Richter (13) Micha - Fragen und Antworten

Online seit dem 14.07.2020, Bibelstellen: Richter 17-18

Es geht um Richter 17 und 18.

Hintergrund

Man nimmt an, dass die Ereignisse der Kapitel 17–21 des Buches Richter bereits vor Richter 1 stattgefunden haben. So wird in Kapitel 17 und 18 von dem Enkel Moses und in den Kapiteln 19–21 von dem Enkel Aarons gesprochen. Insofern kann man diese Kapitel auch als „Anhang“ zum Buch der Richter bezeichnen.

Während wir in Kapitel 17 mehr den religiösen Zustand des Volkes während der Zeit der Richter sehen, steht in Kapitel 18 mehr der moralische Zustand im Vordergrund.

Die Begebenheit in diesen beiden Kapiteln ist wenigstens merkwürdig. Da organisieren eine Mutter und ein Sohn einen eigenen Gottesdienst. Unter den Nationen mag das möglicherweise normal gewesen sein, aber in Israel? Gott hatte doch klare Anweisungen zum Opferdienst gegeben! Wie ist das zu erklären? Schauen wir uns einige Punkte etwas genauer an:

Fragen zu Kapitel 17

1.  In Kapitel 17 geht es um die Geschichte von Micha und seiner Mutter. Wie verhält sich Micha gegenüber seiner Mutter? Welchen Kennzeichen unserer Tage entspricht das (2. Tim 3,2)?

2.  Man kann sagen, dass eine Mutter und ihr Sohn Micha ein Gotteshaus für sich selbst nach eigenen Ideen machten und den Gottesdienst organisierten. Inwiefern hat uns dies heute noch etwas zu sagen? Konnte Gott dort wohnen? Lies Jes 57,15; Joh 14,23; 5. Mo 12,5–8; Mt 18,20.

3.  Was hältst du von der Reaktion der Mutter in Vers 2b? Was tut sie in den Versen 3 und 4?

4.  Die 1.100 Silberstücke kennen wir aus Kapitel 16, inwiefern?

5.  Worin bestand der Götzendienst der Beiden?

6.  In Vers 6 lesen wir etwas über den Zustand des Volkes zu dieser Zeit. In den Kapiteln 18, 19 und 21 lesen wir ebenfalls, dass kein König in Israel war. Was sagt uns das, auch in Verbindung mit 2. Mose 15,18?

7.  In Vers 9 lesen wir, dass der Levit ziellos durch die Gegend lief. Wie sollte ein Christ leben? Was sind seine Ziele? Lies Phil 3,10.12; Röm 1,11; Heb 12,1.2.

8.  Ein Levit aus Juda kommt in das Haus Michas. Warum entsprach es nicht den Gedanken Gottes, diesen Leviten als Priester zu bestimmen (V. 10; vgl. 4. Mo 18,1.7; 5. Mo 10,8)? 

Antworten 

1.  Micha stiehlt seiner Mutter 1.100 Silberstücke. Dies zeigt, dass Micha geldliebend und den Eltern ungehorsam war.

2.  Nein, Gott konnte dort nicht wohnen. Er wohnt vielmehr dort, wo Erlöste nach Seinen Gedanken und Seinen Anweisungen zusammenkommen. Eigene, menschliche Regeln gelten nicht.

3.  Sie bestraft ihren Sohn nicht, im Gegenteil, sie verwendet das zurückgegebene Geld für die Erstellung eines Götzen. Sie unterbreitet sogar selbst den Vorschlag, den Götzen zu gießen und untergräbt damit ihre eigene Vorbildfunktion als Mutter (Eltern).

4.  Jeder Fürst gab Delila 1.100 Silberstücke (Kap. 16,5).

5.  Sie machten einen Götzen. Micha weihte einen seiner Söhne zum Priester (V. 5).

6.  Schreckliche Zeit, keine Ordnung im Volk. Sie hatten vollkommen vergessen, dass Gott ihr König sein wollte und war.

7.  Ein Christ hat ein himmlisches Ziel, sein Bürgertum in den Himmeln. Er darf aber auch auf der Erde Ziele verfolgen (für den Herrn leben, Gemeinschaft mit Gläubigen, im Evangelium, Ausbildung, Beruf, Ehe, etc.) und nicht einfach so in den Tag hineinleben.

Der Levit verließ Bethlehem-Juda, das Brothaus (vgl. Elimelech in Ruth 1,1). Beide machen den gleichen Fehler und verlassen somit Boas, der ein Bild des Herrn ist.

