Briefe an einen Neubekehrten (04)

Online seit dem 03.02.2010, Bibelstellen: 2. Korinther 6,14-18

Deine alten Verbindungen

Lieber gläubiger Freund,

da ist noch etwas. Hüte dich vor alten Freundschaften und Verbindungen. Manchmal, wenn ein Bekehrter selbst gut anfängt, den Herrn bezeugt und versucht, mit seinen alten Freunden zu brechen, sind diese nicht bereit, sich von ihm zu trennen, und setzen alle Hebel in Bewegung, ihn zurückzuhalten. Manchmal kommt es vor, dass in späteren Jahren die Liebe zu erkalten beginnt, und dann beginnt der Gläubige zunächst langsam, später immer schneller, zu Menschen und Dingen zurückzukehren, die er einst verließ.

Manchmal, und das ist am subtilsten und gefährlichsten, meinen wir, dass wir unsere früheren ungläubigen Bekannten besser erreichen und zum Guten beeinflussen könnten, wenn wir Gemeinschaft mit ihnen haben. Das ist ein großer Irrtum. Wir werden sie nicht hochziehen. Sie werden uns herunterziehen.

Die Erfahrung bestätigt diese Aussage uneingeschränkt, und die Schrift tut es ebenso.

Josaphat war einer der besten Könige Judas. Ahab war der allerschlechteste, der je den Thron Israels entehrt hat. Und doch lesen wir: „Josaphat … verschwägerte sich mit Ahab” (2. Chr 18,1).Was war das Ergebnis? Erhob Josaphat Ahab auf sein Niveau, sodass er zufrieden sagen konnte: „Du bist wie ich geworden”? Überhaupt nicht. Im Gegenteil. In Vers 3 desselben Kapitels sagt Josaphat: „Ich will sein wie du”, und für dieses Eingeständnis schämte er sich nicht einmal.

Darauf folgte der Feldzug nach Ramoth-Gilead, in dem Ahab sein Leben verlor und Josaphat nur um Haaresbreite entkam, um dann durch den Propheten Jehu eine ernste Botschaft von Gott zu bekommen: Hilfst du dem Gesetzlosen, und liebst du die den Herrn hassen? Und deswegen ist Zorn über dir von Seiten des Herrn“ (2. Chr 19,2). Das Ende vom Lied war, dass Josaphats Sohn die Tochter Ahabs heiratete (2. Chr 21,6), die berüchtigte, böse Athalja, eine wahre Tochter ihrer Mutter Isebel und die Ursache unsagbaren Elends in Juda.

Wenn du noch einen weiteren Beweis aus der Schrift benötigst, dann lies sorgfältig 1. Mose 13, 14 und 19, wo du die Geschichte Lots und seines traurigen Niedergangs durch seine Verbindung mit den Menschen von Sodom findest. Er hob sie nicht empor. Sie erniedrigten ihn, und zwar so sehr, dass niemand ihm Beachtung schenkte, als er versuchte, vor dem kommenden Gericht zu warnen. Und wir wären nicht sicher, ob er ein wahrer Heiliger Gottes war, oder nicht, wenn der Geist Gottes, der dieses Problem kannte, diese Frage nicht geklärt hätte, indem er ihn einen „Gerechten“ nennt (2. Pet 2,8).

Natürlich musst du deinen alten Freunden begegnen, aber verliere keine Zeit, ihnen zu zeigen, dass die alten Beziehungen nicht mehr bestehen. Sprich zu ihnen von Christus. Was immer du auch tust, begib dich nicht auf das alte Niveau herab und sei nicht so gesellig wie eh und je. Wenn du das tust, wird deine Kraft, wie bei Simson, von dir weichen und du wirst leichte Beute für sie sein.

In den allermeisten Fällen genügt ein einziges klares Bekenntnis für Christus. Für manche wird es ein gezielter Schlag sein, der sie zur Bekehrung führt, andere werden dich verlassen. Wenn nicht, ist es das Beste, wenn du sie verlässt. Wenn du ihnen nicht helfen kannst, werden sie dir schaden. Gib ihnen nicht die Gelegenheit dazu.  Die obigen Bemerkungen gelten gleichermaßen auch für das Eingehen neuer Verbindungen. Ein leitender Stern in deinem Christenleben sei dir folgendes Wort:

„Seid nicht in einem ungleichen Joch mit Ungläubigen“ (2. Kor 6,14; lies 2. Kor 6,14–18). Rahme diesen Text in deine Gebete ein und hänge ihn gut sichtbar an die Wände deines Herzens und Gedächtnisses. Wenn du ihm gehorchst, wird es dich vor viel Not bewahren. Du wirst ihn brauchen, denn du kannst nicht durch diese Welt gehen, ohne Verbindungen vieler Art einzugehen.

Hüte dich vor dem „ungleichen Joch” in Gesellschaft und Beruf. Das Zeugnis vieler Christen ist durch die Partnerschaft mit unbekehrten Menschen zerstört worden, weil sie in fragwürdige Dinge verwickelt wurden. Hüte dich vor allem vor einem „ungleichen Joch“ in der Ehe. Das ungleiche Joch in Gesellschaft und Beruf kann in wenigen Tagen oder Wochen gebrochen werden, doch in der Ehe besteht es ein Leben lang, sowohl für dich, als auch für deinen ungläubigen Ehepartner. Wie viele vielversprechende junge Menschenleben sind verfinstert worden, und wie viele Kapitel des Leids könnten geschrieben werden, weil man diesem göttlichen Gebot nicht gehorsam war. Ich wünschte, ich könnte meine Stimme wie eine Posaune erheben und jeden Jungbekehrten in diesem Land warnen.

F.B. Hole