Genau lesen (05) - Umrechnungsformel?

Online seit dem 04.02.2006, Bibelstellen: 2. Petrus 3,8

In 2. Petrus 3,8 steht: „Dies eine sei euch nicht verborgen, Geliebte, dass ein Tag bei dem Herrn ist wie tausend Jahre, und tausend Jahre wie ein Tag.“

Dieser Vers wird oft so verwendet, als würde er uns eine Art Umrechnungsformel liefern. Darus folgert man dann, dass die Schöpfungstage lange Perioden darstellen, dass die 2 Tage in Johannes 4,43 auf zweitausend Jahre Gnadenzeit hinweisen usw. (Allerdings ist anscheinend noch niemand auf die Idee gekommen, dass das Tausendjährige Reich nur einen Tag dauern könnte und Jona dreitausend Jahre im Bauch des Fisches gewesen war.)

Doch das ist nicht die Bedeutung dieses Verses. Er will uns vielmehr deutlich machen, dass Gott eine andere „Zeitrechnung“ als wir Menschen hat.

So lässt Gott Dinge, die ein Mensch sehr rasch durchführen würde, nicht so schnell geschehen. Dem Zusammenhang nach können wir dabei an die Sintflut und an den Tag des Herrn denken: Gott wartet lang, ehe er das Gericht bringt. Warum? Weil er langmütig ist (vgl. 2. Petrus 3,9).

Andererseits ist es auch wahr, dass Gott Dinge, für die Menschen sehr lange brauchen, in kurzer Zeit umsetzt. Denken wir an die gewaltigen Umwälzungen, die die Flut brachte und die der Tag des Herrn – der mit Feuer in Verbindung steht – noch bringen wird (vgl. 2. Petrus 3,10).

Gott wartet, ehe er Gericht bringt, aber wenn es kommt, kann es in kürzster Zeit größte Veränderungen hervorrufen.

Gerrid Setzer