8.  Nur Vertreter der Familie Aarons durften den Priesterdienst ausüben. Der Levit, der eigentlich völlig dem Herrn dienen sollte (vgl. 4. Mose 3,5–10; 4. Mose 8) verließ die Gegenwart des Herrn, „um sich aufzuhalten, wo er es treffen würde“. Er war nicht in der Lage, Micha von seinem bösen Weg zu abzubringen, im Gegenteil, er unterstützte sogar Micha auf seinem falschen Weg. Es heißt „sein“ Priester: ein Priester nur für Micha, nicht für das Volk.

Fragen zu Kapitel 18

In Kapitel 18 geht es um den Götzendienst im Stamm Dan in Verbindung mit Micha. Der Bericht in Kapitel 18 knüpft an die Zeit Josuas und an die Verteilung des Landes in Silo an (vgl. Jos 19,40–48). Vom Stamm Dan lesen wir in Kapitel 1,34, dass sie von den Amoritern in die Berge zurückgedrängt wurden. Da sie nun kein eigenes Land hatten, wollten sie ein Gebiet erobern, das ihnen ursprünglich nicht zugeordnet war.

9.  Die Daniter schicken fünf Kundschafter in den Norden und kommen am Haus Michas vorbei (V. 3). Wen treffen sie an und welche Empfehlung erhalten sie?

10. In dem Haus Michas war noch ein Ephod (V. 14). Dennoch war es ein Götzenhaus. Glaubst Du, dass Micha wirklich den Herrn befragt hat (V. 5)?

11. Was erfahren wir über die Stadt Lais (V. 7.27)? Welche Namen bekam die Stadt später (V. 29)? An wen erinnert diese Namensänderung (vgl. 1. Mo 4,17)?

12. Wie bewertest Du das Verhalten des Leviten in V. 20? War das nicht ein guter Schritt, denn schließlich wurde er befördert ...?

13. Inwiefern haben die Daniter gegen Gottes Wort gehandelt, als sie die Stadt Lais brutal einnahmen (vgl. 5. Mose 20,10.11)?

14. Gehörte Lais ursprünglich zum Erbteils Dans (vgl. Jos 19,40–48)?

15. Zum Nachdenken: In Vers 31 werden das geschnitzte Bild Michas in Dan und das Haus Gottes in Silo genannt. Größer konnte der Gegensatz nicht sein! Das zeigt den schlimmen Zustand der Daniter! Was befindet sich vielleicht in meinem Haus, das im Widerspruch zum Haus Gottes steht?

16. Ganz am Ende des Kapitels erfahren wir, wer wahrscheinlich der Levit aus Bethlehem war, den die Daniter aus dem Haus Michas mitgenommen haben (V. 30; vgl. Kap. 17,7). Was erfahren wir hier über diesen Leviten? Bist du überrascht?

Antworten

9.    Den Leviten; Sie erhalten die Empfehlung: „Zieht hin in Frieden“ (V. 6). Beachte den Unterschied zu 2. Könige 5,19!

10.  Nein, das Ephod war wohl nur noch symbolisch vorhanden.

11. Ein ruhiges, sicheres und wohlhabendes Volk, wirtschaftlich abhängig von Sidon (Handelsstadt an der nördlichen Westküste) – Entfernung für einen gegenseitigen Schutz allerdings zu groß, somit leichte kriegerische Beute für Feinde. Die Stadt wurde später Dan genannt. Auch Kain nannte eine Stadt nach seinem Sohn Hanoch.

12. Nein, im Gegenteil; er identifizierte sich mit den Danitern; Habgier als Motiv.

13. Gott hatte den Stämmen zwar gesagt, sie sollten ihr Erbteil einnehmen, und zwar gewaltsam (vgl. 5. Mo 20,16–18). Die Daniter aber gehen über ihre Grenze hinaus und erobern gewaltsam die fremde Stadt Lais. Somit hätten sie der Stadt vorher ein Friedensangebot machen sollen (vgl. 5. Mo 20,10.11).

14. Nein (V. 47).

15. ---

16. Jonathan, ein Enkel Moses. Man muss überrascht sein, aber die Bekanntheit bzw. Treue der Eltern bzw. Großeltern helfen einem nicht, man muss persönlich dem Herrn folgen. Oftmals ist es leider so, dass in der 3. Generation vieles von dem Guten verloren geht. Von Spurgeon stammt der Satz: „Die Gnade fließt nicht im Blut.“

Daniel Melui / Michael Hopp