen im Leben Petrus' betrachten, ihn dabei allerdings nicht verurteilen, sondern im Licht des Wortes Gottes wichtige Aspekte für unser Glaubensleben lernen. Oft ähneln wir Petrus mehr als wir glauben, und so können wir wie in einen Spiegel schauen, den Gott uns in seiner Gnade gibt. Konkret wollen wir den Fall und die Wiederherstellung des Petrus in jeweils 7 Schritten ansehen.

Der Fall des Petrus

Petrus verleugnet den Herrn am Kohlenfeuer, aber wie kommt er dahin? Das zeigt uns, dass Petrus am falschen Ort und in falscher Gesellschaft war. Eine große Gefahr auch für unser Leben, und wir finden wichtige Aspekte, die uns eine Warnung sein sollen. Wir wollen einmal die einzelnen Schritte etwas näher betrachten.

1. Schritt (Matthäus 26, 31–35): Petrus überhebt sich über seine Brüder und überschätzt sich selbst

Dann spricht Jesus zu ihnen: Ihr werdet alle in dieser Nacht an mir Anstoß nehmen; denn es steht geschrieben: „Ich werde den Hirten schlagen, und die Schafe der Herde werden zerstreut werden.“ Nach meiner Auferweckung aber werde ich euch vorausgehen nach Galiläa. Petrus aber antwortete und sprach zu ihm: Wenn alle an dir Anstoß nehmen werden, ich werde niemals Anstoß nehmen. Jesus sprach zu ihm: Wahrlich, ich sage dir, dass du in dieser Nacht, ehe [der] Hahn kräht, mich dreimal verleugnen wirst. Petrus spricht zu ihm: Selbst wenn ich mit dir sterben müsste, werde ich dich nicht verleugnen. Ebenso sprachen auch alle Jünger.

Jede Sünde hat ihren Ursprung in unseren Herzen, dort fängt alles an. Matthäus 15,19 sagt uns, dass aus dem Herzen böse Gedanken hervorkommen. So auch bei Petrus. Er erhebt sich über seine Brüder und denkt, er ist besser als sie. Wenn alle, ich niemals….! Es ist immer eine Gefahr nie oder niemals zu sagen, denn wir sind zu allem fähig. Es zeigt uns, dass Petrus sein Herz noch nicht gut genug kannte.

Er vertraute in sich und seine Kraft, aber er muss noch erfahren, dass ihn ihm selbst nichts Gutes wohnt (Röm 7:18). Er hatte mit Sicherheit gute Absichten, wollte seine Liebe zum Herrn ausdrücken, aber ohne es zu merken, begibt er sich in die falsche Richtung. Er schaute mehr auf sich selbst, anstatt auf den Herrn. Petrus hatte schon wunderbare Erfahrungen mit dem Herrn machen können, z.B. als er auf dem Wasser laufen konnte. Doch sollte es ihn vielmehr in die Abhängigkeit zu ihm bringen und nicht zu diesem ungesunden Selbstvertrauen.

Der Herr warnt ihn sogar noch. Er sagt ihm, dass er sogar tiefer fallen würde als die anderen Jünger. Es würde schon sehr bald geschehen, eben in dieser Nacht. Ist das nicht die wunderbare Gnade unseres Herrn, der sich so um unser (geistliches) Wohl kümmert? Doch anstatt auf die Warnung des Herrn zu hören und vorsichtig zu sein, überschätzt Petrus sich völlig. Unter der Wirkung der alten Natur lässt er sich nicht bremsen und sagt, dass er ihn selbst dann nicht verleugnen würde, wenn er mit dem Herrn sterben müsste.

Das alles sind wichtige Lektionen auch für uns: Wir sollten uns niemals mit anderen vergleichen und schon gar nicht denken wir wären besser als andere. Wir sind zu allem fähig, deshalb ist es immer gut vorsichtig mit dem Wort „nie“ oder „niemals“ umzugehen. Letztendlich sind wir täglich von der Gnade unseres treuen Herrn abhängig. Lasst uns immer auf seine Worte, eben auch seine Warnungen, achten und uns nicht selbst überschätzen. Das wird vor Sünden bewahren, zu unserem Segen und zu Gottes Ehre sein!

Manuel Dietermann