Die Wunder des Herrn (14) - Die Viertausend

Online seit dem 20.06.2010, Bibelstellen: Matthäus 15,29-39

Der kühne Glaube der syrophönizischen Frau war wirklich ermunternd für den Geist des Heilands, der so oft durch den Unglauben des schon lange bevorzugten Israels betrübt wurde. Ebenso freut er sich auch heute über den Glauben von nichtjüdischen Gläubigen, während Israel weiterhin entfremdet und zerstreut ist. Dennoch kann ihn nichts und niemand vom Samen Abrahams abziehen; Er liebt ihn mit ewiger Liebe, und die Gnadengaben und die Berufung Gottes sind unbereubar (Römer 11,29). Dementsprechend kehrte sich der Herr rasch von den Gebieten von Tyrus und Sidon weg und beschäftigte sich wieder einmal mit Israel.

Eine große Zahl Bedürftiger versammelte sich um ihn (Matthäus 15,29–39). Eine Berührung von ihm reichte für die Heilung jeglicher Krankheiten aus und die Befreiten konnten nichts anderes tun, als den Gott Israels zu verherrlichen. Diese Dinge geschahen auf den Bergen in Galiläa. Nach drei Tagen der Beschäftigung mit dem Volk begann der Heiland sich „Sorgen“ über die Speisung des Volkes zu machen. Sie waren weit entfernt von den üblichen Nahrungsquellen. Er stellte seinen Jüngern keine erprobenden Fragen, so wie er es bei den Fünftausend getan hatte; Er drückte einfach sein Mitleid für die Bedürfnisse des Volkes und seine Absicht für ihre Versorgung aus. Das menschliche Herz ist so vergesslich, wenn es um Gott geht, dass die Jünger das kurz zuvor geschehene Wunder übersahen und ihre Zweifel darüber äußerten in der Einöde genügend Brot für eine solch große Menschenmenge zu bekommen. Sieben Brote und wenige kleine Fische waren vorhanden. Diese Handvoll wurde mächtig in der Hand dessen, der einst das Reich des Pharaos durch einen zerbrechlichen Hirtenstab zerstört hatte.

In schlichter Abhängigkeit von Gott (denn der Sohn war wahrer Mensch geworden) gab der Herr öffentlich Dank für die zeitlichen Segnungen, die bald die Bedürfnisse der großen Menge vor ihm stillte. Viertausend Männer, neben Frauen und Kindern, wurden bei dieser Gelegenheit gesättigt. Am Ende der Mahlzeit wurden die Brocken eingesammelt, denn bei dem absolut Vollkommenen konnte Verschwendung nicht in Zusammenhang mit Fülle und Mildtätigkeit gebracht werden. Sieben große Körbe voll blieben übrig, im Vergleich zu den zwölf Handkörben bei der vorherigen Speisung. Zahlen sind in der Schrift bedeutsam für geistliche Wahrheiten. Sieben (zweimal erwähnt in dieser Geschichte) ist die Zahl der Vollkommenheit, vier ist die Zahl der Welt. Folglich lernen wir, dass, wenn der Herr seine Hand öffnet, um die Not der Menschen zu stillen, vollkommener Segen vorhanden sein wird. Und das nicht nur für die Stämme Israels, sondern für die ganze Welt. Dieser glückliche Zustand der Dinge kann jedoch bis zu seiner Wiederkehr aus dem Himmel nicht mehr vorhanden sein. Sein Erscheinen in Majestät wird der helle Beginn eines Tages voller Frieden und Segen sein, wie ihn die Welt noch nicht gekannt hat.

In der Zwischenzeit fließt aus einem Herz voller Gnade und Güte göttlicher Segen ungehindert zu denjenigen, die ihr Bedürfnis nach diesen Dingen spüren. Obwohl das Klagen der Welt nicht zum Schweigen gebracht werden kann, solange der Heiland zur Rechten Gottes sitzt, braucht kein Einzelner für nur eine Stunde ohne Segnungen zu sein. Auf der vollkommenen Grundlage seines Todes und seiner Auferstehung  kann jede sehnsüchtige Seele geistliche Heilung und Vergebung erfahren und in dem verherrlichten Heiland volle Befriedigung des Hungers des Herzens finden, was die Dinge dieser Welt niemals tun können.

[Übersetzt von Benjamin Runkel]                                                              

W.W. Fereday