Petrus - Fall und Wiederherstellung (04)

Online seit dem 17.06.2021, Bibelstellen: Matthäus 26,51

4. Schritt (Matthäus 26,51) Petrus reagiert fleischlich

Und siehe, einer von denen, [die] mit Jesus [waren], streckte die Hand aus, zog sein Schwert und schlug den Knecht des Hohenpriesters und hieb ihm das Ohr ab.

Nach Johannes 18 wissen wir, dass dieser „kriegstüchtige Jünger“ Petrus war. Nachdem Petrus nicht gebetet hat, fehlt ihm jetzt die geistliche Kraft das zu ertragen was ihn erwartet. Petrus war immer schnell zum Handeln bereit. Dieser oft so selbstbewusste Mann schläft, wo er wachen, und schlägt zu, wo er sich ruhig verhalten sollte. Seine sonst oft gute Spontanität führt hier zur Sünde.

Sobald wir nicht mehr in der Gemeinschaft mit dem Herrn und in der Abhängigkeit von Ihm handeln, führt es sehr schnell – wie bei Petrus – zum fleischlichen Eifer. Petrus befand sich immer noch, örtlich gesehen, in der Nähe des Herrn, aber sein Herz war es nicht mehr. Das ist eine wichtige Lektion für unser Leben. Es ist zwar auch wichtig, wo wir uns örtlich aufhalten, aber noch wichtiger ist, wo sich unser Herz aufhält.

Dazu könnten wir sagen, dass Petrus rein menschlich gesehen mutig war, aber der Herr hatte seinen Jünger vorher in der Bergpredigt gesagt, dass sie ihre Feinde lieben sollten. Auch darin sehen wir dass Petrus anscheinend diese Worte nicht mehr „präsent“ waren. Wahrscheinlich wusste er sie, aber in der Situation war die Wirkung des Wortes nicht vorhanden.

Und konnte der Herr sich nicht auch selbst verteidigen? War Er es nicht, der den Sturm zum Schweigen brachte, der Kranke heilte und Tote lebendig gemacht hatte?  Ja Er war derselbe und natürlich hätte Er seine Feinde mit einem Wort seiner Macht vernichten können. Als Er ihnen nur sagte wer Er sei, wichen sie zurück und fielen zu Boden! Dazu hätte Er noch 12 Legionen Engel zur Hilfe rufen können. Aber all das war nicht der Wille des Vaters, denn Er musste leiden und sterben. Deshalb ließ der Herr sich gefangen nehmen ohne von seiner Macht Gebrauch zu machen.

Das spricht auch sehr zu unseren Herzen. Sobald wir nicht mehr in der inneren Gemeinschaft mit dem Herrn leben, müssen wir bekennen dass sein Wort oft nicht mehr so präsent in unserem Leben ist. Wir versuchen selbst Dinge in die Hand zu nehmen, zu kämpfen wo wir nicht kämpfen sollten. Das Problem ist oft, dass wir dann nicht mehr den Willen des Vaters im Auge haben sondern unseren eigenen. Das hat leider schon zu sehr viel Schaden geführt, nicht nur bei uns sondern auch bei anderen.

Lasst uns einander ermutigen, täglich unsere Herzen am Wort Gottes und unter Gebet auszurichten. Dann verlieren wir nicht die wunderbare Person des Herrn aus unseren Augen. Und dann vertrauen wir auf seine Macht und lernen den Willen des Vaters zu akzeptieren. Das wird sicher zu unserem Segen und zum Segen für andere sein!

Manuel Dietermann