Die Wunder des Herrn (15) - Der besessene Junge

Online seit dem 26.06.2010, Bibelstellen: Markus 9,14-29; Matthäus 17,14-21

Es ist eine schreckliche Tatsache, dass diese Welt unter der Macht Satans steht. Der Heiland wurde in schmerzlicher Weise daran erinnert, als er nach seiner Verklärung vom heiligen Berg herabstieg. Er traf auf eine Volksmenge, unter der auch Schriftgelehrten und ein armer, von einem Dämon besessener Junge war, der sich schäumend in ihrer Mitte wälzte. Seine Jünger waren dort, aber aufgrund ihres Mangels an Glauben waren sie in der Gegenwart der Macht des Feindes hilflos. Obwohl sie göttlich berufen und ausgestattet waren (Matthäus 10,1), war es ihnen nicht möglich, etwas an dieser Notsituation zu ändern.

Der Herr erfuhr auf Nachfrage, dass der Junge seit seiner Kindheit an dem Dämon litt. Dies ist ein sehr deutliches Bild von unserem Geschlecht, das direkt zu Beginn in die Hände von Satan fiel, z.B. in den Tagen des Garten Edens. Der arme Junge war sowohl stumm als auch taub (Markus 9,25), was den geistlichen Zustand jedes Repräsentanten des gefallenen Adams verdeutlicht. Der unbekehrte Mensch hat Gott nichts zu sagen und er hat auch kein Ohr für die Gebote Gottes. Gott ist für ihn wie jemand, den es nicht gibt. Das geplagte Kind war in ständiger Lebensgefahr. Sein Vater sagte über den unreinen Geist in ihm: „oft hat er ihn sogar ins Feuer geworfen und ins Wasser, um ihn umzubringen“. In der gleichen Art und Weise ist jeder nichtbekehrte Sünder in Gefahr, nicht nur durch vorübergehende Unglücke, sondern durch die Bestrafung in der Ewigkeit. Der von Menschen gewählte Führer ist wirklich ein grausamer Betrüger. Wenn doch nur jeder diese Tatsache erkennen könnte!

Enttäuscht von den Jüngern, die eigentlich in der Lage hätten sein sollen, den Namen des Heilands in mächtiger Weise zu gebrauchen, wendet sich der verzweifelte Vater an den Herrn selbst; jedoch mit nur kleinem Glauben. „Wenn du etwas kannst, so erbarme dich unser und hilf uns!“ (Markus 9,22). Was für Worte, um sich an den Herrn, der über allem ist, zu wenden! Er, der das Universum, und alles was darin ist, geschaffen hat, konnte sicherlich die Macht des Satans brechen. Satan ist bloß ein Geschöpf seiner Hand. Die mächtigsten Dämonen haben stets erkannt, wer und was der Herr war; die Menschen jedoch nur selten.

Heute ist es das Vorrecht der Diener Christi nicht nur das zu verkündigen, was er imstande ist zu tun, sondern was er getan hat. Nachdem er sich selbst in den Tod erniedrigt hat, als Sühnung für die Sünde, ist er wahrhaft fähig „Gefangenen Befreiung auszurufen und Blinden das Augenlicht, Zerschlagene in Freiheit hinzusenden“ (Lukas 4,18). Niemand muss für nur eine Stunde unter dem schrecklichen Joch Satans bleiben; ein einfacher Ruf zu dem siegreichen Herrn in der Herrlichkeit des Himmels befreit die Seele auf ewig. „Was das ‚wenn du kannst' betrifft – dem Glaubenden ist alles möglich“ sagte der Heiland zu dem Vater. Hier finden wir das Geheimnis des Segens und der immerwährenden Befreiung: Es ist nicht die menschliche Anstrengung, seien es Vorsätze, Gebete oder Religiosität, sondern der einfache Glaube in den Sohn Gottes. Das Evangelium beabsichtigt die Augen der Menschen zu öffnen, sie von der Finsternis zum Licht und von der Macht Satans zu Gott zu bringen. Die Menschen sollen Vergebung ihrer Sünden empfangen und ein Erbe unter denen, die durch den Glauben an Christus geheiligt sind (Apostelgeschichte 26,18).

Unter Tränen ruft der Vater aus: „Ich glaube, hilf meinem Unglauben!“ Sogleich kam der Segen und das Kind war für immer erlöst. Jeder der Synoptiker hat diesen berührenden Vorfall aufgezeichnet; Markus, wie üblich, mit vielen Einzelheiten.

[Übersetzt von Benjamin Runkel]   

W.W. Fereday