Briefe an einen Neubekehrten (05)

Online seit dem 09.02.2010, Bibelstellen: 2. Korinther 11,13-14

Falsche Lehrer

Lieber gläubiger Freund,

Lass dich auch vor falschen Lehrern und ihren Lehren warnen. Wundere dich nicht, dass es sie gibt. So wie Gott hat auch Satan seine Diener, und er arbeitet durch Imitation. Der Apostel sagte über einige seiner Diener: „Denn solche sind falsche Apostel, betrügerische Arbeiter, die die Gestalt von Aposteln Christi annehmen. Und kein Wunder, denn der Satan selbst nimmt die Gestalt eines Engels des Lichts an“ (2. Kor 11,13–14). Es ist daher sehr wahrscheinlich, dass du in Kürze solchen Leuten begegnen wirst, die seltsame Lehren bringen, die sich sehr plausibel anhören und mit einer dünnen Schicht Wahrheit bedeckt sind.

Erlaube mir ein, zwei Hinweise:

Wenn sie dir mit Lehren kommen, die das einfache Evangelium durchkreuzen, das du empfangen hast, indem sie den Tod und die Auferstehung Jesu schmälern, dann lehne sie ab und meide sie. Sie sind falsch (vgl. Gal 1,6–8).

Wenn sie Jesus nicht als ihren Herrn anerkennen (1. Kor 12,3), oder dass Er, eine göttliche Person, im Fleisch gekommen ist, das heißt Mensch geworden ist, wenn sie also, kurz gesagt, seine Gottheit und Menschheit nicht bekennen (1. Joh 4,3), dann sind sie nicht von Gott.

Wenn Christus nicht der Mittelpunkt ihrer Belehrung ist, sondern irgendeine religiöse Idee, oder wenn sie von dir verlangen, dass du dich der Lehre irgendeiner Frau oder eines Mannes unterwirfst, die behaupten, ein Prophet zu sein, oder irgendeiner neuen Offenbarung, die jemand angeblich empfangen hat, darfst du dich getrost abwenden. Wenn sie geprüft werden, werden sie sich als Lügner entpuppen (vgl. Off 2,2).

Wenn der Lehrer selbst ungläubig ist, dann höre nicht auf ihn. Er mag zwar richtige Dinge sagen, aber ein Papagei macht auch manchmal sehr passende Bemerkungen. Die Schrift ist da jedoch sehr entschieden: „Der natürliche Mensch aber nimmt nicht an, was des Geistes Gottes ist, denn es ist ihm eine Torheit, und er kann es nicht erkennen, weil es geistlich beurteilt wird“ (1. Kor 2,14). […]

Und wenn jemand mit Lehren zu dir kommt, für deren Stützung er zunächst die Schrift verdrehen muss, indem er entweder die Bedeutung von Worten überstrapaziert, oder sich ständig auf griechischen und hebräischen Grundtext und Übersetzung beruft, um seine Ideen zu untermauern, oder Texte aus ihrem Zusammenhang nimmt, um ihnen immer neue Bedeutungen zu geben, dann solltest du ihre Lehren mit dem größten Argwohn betrachten. „Keine Weissagung der Schrift ist von eigener Auslegung“ (2. Pet 1,20). Beachte auch, dass die Bibel eine Einheit ist, sodass sich ein Teil in das andere fügt, und das nicht nur übereinstimmend, sondern auch erklärend.

F.B. Hole