Die Wunder des Herrn (5) – Die zwei Besessenen

Online seit dem 14.07.2009, Bibelstellen: Matthäus 8,28-34

Die Unterwerfung des Menschen unter die Macht Satans ist die Frucht des Sündenfalls. Das ist eine fürchterliche Wahrheit, die nicht unterschätzt werden darf. Bei verschiedenen Gelegenheiten begegnete der Heiland hier auf der Erde Personen, die von Dämonen besessen waren. Dies ist ein Bild von dem geistlichen Zustand jedes unbekehrten Menschen, wobei in Einzelfällen ein besonderes Befallensein vorliegt. 

Der Fürst der Gewalt der Luft regiert den gegenwärtigen Ablauf der Dinge hier, indem er wirksam ist in den Söhnen des Ungehorsams (Epheser 2,2). Er bringt sie unter seine Autorität und so werden sie seine Sklaven (Römer 6,6). Einer der fürchterlichsten Beweise dieses schrecklichen Zustands der Dinge ist der moderne Spiritualismus.  

Matthäus berichtet uns von zwei Besessenen, die unserem Herrn auf der östlichen Seite des Sees von Galiläa begegnen, als Er nach Seiner stürmischen Überfahrt an Land kommt (Matthäus 8,28–34). Es ist bemerkenswert, dass Markus und Lukas nur von einem einzigen Besessenen berichten. Eine mögliche Erklärung dafür wäre, dass einer von beiden verzweifelter als der andere war und dass der zweite und dritte Evangelist dahin geführt wurde, die Aufmerksamkeit auf diesen zu richten. Matthäus hingegen, der stets im Hinblick auf jüdische Leser schrieb und der wusste, welches Gewicht zwei Zeugen in dieser Sache haben würden (5. Mose 17,6; 19,15), war bedacht, die Tatsache festzuhalten, dass zwei Menschen gesegnet wurden, obwohl er eine Reihe anderer Einzelheiten auslässt.   

Wie blind die Menschen auch sein mochten, die Dämonen erkannten Ihn stets als ihren Herrn und zitterten und erschauderten vor Ihm – zur persönlichen Verherrlichung des Herrn Jesus. Sie wussten, dass Er der furchtbare Richter war, der sie und ihren Führer zu Beginn Seiner Regierung in den Abgrund werfen würde(Offenbarung 20,1). Sie flehten Ihn an, dass Er sie nicht vor der Zeit an diesen fürchterlichen Ort bringen würde. Als Antwort auf ihre Bitte wurden sie in eine Schweineherde gesandt, mit dem Ergebnis, dass sich alle zweitausend Schweine den Abhang hinunter in den See stürzten und umkamen.

Die ganze Umgebung ging hinaus, als sie von den Neuigkeiten hörte. Sie fanden die einst besessenen Männer friedlich zu den Füßen Jesu sitzen, angezogen und vernünftig. All ihre teuflische Bösartigkeit, die sie zum Schrecken der Gegend gemacht hatte, war für immer fort. Aber dennoch kennzeichnete die Leute (der Gegend) nicht Dankbarkeit, sondern Abneigung. Unverzüglich redeten sie auf den Heiland ein, aus ihrem Gebiet wegzugehen. Zwei Männer waren aus dem Griff Satans befreit worden, aber auf Kosten von zweitausend Schweinen. Waren zwei Seelen zweitausend Schweine wert? Aufgrund ihrer bedauerlichen Blindheit beurteilten sie dies nicht. Wenn dies das Ergebnis der Gegenwart des Sohnes Gottes wäre, dann hätten sie Satan als ihren Nachbarn vorgezogen. Ein solches Benehmen wäre unbeschreiblich gewesen; sehen wir heute nicht Menschen, die ihre eigenen Seelen für Kleinigkeiten, geringer als Luft, opfern? Was zählt es, dass der Heiland durch die Vergießung Seines kostbaren Blutes das Recht erlangt hat, jede Seele, die sich nach Erlösung sehnt, aus der Macht Satans zu befreien? Nach der Beurteilung von vielen sind Beruf, Vermögen und Vergnügen jeder Segnung vorzuziehen, die Er geben kann.

[Übersetzt von Benjamin Runkel]                                                                 

W.W. Fereday