Das Leben Davids (14)

Online seit dem 13.01.2010, Bibelstellen: 2. Samuel 3-4

David wird Familenvater (2. Sam 3,1–5) 

In Hebron wird David Vater – ihm werden etliche Söhne geboren. Von dem Sohn Abigails (wäre er doch bei dieser Frau geblieben!), von Kileab, hören wir später nichts mehr. Entweder ist er früh gestorben oder er hat sich von dem Rebellengeist seiner Brüder überhaupt nicht anstecken lassen.  Von den sechs Söhnen, die in den Versen 2–5 erwähnt werden, sind drei ermordet worden (Amnon, der Erstgeborene, Absalom, der Lieblingssohn, und Adonija). Überhaupt sah es im Familienleben des David nicht gut aus. Seine Tochter Tamar wurde von ihrem Halbbruder vergewaltigt; zwei seiner Söhne wollte ihm den Königsthron streitig machen und seine Frau Michal verachtete ihn. David war ein guter König und Feldherr sowie ein großartiger Poet und Schreiber – aber in seinem Haus war manches in Unordnung!  

David trauert um Abner (2. Sam 3,6–39) 

Doch was Demut betrifft, ist David ein echtes Vorbild. Das zeigt sich auch wieder darin, dass David um den Heerobersten Abner aufrichtig trauert, als dieser von Joab hinterlistig ermordet wurde. David redet in Hochachtung von seinem Feind Abner und gewinnt auf diese Weise die Achtung des Volkes. Doch gleichzeitig muss gesagt werden, dass der feinfühlige David nicht hart genug gegen Joab vorgeht. Er spricht zwar einen Fluch über diesen egozentrischen Erfolgsmenschen aus, aber er lässt nicht die Taten folgen, die man von einem König erwarten kann.  

Leute, die sensibel und emotional sind, sind oft in ihrer Freundlichkeit und Bescheidenheit vorbildlich. Doch sie sind in Gefahr, es an Entschiedenheit fehlen zu lassen. Lernen wir etwas daraus!  

David erfährt vom Tod Isboseths (2. Sam 4) 

Auch in diesem Kapitel sehen wir, wie großmütig David ist. Als er hört, dass Isboseth, sein direkter Gegenspieler, tot ist, macht er keine Freudensprünge. Wenn er auch nicht viel Gutes über diesen Mann sagen kann, so bezeichnet er ihn doch als „gerecht“: Und wie er mit den Feinden Isboseths umgeht, zeigt noch einmal mehr, dass er das Königtum nur aus der Hand Gottes empfangen will und frei von rachsüchtigen, ehrgeizigen Gedanken ist.

Gerrid Setzer