Genau lesen (112) – Christentum zur Staatsreligion erhoben?

Online seit dem 20.12.2014, Bibelstellen: Offenbarung 2,10+12

Das Buch der Offenbarung ist ein prophetisches Buch, ein Buch der Weissagung (Offenbarung 1,3). Deshalb liegt es auf der Hand, auch die Sendschreiben an die sieben Versammlungen in Kleinasien (Offenbarung 2 und 3) prophetisch zu deuten – in der Tat bieten sie uns einen Panaromablick über die ganze Geschichte der christlichen Kirche.

Da, wo diese prophetische Linie verfolgt und das Sendschreiben an Pergamus betrachtet wird, hört man interessanterweise mit absoluter Regelmäßigkeit folgenden Satz: „Der Zustand der Christenheit, der durch Pergamus beschrieben wird, begann im Jahr 313. Da hat Konstantin das Christentum zur Staatsreligion erhoben.“

Doch Im Jahr 313 gab es lediglich ein Toleranzedikt, den der Kaiser des Westens (Konstantin) und der Kaiser des Ostens (Licinius) vereinbarten. Es wurde Religionsfreiheit für alle Religionen gewährt, das Christentum wurde dabei lediglich an erster Stelle erwähnt. Wörtlich heißt es in dem Edikt (Abkommen):

„Nachdem wir beide, Kaiser Konstantin und Kaiser Licinius, durch glückliche Fügung bei Mailand zusammenkamen, um zum Wohle aller … zu regeln … sowohl den Christen als auch allen Menschen freie Vollmacht zu gewähren … ihre Religion zu wählen.“

Erst im Jahr 391 wurde das Christentum zur Staatsreligion durch den römischen Kaiser Theodosius erklärt.

So, nachdem wir diese Feinheit geklärt haben, noch ein Gedanke zu Pergamus. Pergamus heißt „Hochburg“ oder „viel Heirat“. Die „Heirat“ der Welt mit dem Christentum in jenen Tagen hat negative Auswirkungen, die bis in die heutige Zeit hinreichen (auch wenn das Ende der Christenverfolgung damals natürlich etwas Begrüßenswertes war). Die Kirche wurde zu einer „Hochburg der Welt“ und büßte damit (im Allgemeinen) ihren wahren Charakter ein. Denn die Versammlung (Gemeinde) hat einen himmlischen Ursprung, einen himmlischen Charakter und ein himmlisches Ziel.


Fußnoten:

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Gerrid Setzer